Biathlon-WM: Laura Dahlmeier, Simon Schempp und Co. mit Chancen auf Medaille

Am Super-Wochenende gibt es bei der WM in Oslo gleich vier Entscheidungen. Bei den Frauen hoffen Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand auf Medaillen, bei den Männern vor allem Simon Schempp. Miriam Gössner bleibt hingegen nur die Zuschauerrolle, da sie für die anstehenden Sprintrennen nicht nominiert wurde.

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Laura Dahlmeier fühlt sich vor dem Super-Wochenende pudelwohl. "Oslo ist für mich ein besonderer Ort mit vielen positiven Emotionen", sagt die Überfliegerin der deutschen Biathletinnen. Am Holmenkollen lief sie vor drei Jahren im ersten Weltcuprennen ihrer Karriere auf Anhieb in die Top 10, am Samstag (14.30 Uhr live bei Eurosport1 und im Eurosport Player) soll es im WM-Sprint für das Podest reichen. Genau wie Simon Schempp bei den Männern gehört die 22-Jährige zu den großen Favoriten.
Über 7,5 km bei den Frauen sind neben Dahlmeier drei Stunden später außerdem die zweimalige Saisonsiegerin Franziska Hildebrand, Franziska Preuß und Vanessa Hinz dabei. Nicht nominiert wurden die zweimalige Staffel-Weltmeisterin Miriam Gössner und Maren Hammerschmidt. Bei den Männern muss Andreas Birnbacher zuschauen. Neben Schempp nominierte Herren-Bundestrainer Mark Kirchner außerdem Verfolgungs-Weltmeister Erik Lesser, Arnd Peiffer und Benedikt Doll für das Rennen über 10 km am Samstag.

Von Anfang an "Vollgas"

"Ich werde vom ersten Meter an Vollgas geben", sagte Dahlmeier, die den gewachsenen Druck auf ihren schmalen Schultern spürt vor den vier WM-Entscheidungen am Samstag und Sonntag. "Es gibt schon eine gewisse Erwartungshaltung im Umfeld, das hat sich über die Jahre jetzt ein bisschen verändert. Man möchte ein Wörtchen um die Medaillen mitreden."
Aus dem Nichts kam sie vor drei Jahren in die deutsche Mannschaft und überzeugte ohne Startschwierigkeiten. Die passionierte Bergsteigerin aus Partenkirchen erlebte einen steilen Aufstieg, gewann in dieser Saison vier Rennen und überzeugte durch ihre Treffsicherheit am Schießstand.
Mit zweitägiger Verspätung reiste die Staffel-Weltmeisterin aber erst am Mittwoch in Oslo an. Eine Magenverstimmung hatte sie ausgebremst. Wegen Infekten musste sie bereits vorher in der Saison pausieren. "Ich weiß deswegen nicht genau, wo ich jetzt stehe. Es stört mich schon, dass ich diese Saison so oft krank war. Das muss ich nächste Saison unbedingt verbessern", sagt Dahlmeier.

Von der Konkurrenz gefürchtet

Von der Konkurrenz wird die Bayerin trotzdem gefürchtet. Durch ihre Ausfälle ist sie zwar "nur" Achte im Gesamtweltcup, allerdings stürmte Dahlmeier in zwölf Rennen sechsmal auf das Podium. Das soll in den vier Einzelrennen in Oslo möglichst wieder gelingen. "Mir liegt die Strecke, mir gefällt es hier super, es macht einfach Spaß", sagte Dahlmeier: "Eine Einzelmedaille - das wäre die Krönung meiner Saison."
Dahlmeier wurde 2015 in Kontiolahti bereits Vizeweltmeisterin in der Verfolgung, am Sonntag könnte sie diesen Erfolg wiederholen. "Ich weiß, dass ich als Medaillenkandidatin gehandelt werde, ich selber fühle mich nicht unbedingt als große Favoritin", sagte Dahlmeier.
Auch Schempp hält den Ball nach Silber zum Auftakt mit der Mixedstaffel lieber flach - dabei scheint er als einziger Skijäger in der Lage zu sein, Dominator Martin Fourcade aus Frankreich zu bezwingen. "Wenn ich ohne Fehler am Schießstand durchkomme, ist das möglich", sagte Schempp vor dem Showdown mit dem Franzosen am Samstag (11.30 Uhr live bei Eurosport1 und im Eurosport Player) in Norwegen.

Gössner muss zuschauen

Die Medaille mit dem Team habe jedoch "ein bisschen Druck von der ganzen Mannschaft" genommen, sagte Schempp. Im Sprint haben die DSV-Skijäger nun viele Medaillenkandidaten im Rennen, auch Franziska Hildebrand gehört dazu. Die 28-Jährige aus Clausthal-Zellerfeld feierte bereits zwei Saisonsiege und sieht sich deswegen "vielleicht ein bisschen als Mitfavoritin, aber es gibt noch ein, zwei deutlich größere Favoriten".
Mit bescheidenen Zielen startet auch Erik Lesser, der am Sonntag als Titelverteidiger in die Verfolgung geht. "Ich bin dieses Jahr aufgeregter als die letzten Jahre. Meine Saison war nicht ganz so konstant, nicht ganz so toll. Ich baue mir selbst den Druck auf", sagte der 27-jährige Thüringer.
Miriam Gössner bleibt derweil nur die Zuschauerrolle. Die zweimalige Staffelweltmeisterin wurde nicht für die Einzelrennen nominiert und wird in Oslo nach jetzigem Stand gar nicht zum Einsatz kommen. "Es sind leider sechs starke Mädels hier, vier dürfen nur starten und zwei müssen zuschauen. Schade, dass ich eine davon bin", sagte die 25-Jährige aus Garmisch.
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