Biathlon-WM 2025 - Johanna Puff "zwiegespalten" nach Debüt in Lenzerheide: Zwischen Schießhimmel und Laufhölle

Johanna Puff hat mit Platz 22 im Einzelrennen ein starkes WM-Debüt in Lenzerheide gefeiert, sich durch eine schwache Laufleistung aber um ein noch besseres Resultat gebracht. Während die 22-jährige Deutsche mit 20 Treffern am Schießstand brillierte, fiel sie in der Loipe deutlich ab. Eurosport-Experte Michael Rösch hat dennoch nur lobende Worte für die amtierende Europameisterin parat.

"Zwiegespalten": Puff ordnet ihr WM-Debüt ein

Quelle: Eurosport

Platz 22, vier Mal fehlerlos am Schießstand: Johanna Puff hat bei ihrem WM-Debüt in Lenzerheide direkt gezeigt, was in ihr steckt.
Erst am Sonntag hatte sie von den Coaches erfahren, dass sie statt der erfahreneren Sophia Schneider für den DSV auf die Strecke gehen wird - und sie enttäuschte nicht.
Nur Verfolgungsweltmeisterin Franziska Preuß (Platz 10) platzierte sich aus deutscher Sicht vor der Rosenheimerin, die Ende Januar den EM-Titel im Einzel gewonnen hatte und aufgrund der Erkrankung von Vanessa Voigt in den WM-Kader gerückt war.
  • Zum Rennbericht: Simon stürmt zu Einzel-Gold - Preuß versagen die Nerven
Gänzlich zufrieden war Puff aber nicht, was vor allem an ihrer Laufleistung lag. Ihre Gefühle seien "zwiegespalten", verriet sie im Eurosport-Interview: "Mit dem Schießen bin ich sehr zufrieden. Aber in der Höhe, auf dieser Runde, da braucht man Kraft."
picture

Simon trotz Fehler mit Gold im Einzel - Preuß schießt sich raus

Quelle: Eurosport

Puff bringt sich in der Loipe um Top-Ergebnis

Die hatte Puff am Dienstag in der Loipe nicht. Nur Platz 74 im Laufranking kostete eine noch bessere Platzierung. Die Bayerin war insgesamt 4:26 Minuten langsamer als die Laufbeste Justine Braisaz-Bouchet.
  • Die Biathlon-WM 2025 in Lenzerheide live und auf Abruf bei discovery+
Während die beiden weiteren deutsche Starterinnen, Julia Tannheimer und Selina Grotian, in der Loipe überzeugten, aber am Schießstand schwächelten, habe "Johanna ein bisschen gebremst", analysierte Frauen-Cheftrainer Kristian Mehringer im "ZDF". Sie habe "ein bisschen zu viel Respekt vor der Runde gehabt. Das Schießen war perfekt, aber auf der Strecke muss sie mehr Selbstvertrauen haben."
Für Eurosport-Experte Michael Rösch kamen Puffs läuferische Defizite wenig überraschend.

Rösch lobt Puff: "Ein super Rennen"

"Puff war eigentlich gut vorbereitet, aber sie war nach Kontiolahti krank, lag zuhause mit Fieber. Da fehlen ihr zwei, fast drei Wochen im Training und es ist verdammt schwer, noch einmal Form aufzubauen", erklärte der 41-jährige Ex-Profi: "Dann ist man hier natürlich in der Höhe, auf 1400 Metern, was unheimlich schwer ist. Außerdem ist die Strecke unheimlich fordernd. Das muss man ihr einfach nachsehen, dass das Läuferische nicht so funktioniert hat."
Ihre Leistung am Schießstand sei dagegen "der Wahnsinn" gewesen: "Ein super Rennen. Sie hat das Beste draus gemacht."
Und auch Puff selbst, die zugab, im Laufe des Tages sehr nervös gewesen zu sein, zog ein zufriedenes Schlussfazit: "Ich habe mich einfach drauf gefreut, es ist ein Kindheitstraum, der in Erfüllung geht."
picture

Rösch nach Damen-Einzel: "Biathlon ist so brutal"

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung