Norwegens Erfolgstrainer Siegfried Mazet wechselt zurück nach Frankreich - Michael Rösch: "Der Guardiola des Biathlon"
VonJan Zesewitz
Publiziert 03/04/2026 um 19:30 GMT+2 Uhr
"Ich kehre zurück", sagte Siegfried Mazet und sorgte damit für eine große Überraschung im Biathlonsport. Der langjährige Schießtrainer der norwegischen Männer geht wieder in seine Heimat Frankreich zurück, auch wenn seine genaue Position noch nicht feststeht. Experte Michael Rösch erklärt bei Eurosport die Methoden des 48-Jährigen und was den Norwegern künftig fehlen wird.
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Quelle: Eurosport
"Er ist so etwas wie der Pep Guardiola im Biathlon - optisch, aber auch von seinem Auftreten her", sagte Rösch: "Ich liebe es, ihn beim Anschießen zu beobachten, wie er mit den Sportlern kommuniziert und auch mit Gesten und Mimik arbeitet."
Schon von 2008 bis 2016 war Mazet der Schießtrainer der französischen Nationalmannschaft, im Anschluss wechselte er nach Norwegen. Zu seinen ehemaligen Schützlingen zählten die Gesamtweltcup-Sieger Martin Fourcade (Frankreich) und Johannes Thingnes Bö (Norwegen).
Rösch ist vom Franzosen als Trainer-Persönlichkeit regelrecht begeistert: "Er ist eine krasse Respektsperson, aber er besitzt auch Fachwissen. Die Art und Weise, wie er sein Training rüberbringt, ist beeindruckend. Die Ergebnisse der letzten Jahre sprechen für sich."
Unter seiner Führung gewann Fourcade siebenmal in Folge den Gesamtweltcup (2010/11 bis 2017/18). Mazets Wechsel nach Norwegen kam 2016 überraschend, Fourcade bezeichnete ihn später sogar als "Verrat". Zwei Jahre nach Mazets Amtsantritt in Skandinavien löste Bö dann den Franzosen als dominierenden Biathleten im Weltcup ab, gewann seinerseits fünfmal den Gesamtweltcup.
Fillon Maillet freut sich über Ankunft Mazets
"Er versteht es, Sportler zu lesen", erklärte Rösch: "Ich erinnere mich an ein Jahr mit Johannes Thingnes Bö, als er versucht hat, ihn ein wenig zu schleifen. Das ging in die Hose, weil Bö viele Freiheiten braucht. Dann haben sie ein paar Monate gar nichts voneinander gehört und das funktionierte, weil einfach ein tiefes Vertrauensverhältnis da ist. Das muss ein Trainer erkennen in einem großen Team: Wer braucht was? Fachlich, aber eben auch menschlich. Wo er hingeht, verbessern sich nicht nur einzelne Sportler, sondern das ganze Team."
In Norwegen hat das sehr gut funktioniert, in Frankreich schließt sich Mazet nun der zweiten dominanten Nation im Biathlon an.
In welcher Rolle er künftig in Frankreich arbeitet, steht noch nicht fest, der 48-Jährige sagte nur man sei sich "grundsätzlich einig" über eine Zusammenarbeit. Männer-Cheftrainer Simon Fourcade will sein Engagement fortsetzen.
Der Franzose Quentin Fillon Maillet zeigte sich schon begeistert von dem Transfer-Coup: "Ich möchte bei null anfangen und etwas Solides von Grund auf aufbauen. Wir werden nicht alles zerstören, aber wir müssen vorankommen und Lösungen finden", sagte der Gesamtweltcupsieger von 2021/22 mit Blick auf seinen Ansatz am Schießstand.
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Quelle: Eurosport
Rösch: "In Norwegen wird man ihn vermissen"
Experte Rösch vermutet allerdings eher an eine Anstellung beim französischen Frauen-Team.
"Es sieht so aus, als würde er in Frankreich jetzt bei den Damen eingesetzt werden, das ist für ihn noch einmal etwas völlig Neues – und da gibt es ja durchaus ein paar Baustellen", sagte der Olympiasieger von Turin mit Blick auf die Kreditkartenaffäre um Julia Simon und Justine Braisaz-Bouchet, durch die das Team einige Zeit geprägt wurde.
Mit Lou Jeanmonnot könnte Mazet künftig die aktuelle Gesamtweltcup-Siegerin zu seinen Athletinnen zählen.
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