Das deutsche Sprinter-Duo Pröpster und Spiegel will bei der UCI Track Champions League "die Großen etwas ärgern"

In Abwesenheit der größten deutschen Bahnrad-Stars halten Alessa-Catriona Pröpster und Luca Spiegel in der vierten Saison der UCI Track Champions League die schwarz-rot-goldenen Streifen hoch. Das junge Sprint-Duo kommt zwar mit unterschiedlichen Vorgeschichten zum letzten Highlight des Jahres, hat aber ein ähnliches Ziel: Erfahrungen gegen die Weltspitze sammeln und "die Großen etwas ärgern".

UCI track Champions League: Promo of the 2024 season

Quelle: Eurosport

Alessa-Catriona Pröpster war der Shootingstar der UCI Track Champions League 2023. Die Schwäbin trug das hellblaue Führungstrikot und war letztlich Gesamtzweite der Sprint League hinter der Neuseeländerin Ellesse Andrews, die nun im Sommer Doppel-Olympiasiegerin wurde.
Nun kommt sie zum zweiten Mal zur "TCL", ist aber erneut keine Mitfavoritin, sondern reist mit ähnlichen Zielen an, wie beim Debüt im Vorjahr.
"Ich möchte mir nicht so viele Gedanken und Druck machen. Klar hatte ich letztes Jahr das Führungstrikot, das war schon megageil. Und als ich jetzt die Akkreditierung bekommen habe und mich dort im Führungstrikot auf dem Titelbild gesehen habe, das war schon eine krasse Erinnerung an letztes Jahr", sagte sie eurosport.de vor dem Startschuss der Serie 2024 in Paris.
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Quelle: Eurosport

Doch die Vorbereitung auf die Serie 2024 war nicht ideal. Pröpster war im Sommer bei den Olympischen Spielen als Ersatzfahrerin dabei und hatte sich für den Fall eines Spontaneinsatzes bestens vorbereitet, fuhr dort im Training persönliche Bestzeit. Aus diesem Formpeak aber konnte sie nichts machen, denn zum Spontaneinsatz kam es nicht: Das deutsche Teamsprint-Trio mit Lea Friedrich, Pauline Grabosch und Emma Hinze blieb gesund und fuhr ohne sie zu Bronze.

Top-Form ohne Einsatz und dann geschwächt zur WM

Nach den Spielen auf der Reservebank pausierte Pröpster und erlebte dann im Oktober eine enttäuschende Weltmeisterschaft in Dänemark. Im Teamsprint kam sie mit dem Youngster-Team mit Lara-Sophie Jger und Clara Schneider auf Rang fünf, aber im Keirin scheiterte sie im Viertelfinale und das Sprint-Turnier bestritt sie gar nicht erst.
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"Nach Olympia zu pausieren war irgendwie der Fehler. Deshalb war es bei der WM echt schlecht", blickte sie nun zurück. "Wie meine Form aktuell ist, kann ich ehrlich gesagt nicht sagen. Ich habe nach der WM weitertrainiert, war nochmal im Grundlagen-Lehrgang auf Mallorca und dort hauptsächlich auf der Straße und beim Krafttraining. Auf der Bahn habe ich relativ wenig gemacht und deshalb kann ich es null einschätzen. Aber ich denke, dass es sich die nächsten Wochen entwickeln wird."

Spiegel will "die Großen etwas ärgern"

Hoffnungsvoll, aber mit noch weniger Erwartungen startet der erst 20-jährige Luca Spiegel in seine erste Track Champions League-Saison. Der U23-Europameister im Sprint schied bei der WM im Oktober im Sechzehntelfinale des Sprint-Turniers sowie in der ersten Runde im Keirin aus und wurde mit dem Teamsprint-Trio Achter. Doch Spiegel ist noch jung und will nun vor allem Erfahrungen sammeln.
"Ich bin sehr aufgeregt, da nur die Besten der Welt am Start sind. Das ist meine Chance, mir einen Platz in der Weltspitze zu suchen", sagte er eurosport.de am Freitag. "Für mich geht es erstmal darum, taktisch gute Rennen zu fahren und zu versuchen, die Großen etwas zu ärgern."
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Harter Sturz im Halbfinale: Spiegels Traum geplatzt

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Seinen aktuellen Formstand bezeichnet er als "WM-Ausläufer". Er sei zwar "voll im Training, aber hoch im Volumen und nicht wettkampfspezifisch", so Spiegel, der Pröpster eines jedoch schon voraus hat: Er war bei Olympia auf der Bahn von Saint-Quentin-en-Yvelines, auf der die TCL-Saison am Samstag beginnt, im Einsatz – sowohl im Keirin und Sprint als auch im Teamsprint (Platz 7).

Pröpster: Olympia-Reserve mit gemischten Gefühlen

Die Erfahrung, dort bei den Spielen nur zugesehen zu haben, ist für Pröpster dagegen eine prägende. Ihr erging es damit so, wie drei Jahre zuvor in Tokio Pauline Grabosch. "Ich habe viel mit Pauline drüber gesprochen und sie meinte damals: Man weiß erst, wie es sich als Ersatzfahrerin anfühlt, wenn man selbst in der Situation war. Es ist nicht einfach, man fühlt sich nicht gut, aber irgendwie auch doch, weil man halt dabei ist. Man kann es als Riesenerfahrung mitnehmen und ich habe mich für die Mädels total gefreut, dass sie eine Medaille bekommen haben. Auf der anderen Seite tat es aber halt auch sehr, sehr weh", so Pröpster, die aber keinen Groll hegt:
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Zwei Siege für Pröpster: Die Sprint-Finals der Track Champions League

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"Wir sind den Weg mit der Qualifikation zu viert gegangen und ich habe auch oft den Kopf hingehalten. Da ist es nicht so einfach, im Endeffekt zuzugucken. Aber man muss es eben auch realistisch sehen: Es war von Anfang an klar, dass ich nicht starten werde, weil die anderen drei eine Welt für sich sind und noch ein bisschen von mir entfernt. Deswegen versuche ich jetzt, die Champions League als Chance zu nutzen, eine gute Form aufzubauen, Spaß zu haben und vor allem auch Rennerfahrung zu sammeln. Denn internationale Rennen sind dieses Jahr bei mir viel zu kurz gekommen. Da hatte ich mit der WM genau zwei Stück. Das fehlt mir definitiv."
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UCI track Champions League: Promo of the 2024 season

Quelle: Eurosport


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