Dorothea Wierer spricht über Rücktritt, Heim-Olympia und ihre letzten Karrierejahre: "Man war in einem Hamsterrad"
VonNiklas Bien
Publiziert 07/04/2026 um 10:40 GMT+2 Uhr
Dorothea Wierer hat ihre aktive Biathlon-Karriere nach den Olympischen Spielen in ihrer Heimat beendet - und das nach einem richtig guten letzten Jahr. Dabei wäre der Italienerin vor der Saison beinahe die Motivation ausgegangen. "Ich hätte nie gedacht, dass ich wirklich bis Olympia komme", sagte Wierer. Im Podcast "Extrarunde" hat sich die 36-Jährige ausführlich zu ihrem Rücktritt geäußert.
Emotionaler Abschied: Wierer nach letztem Weltcup geehrt
Quelle: Eurosport
Dorothea Wierer hat in ihrer Karriere beinahe alles gewonnen: drei WM-Titel im Einzel, insgesamt 17 Weltcupsiege und zweimal den Gesamtweltcup.
Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, hatte Wierer enorm mit Druck zu kämpfen und sich schon früh mit einem Rücktritt beschäftigt, wie sie nun im Podcast "Extrarunde" zugab.
"Im Nachhinein bin ich froh, dass ich trotzdem weitergemacht habe und einen so schönen Abschluss hatte. Wenn ich 2024 aufgehört hätte, dann hätte ich nicht mit einem so guten Gefühl aufgehört. Vielleicht hätte mir der Biathlon nicht mehr so gut gefallen, wie er mir jetzt immer noch gefällt", sagte die Italienerin.
Die Olympischen Spiele im eigenen Land wurden für Wierer zum perfekten Abschluss.
Wierer siegt trotz Zweifeln
Auch, weil sie sich in ihrer letzten Saison noch einmal richtig in Form brachte. In Östersund gewann sie trotz vorheriger Zweifel zum Auftakt direkt den Einzel.
"Ich lag auf dem Sofa und dachte, ich schaffe das nicht, ich habe keine Energie mehr. Und dann ging es trotzdem irgendwie, manchmal überrascht man sich selbst", sagte Wierer über ihren überraschenden Erfolg zum Saisonstart.
"Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe. Die letzten Jahre waren so anstrengend. Man hatte nie wirklich Zeit nachzudenken, man war in so einem Hamsterrad und es ging immer weiter mit Terminen und Training. Auf einmal waren die Jahre rum", resümierte die 36-Jährige.
Ihren Plan, die Karriere definitiv nach Olympia zu beenden, hielt Wierer strikt ein - obwohl sie durchaus noch realistische Chancen auf die kleine Kristallkugel im Einzel hatte.
Olympia als krönender Abschluss
Die Rennen in Kontiolahti, Otepää oder Oslo ließ die Italienerin verstreichen - genau wie die Möglichkeit auf eine zusätzliche Prämie von 35.000 Euro. "Ehrlich gesagt bin ich zufrieden mit dem, was ich verdiene", sagte Wierer.
Bei den Olympischen Spielen räumte die zweimalige Gesamtweltcup-Siegerin Silber mit der Mixed-Staffel ab und legte mit den fünften Plätzen im Einzel und im Massenstart zwei gute Auftritte hin.
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Großer Abschied in Antholz: Ehrenrunde für Preuß und Wierer
Quelle: Eurosport
Die letzten Rennen mit Familie und Freunden erleben zu können, sei für das Gesamtpaket letztlich entscheidend gewesen.
Und auch über die Möglichkeit, sich gemeinsam mit Franziska Preuß zu verabschieden, freute sich Wierer: "Das war so cool. Ich denke gar nicht an die Resultate und Medaillen, sondern mehr an die Momente mit den Fans. So viele Techniker von anderen Nationen haben mich angefeuert, so etwas war viel mehr wert als ein Ergebnis."
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