Olympia 2024 - Drei Dinge, die bei Deutschland gegen Griechenland im Viertelfinale auffielen: Es geht auch hässlich

Dank eines 76:63-Erfolgs über Griechenland steht die deutsche Basketballnationalmannschaft im Halbfinale der Olympischen Spiele in Paris und trifft dort entweder auf Gastgeber Frankreich oder Kanada. Für die erste Olympia-Halbfinalteilnahme in der Geschichte des deutschen Basketballs mussten Dennis Schröder und Co zunächst sich selbst herausfordern, wobei Erinnerungen an die WM 2023 wach werden.

Turnaround im Viertelfinale: DBB-Team macht Griechenland platt

Quelle: Eurosport

Dirk Nowitzki riss die Arme breit grinsend hoch und zeigte mit beiden Händen die Drei, als Dennis Schröder 110 Sekunden vor dem Schluss einen Dreier von ganz weit draußen zur 72:57-Führung einnetzte. Es war der Treffer, der die endgültige Entscheidung in einem umkämpften Spiel brachte. 
Die Zuschauer in der Bercy Arena zu Paris sahen einen deutschen Erfolg, der hart erarbeitet und sehr verdient war.
Den größten Herausforderer fand das DBB-Team an diesem Vormittag dabei nicht im Gegner, wobei Erinnerungen an Lettland wach wurden. Zudem kam Johannes Thiemann endlich richtig im Turnier an. 
Drei Dinge, die auffielen.

1.) Deutschland fordert sich selbst 

In der ersten Halbzeit kämpfte der Weltmeister in erster Linie mit sich selbst, was vor allem am ersten Viertel lag. Statt ihr Ding zu machen und ihr Spiel zu spielen, ließen sich die Deutschen das Spiel der Griechen aufdrängen: langsames Setplay, viel Eins-gegen-eins, kaum Fast Breaks und wenige Würfe von außen. Dies führte dazu, dass die Offense der Deutschen einfach nicht ins Laufen kam. 
Das DBB-Team sammelte zwar starke sechs Offensivrebounds ein, leistete sich jedoch eine unterirdische Dreierquote (1/8, 12,5 Prozent Trefferquote) und vier Ballverluste, weshalb sie diese sechs zweiten Wurfchancen nicht nutzen konnten. Die Folge war ein 11:21-Rückstand zum Ende des ersten Viertels. 
picture

Spektakulär: Schröder und Theis zaubern bei Alley Oop

Quelle: Eurosport

Griechenland offenbarte derweil, dass sie kein Top-Team sind: keine wirkliche Gefahr aus der Distanz und viel zu viel Fokus auf Giannis Antetokounmpo. Es dauerte jedoch, bis die Deutschen im zweiten Viertel endlich aufwachten und langsam zu ihrem Spiel fanden. Die Statistik zur Halbzeitpause unterstrich die Entwicklung: neun Assists und 20 Rebounds für Deutschland, nur 15 griechische Punkte im zweiten Viertel. 

2.) Big in Japan: JT übernimmt 

Dass die Deutschen nach dem schwachen Start das zweite (25:15), das dritte (23:16) und das vierte Viertel (17:11) für sich entschieden, lag auch an Johannes Thiemann. Der ehemalige Big Man von ALBA Berlin, der nun in Japan spielt, gab dem Weltmeister von der Bank kommend genau das, was er brauchte: positive Energie, spürbare Ruhe, jede Menge Disziplin und ein fast fehlerfreies Spiel. Dazu zog er immer wieder Fouls. Schlussendlich standen für den 30-Jährigen zehn Punkte, sechs Rebounds und ein Steal zu Buche.
picture

Johannes Thiemann.

Fotocredit: Getty Images

Natürlich avancierte Franz Wagner zum Topscorer (18 Punkte), natürlich führte Dennis Schröder wieder die Regie (13 Punkte, acht Assists), natürlich war auch Isaac Bonga in seiner Rolle von der Bank wieder stark (neun Punkte, sechs Rebounds) und natürlich war es ein Teamerfolg (18 Assists). Dennoch war es Thiemann, der in diesem Spiel durch seine Offense und Defense den Unterschied ausmachte.
Das DBB-Team, das nun in 13 Spielen in Folge bei großen Turnieren ungeschlagen ist, zeigt sich bereit für das Halbfinale der Olympischen Spiele von Paris und steht damit nur noch einen Sieg von einer historischen Medaille entfernt.
picture

Dennis Schröder schreit seine Freude heraus.

Fotocredit: Getty Images

3.) Ein Hauch von Lettland 

Irgendwo kam das Geschehen auf dem Parkett gegen Griechenland auch nicht überraschend, denn bereits bei der zurückliegenden Weltmeisterschaft mussten die Deutschen im Viertelfinale ordentlich für einen Sieg arbeiten. Gegen Lettland reichte es schlussendlich zu einem denkbar knappen 81:79-Erfolg, der lange Zeit auf der Kippe stand, weil die Deutschen ihren bis dahin guten Rhythmus aus dem Turnier einfach nie richtig fanden.
Anschließend übertrumpften die DBB-Jungs im Halbfinale das favorisierte Team der USA mit 113:111 und feierten nach dem Finalerfolg gegen Serbien (83:77) den WM-Titel. Ohne den Arbeitssieg über Lettland wäre es dazu nicht gekommen, da dieser Erfolg dem deutschen Team das entscheidende Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gegeben hatte - so schilderten es mehrere DBB-Jungs im Nachhinein an die Weltmeisterschaft. 
picture

Antetokounmpo mit Alley-Oop-Dunk gegen Deutschland

Quelle: Eurosport

Ganz ähnlich könnte es nun, nach dem Arbeitssieg gegen Griechenland und dem bevorstehenden Halbfinale, auch laufen. Das DBB-Team weiß, dass es wie vor einem Jahr gegen Lettland auch diesmal wieder eine Menge mit aus diesem schwierigen Viertelfinalsieg nehmen kann. 
Alle wissen, dass sie eben auch knappe Duelle, in denen es nicht rund läuft, gewinnen können, solange sie auf ihre Stärken vertrauen, ihr Spiel spielen und als Team zusammenbleiben. 
Dieser Sieg gegen Griechenland könnte wahrhaftig Gold wert sein. 
picture

Logo-Dreier! Schröder macht den Sack zu

Quelle: Eurosport


Die Olympischen Spiele 2024 in Paris live bei discovery+ | Hol dir ein Abo ab 3,99 Euro und verpasse keinen Moment aller Events der Sommerspiele in Paris. 
Direkt zu unserer Streaming-Plattform discovery+

picture

Turnaround im Viertelfinale: DBB-Team macht Griechenland platt

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung