Biathlon-WM 2023 in Oberhof: Johannes Thingnes Bö peilt totale Dominanz an - Norwegen unantastbar

Die Biathlon-Weltmeisterschaften in Oberhof könnten zu norwegischen Festspielen werden. Insbesondere Johannes Thingnes Bö läuft in diesem Winter in einer eigenen Liga. Der 29-Jährige gilt beim Saison-Highlight als haushoher Favorit auf vier Goldmedaillen im Einzel. Sollten ihn seine überirdischen Kräfte jedoch verlassen, springen seine norwegischen Kollegen für ihn in die Bresche.

Johannes Thingnes Bö und co. dominieren zurzeit den Weltcup

Fotocredit: Getty Images

Feierlich überreichte Vetle Sjaastad Christiansen seinem Kumpel Johannes Thingnes Bö die überdimensionalen grünen Pranken des Comic-Ungeheuers Hulk. Selbst die Teamkollegen erkennen beim Dominator der Biathlon-Szene mittlerweile überirdische Züge.
"Johannes ist kein Mensch. Vielleicht kommt er vom Mars oder Jupiter", scherzte Christiansen jüngst, "er ist so verdammt schnell". Und genau deshalb könnte die WM in Oberhof für Bö zum totalen Triumph werden.
Alles andere als viermal Gold in vier Einzelrennen wäre eine Überraschung, zusammen mit den ebenfalls favorisierten Staffeln könnte der jüngere der Bö-Brüder gar nach sieben Titeln greifen. Elf Siege in 14 Rennen feierte der 29-Jährige in dieser Saison, zuletzt jubelte er gerne mit seinen neuen grünen Hulk-Handschuhen.
Und wenn er doch mal schwächelte, sprangen zumeist seine Teamkollegen in die Bresche. Einzig der Schwede Martin Ponsiluoma konnte zum Auftakt die Phalanx sprengen.
picture

Schnellfeuer in Perfektion: Bö und Jacquelin zaubern in Antholz

Quelle: Eurosport

Norweger streichen unglaubliche Ergebnisse ein

Alles deutet also auf norwegische Festspiele auf deutschem Boden hin. Mit Sturla Holm Lägreid und Christiansen stellen die Skandinavier nämlich auch den Gesamtweltcupzweiten und -dritten. Johannes Dale und Tarjei Bö sind ebenfalls immer für ein Ergebnis unter den Top drei gut. Gleich 30 Podestplätze gab es in 14 Einzel-Wettkämpfen, viermal besetzten die Schützlinge des französischen Trainers Siegfried Mazet alle Stufen des Stockerls.
"Die norwegischen Männer sind überstark", sagte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling im "SID"-Interview: "Bis auf Johannes Thingnes Bö sind sie an guten Tagen aber schon schlagbar."
picture

Norwegen dominiert Massenstart in Ruhpolding - Johannes Thignes Bö feiert nächsten Sieg

Fotocredit: Getty Images

Die läuferische Performance mache "den Unterschied zu anderen Nationen", ergänzte Olympiasieger und "ARD"-Experte Arnd Peiffer: "Es ist sehr schwer, sie zu schlagen. Sie pushen sich gegenseitig, das Niveau ist so hoch. Deshalb ist das Gesamtteam so stark."
Einzig bei den Frauen haben die Norweger nach dem Saison-Aus von Tiril Eckhoff ein paar Probleme, Gesamtweltcupsiegerin Marte Olsbu Röiseland scheint allerdings nach ihren gesundheitlichen Beschwerden gerade rechtzeitig zur WM doch noch in Topform zu kommen. In der befindet sich "Biathlon-Naturtalent" (Lägreid) Bö ohnehin bereits seit Ende November.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

"Vielleicht haben die anderen nach den Olympischen Spielen zu lange geschlafen", erklärte Bö mit schelmischem Grinsen seine Dominanz. Die Konkurrenz halte seinen Bruder "für unschlagbar", betonte Tarjei: "Das ist ein Zug, der schwer zu bremsen ist." Der Dominator sei "läuferisch eine ganz andere Nummer" als der Rest des Feldes, lobte Benedikt Doll: "Das ist beeindruckend."
Und doch sei Aufgeben keine Option. "Wir werden uns weiter bemühen, ihn einmal da oben runterzuhauen", sagte Deutschlands Top-Skijäger.
"Irgendwann", so Bitterling, "endet jede Serie, und auch er ist keine Maschine. Dann müssen wir da sein." Doch die Hoffnung darauf hält sich in Grenzen. Vermutlich werden die Hulk-Handschuhe im Thüringer Wald häufig zu sehen sein.
(SID)
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung