Biathlon-WM 2025: Norweger um Johannes Thingnes Bö greifen im Einzel "ins Klo" - Michael Rösch analysiert Einzel

Während Éric Perrot sich nach seinem Sieg im Einzel der Herren bei der Biathlon-WM 2025 in Lenzerheide den Schädel rasieren ließ, war bei den Norwegern Trübsal blasen angesagt: Keiner der sechs Starter schaffte es in die Top Acht. Außer Johannes Thingnes Bö, der dafür am Schießstand versagte, liefen alle Norweger in der Loipe hinterher. Grob verwachst, meint Eurosport-Experte Michael Rösch.

Biathlon - 20k Individual - Lenzerheide - Interview - Johannes Boe - ENG

Quelle: Eurosport

"Es war schrecklich, komplett schrecklich", befand Endre Strömsheim nach dem WM-Einzel der Herren in Lenzerheide bei Eurosport. Wenn das der bestplatzierte Norweger (9.) sagt, kann man sich in etwa vorstellen, wie bescheiden der Nachmittag für die Biathlon-Vorzeigenation gelaufen war.
Es lief nämlich: nichts. Neben Strömsheim (eine Strafrunde/+ 3:08 Minuten) schaffte es nur Tarjei Bö (2/+ 3:18) als Zehnter in die Top Ten.
Sturla Holm Lägreid als 15. (2/+ 3:50), Johannes Thingnes Bö als 20. (5/+ 4:20), Martin Uldal als 43. (5/+ 6:08) und Vebjörn Sörum als 45. (5/+ 6:24) sorgten für eine Bilanz des Grauens aus Sicht des norwegischen Teams.
Der Schuldige war schnell ausgemacht: die Ski. "Es war so langsam, vom Start weg. Wir hatten heute leider einige Probleme", fuhr Strömsheim fort.
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Rösch zum WM-Einzel der Herren: "Norweger haben im Kollektiv versagt"

Quelle: Eurosport

Bö kritisiert Material der Norweger

"Die Ski waren nicht die besten", sagte auch Rekordweltmeister Johannes Thingnes Bö - was vor allem auf den langen Einzel-Runden fatal ist.
"Wenn das Material nicht so gut ist, musst du mehr Energie auf der Strecke aufbringen. Das bringst du dann an den Schießstand mit. Das kann den Unterschied machen zwischen vier oder fünf Treffern", rechnete der 31-Jährige nach seinem letzten WM-Einzel-Start vor.
Insgesamt sei es "nicht die beste Performance unseres Teams" gewesen, meinte der Biathlon-Dominator fast schon euphemistisch. Um dann doch noch Klartext zu reden: "Das ist weit weg von dem, was wir uns vorgenommen haben."
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Biathlon - 20k Individual - Lenzerheide - Interview - Endre Strømsheim

Quelle: Eurosport

Rösch: "Griff ins Klo"

So sah es auch Experte Michael Rösch. "Die Norweger haben im Kollektiv versagt", meinte der Staffel-Olympiasieger von 2006 im Gespräch mit Eurosport: "Das war der berühmte Griff ins Klo heute."
In Lenzerheide sei es allerdings nicht leicht, die richtige Materialabstimmung zu finden. Die Loipe ist anspruchsvoll, dazu wechseln sich extrem sonnige und schattige Passagen ab. Die Mischung aus "drei, vier Schneearten" (Rösch) mache es für die Wachser nicht unbedingt leichter.
"Vielleicht wollten sie was ganz Besonderes machen und haben sich dabei vergriffen. Der letzte Feinschliff hat nicht funktioniert. Das potenziert sich im Einzel natürlich. So hatte keiner der Norweger eine Chance", so Rösch.
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Quelle: Eurosport

Lägreid ein Verlierer der WM

Nach außen hin wollten die Norweger zumindest nicht groß lamentieren.
"Wir hatten zwei Typen von Schnee, weil es an manchen Stellen wegen der Sonne sehr feucht ist und an anderen im Schatten eher trocken. Das macht es schwer", sagte Strömsheim diplomatisch und erklärte: "Wir haben tolle Wachser. An manchen Tagen haben wir die besten Skier, an manchen Tagen ist es eben nicht perfekt."
Sturla Holm Lägreid, als Weltcupgesamtführender mit großen Ambitionen in die Schweiz gereist, steht nach der Mixed-Staffel und drei Einzelwettbewerben immer noch ohne Medaille da und ist damit laut Rösch "ein Verlierer dieser WM".
Rösch weiter: "Das ist eine harte Nuss, das muss er erstmal verdauen. Läuferisch passt es bei ihm nicht und am Schießstand geht das Selbstverständnis flöten. Da sieht man auch mal: Das Gelbe Trikot muss nicht immer beflügeln, sondern kann auch mal ein kleiner Fluch sein."

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"Aus, vorbei!" Schieß-Debakel für Bö im Einzel

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