Das sagte Wladimir Dratschew, Präsident des russischen Biathlon-Verbandes (RBU), der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Kasperowitsch soll als persönlicher Trainer Loginows fungieren. Laut Dratschew hänge die Durchsuchung am Samstagmorgen damit zusammen, dass Trainer Kasperowitsch in Antholz "die Akkreditierung einer anderen Person benutzte".

Grund für die Operation sei eine mutmaßliche Straftat nach Paragraph 586 des Strafgesetzbuches. Dieser untersagt die Verwendung oder Verabreichung von Dopingmitteln. Die Razzia fand nur wenige Stunden vor dem WM-Staffelrennen statt, das Loginow als Schlussläufer des russischen Quartetts bestritt und auf Platz vier ins Ziel kam. Bei Loginows Auftritt gab es teilweise Pfiffe aus dem Publikum.

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"Sie haben mein Handy, meinen Laptop und persönliche Dinge von mir beschlagnahmt", sagte Loginow, der am vergangenen Samstag in Antholz überraschend Gold im Sprint gewonnen hatte und tags darauf Bronze in der Verfolgung holte, bei Match-TV. Der 28-Jährige war 2014 des Epo-Dopings überführt und für zwei Jahre gesperrt worden.

Loginow: "...als wären wir gefährliche Kriminelle"

Loginow erzählte weiter, er und sein Teamkollege Jewgeni Garanitschew seien "um sechs Uhr davon aufgewacht, dass sie versucht haben, die Tür aufzubrechen. Sie haben sofort unsere Waffen an sich genommen, als wären wir gefährliche Kriminelle." Die Ermittler hätten beide Sportler gebeten, "ruhig sitzen zu bleiben in unseren Unterhosen. Sie waren nur an meinen Sachen interessiert. Ich bat darum, einen Dolmetscher zu bekommen. Das macht mich sehr wütend."

Der Biathlon-Weltverband IBU teilte in einem Statement mit: "Die IBU und die Biathlon-Integritätseinheit sind sich der Maßnahmen der italienischen Behörden (und der ersten Reaktion der russischen Mannschaft) bewusst." Jedoch werde sie "keine weiteren Kommentare abgeben", solange die Untersuchungen laufen.

Schon seit seiner Sperre wird Loginow in der Szene kritisch beäugt. Es schwinge "natürlich ein gewisser Verdacht mit, weil der Kollege Loginow schon einmal wegen Epo-Missbrauchs gesperrt war", sagte Olympiasieger Arnd Peiffer nach dem Sprint: "Und jetzt ist er wieder auf einem Niveau wie zu den Zeiten, als er diesen Epo-Missbrauch durchgeführt hat. Da ist natürlich schon immer ein bisschen ein Geschmäckle dabei."

Andererseits müsse "man die Unschuldsvermutung walten lassen", ergänzte der Clausthal-Zellerfelder: "Das fällt nicht immer leicht." Schwedens Staffel-Olympiasieger Sebastian Samuelsson hatte Loginows Sieg gar als "Schande für den Sport" bezeichnet.

(SID)

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