Biathlon - Benedikt Doll nennt Fluorverbot als Grund für schnelles Material: "Jeder musste bei null anfangen"

Benedikt Doll sieht das Fluorverbot unter anderem als Grund für die schnellen Ski der deutschen Biathleten in diesem Winter. "Mit dem fluorfreien Wachs musste jeder bei null anfangen", erklärte der Skijäger im exklusiven Gespräch mit Eurosport. Das Technikteam habe zusammen mit der Forschungsabteilung im Sommer einen guten Job gemacht und sich systematisch an das Fluorverbot herangearbeitet.

Doll: "90 Prozent gute Vorbereitung, zehn Prozent Glück"

Quelle: Eurosport

"Wir Deutschen haben mit der Forschungsabteilung über den Sommer gut vorgearbeitet. Sie haben versucht, systematisch an die Thematik heranzugehen", sagte Doll.
Die deutschen Biathleten hätten in diesem Winter mit wenigen Ausnahmen sehr gutes Material unter den Füßen gehabt. Das sei in den letzten Jahren nicht immer so gewesen. "Die Norweger waren in den letzten Jahren allein durch das Skimaterial oft im Vorteil. Wir sind in diesem Jahr sehr gut dabei und deswegen mit den Norwegern im Nationen Cup auf Platz eins und zwei", resümierte der 33-Jährige zufrieden.
Das Fluorverbot hatte im Vorfeld des Winters für viel Diskussion und Angst um mögliche Disqualifikationen gesorgt. Die Internationale Biathlon Union arbeitete zusammen mit den Ski-Technikern der nationalen Verbände im Sommer an einem Testverfahren. "Die IBU hat da ein sehr gutes Konzept gefunden. Sie hat das Verbot ein paar Jahre nach hinten verschoben, als sie gemerkt haben, dass es noch nicht funktioniert. Dieses Jahr gab es sehr wenige Tests im orangenen Bereich."
Der Weltverband und das deutsche Serviceteam hätten hier einen sehr guten Job gemacht, lobte Doll im Exklusiv-Interview mit Eurosport. "Unser Serviceteam hat den Wachstruck eine Woche lang ausgebaut und gereinigt. Jeder hat versucht, das Risiko zu minimieren", so der Schwarzwälder.

Fluorfreies Wachs deckt schmäleren Bereich ab

Fünf Weltcupsiege und insgesamt 19 Podestplätze stehen nach sechs Weltcup-Stationen auf der Habenseite der deutschen Biathleten in dieser Saison. Doll feierte in Lenzerheide und in Oberhof zwei Sprinterfolge. Eine der vier leistungsentscheidenden Komponenten für den Erfolg sei auch das gute Material.
"Manchmal ist auch das nötige Quäntchen Glück bei der Wahl des richtigen Wachs nötig. Ich habe bei unserem Serviceteam herausgehört, dass es verschiedene Varianten gibt, die nur in schmaleren Bereichen schnell sind. Mit einem Fluorwachs konnte man früher einen größeren Bereich abdecken", erklärte Doll.
Nun sei 90 Prozent gute Vorbereitung und zehn Prozent gutes Händchen bei der Auswahl des Wachses gefragt, so der Sprint-Weltmeister von Hochfilzen weiter.
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Doll gesteht nach Sprint-Sieg: "War von Führung überrascht"

Quelle: Eurosport

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