Deutsche Biathletin Johanna Puff dachte nach Zusammenbruch und Herzmuskelentzündung an Karriereende: "Ich würde lügen"

Die vergangene Biathlon-Saison wurde für Johanna Puff zur bislang größten Herausforderung ihrer noch jungen Karriere. Die Deutsche musste die Saison 2025/26 nach einer Herzmuskelentzündung vorzeitig beenden und dachte zwischenzeitlich sogar daran, den Leistungssport ganz aufzugeben. "Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nicht darüber nachgedacht habe, meine Karriere zu beenden", sagte Puff.

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Quelle: Eurosport

Der Schockmoment ereignete sich Anfang Dezember beim IBU-Cup in Obertilliach. Im Verfolgungsrennen brach Puff während des Wettkampfs zusammen und musste anschließend medizinisch versorgt werden. Nach weiteren Untersuchungen wurde eine Myokarditis, also eine Herzmuskelentzündung, diagnostiziert.
Rückblickend sieht Puff den Zusammenbruch als Folge einer langen Leidenszeit. Bereits im Höhentrainingslager im Sommer hatte sie mit Problemen zu kämpfen.
"Ich hatte kaum Energie und konnte schlecht schlafen", erinnerte sich die Bayerin im Gespräch mit "xc-ski.de". Hinzu kamen ein Fahrradunfall mit anschließender Operation sowie mehrere Erkältungen, die sie immer wieder zurückwarfen.
Beim Wettkampf in Obertilliach spitzte sich die Situation schließlich zu. "Es war das dritte Rennen an diesem Wochenende, und ich hatte bereits in den ersten beiden kaum Energie", berichtete Puff.

Puff: "Wie jemals wieder Leistungssport?"

Während der Verfolgung seien die Beschwerden dramatisch geworden: "Ich hatte starken Druck auf der Brust, bekam kaum Luft und erlitt zwei Panikattacken."
Besonders belastend sei zunächst die Ungewissheit gewesen. Die Ursache für die Beschwerden blieb zunächst unklar. "Die Diagnose war letztlich eine Erleichterung, auch wenn sie bedeutete, dass die Saison für mich beendet war", berichtete Puff.
Nach mehreren Wochen kompletter Pause begann die deutsche Nachwuchshoffnung im Februar mit dem vorsichtigen Wiedereinstieg ins Training. Die Rückkehr fiel ihr schwer. "Da habe ich mich zwischenzeitlich schon gefragt: Wie soll ich es jemals wieder in den Leistungssport schaffen?", sagte die 23-Jährige über ihre ersten Laufeinheiten nach der Erkrankung.
Inzwischen blickt Puff jedoch wieder optimistisch nach vorne. Die mehrfache Junioren-Weltmeisterin und frühere Nachwuchshoffnung des Deutschen Skiverbandes möchte wieder auf internationaler Bühne angreifen, setzt sich dabei aber bewusst nicht unter Druck.
"Natürlich möchte ich wieder internationale Rennen bestreiten, aber ich setze mich nicht unter Druck", betonte Puff. Vorrang habe für sie, wieder volles Vertrauen in ihren Körper zu gewinnen. "Ich darf keine Angst davor haben, intensiv zu trainieren – sonst könnte ich gleich aufgeben."
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Quelle: Eurosport


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