Die historischen WM-Desaster in Sprint und Verfolgung? Abgehakt! Die schwer angeschlagenen Biathleten suchen im Klassiker über 20 km den Weg aus der Krise - und das ohne Erik Lesser. Der 32 Jahre alte Routinier wurde von Bundestrainer Mark Kirchner nicht für das Einzelrennen am Mittwoch (14:30 Uhr live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!) nominiert.
Es sei wichtiger, "dass er absolut hundertprozentig einsatzfähig und frisch für die Teamwettbewerbe ist", erklärte Kirchner. Die "grundsätzliche Tendenz" für eine Pause habe es schon vor der WM gegeben.
Gefordert sind nach dem unerwarteten Fehlstart nun Arnd Peiffer, Benedikt Doll, Johannes Kühn und Roman Rees. Der Druck ist groß. "Das muss man abschütteln. Wir haben schon noch was vor und wollen die WM nicht über uns ergehen lassen", sagte Sprint-Olympiasieger Peiffer.
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Doch trotz der herben Rückschläge war auch Kirchner nach einer Krisensitzung um Zuversicht bemüht. "Es geht von null los, da wollen wir beweisen, dass wir zu den besten Nationen gehören", betonte Kirchner. Gerade im Biathlon könne es sich "ganz schnell drehen".

DSV-Athleten am Schießstand nicht auf der Höhe

Das Selbstvertrauen ist jedoch angeknackst, nachdem Peiffer und Co. in den ersten beiden Einzelrennen das jeweils schlechteste WM-Ergebnis abgeliefert haben. Peiffer war auf den Rängen 36 und 20 jeweils der "beste" deutsche Athlet. Lesser hatte sich als 66. im Sprint erst gar nicht für den Verfolger qualifiziert.
Vor allem am Schießstand klappte bisher wenig bis gar nichts. Bereits 29 (!) Fehler erlaubten sich die DSV-Männer bei sechs Einlagen. "Bei 80 Prozent Trefferleistung kann man so schnell laufen wie man will, da werden nie Topergebnisse drin sein. Das ist der Punkt, an dem wir uns steigern müssen", unterstrich Peiffer. Man sei deshalb auch nicht "in bester Stimmung", ergänzte der 33-Jährige.
"Es fuchst einen. Es ist für die Psyche nicht einfach", räumte Benedikt Doll ein. Ihm fehle "die Sicherheit. Es geht schwierig von der Hand. Zaubern kann man nicht, man muss einfach den Rhythmus finden. Ich versuche es weiter."

Lesser bleibt nur Zuschauerrolle

Das ist das Motto der DSV-Männer vor dem Einzel am Mittwoch, der Staffel und dem Massenstart: Weiter, immer weiter! Zumal Peiffer mit einem Sieg sowie einem zweiten und dritten Platz in diesem Winter schon gezeigt hat, dass er mit den überragenden Norwegern, den Schweden und Franzosen mithalten kann.
Auch Lesser war zum Saisonstart in Kontiolahti im Einzel schon Dritter geworden. Dennoch bleibt ihm beim WM-Klassiker nur die Zuschauerrolle, was für den 32-Jährigen, der in seiner Karriere schon sieben WM- und drei Olympiamedaillen gewonnen hat, doppelt bitter ist: Er ist damit auch für den Massenstart am Sonntag raus. Dort sind nur die ersten 15 des Weltcup-Klassements und die 15 WM-Besten startberechtigt.
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(SID)

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