DSV-Nachwuchstrainer Mark Kirchner schlägt Alarm: "Rennen sehenden Auges ins Verderben"

Der langjährige Bundestrainer Mark Kirchner hat im Hinblick auf die Entwicklung der Nachwuchsförderung des Biathlon-Sports in Deutschland Alarm geschlagen. "Wir rennen sehenden Auges ins Verderben, im politischen, wissenschaftlichen und sportlichen Bereich", sagte der 53-Jährige, der nun als übergreifender DSV-Nachwuchstrainer arbeitet, bei einem Besuch des Landesleistungszentrums am Großen Arber.

Mark Kirchner

Fotocredit: Getty Images

"In Asien oder Amerika wird das befeuert. Die trimmen und drillen. Wir verschwenden Zeit mit sinnlosen Nebensächlichkeiten anstatt uns mit ernsten Themen auseinanderzusetzen", sagte Kirchner weiter. Welche Nebensächlichkeiten er genau meinte, erläuterte der 53-Jährige nicht näher.
Der langjährige Männer-Bundestrainer hatte im Anschluss an das letzte Rennen der abgelaufenen Biathlon-Saison im März diesen Jahres überraschend seinen Rücktritt verkündet. Während die bisherigen Co-Trainer Uros Velepec und der ehemalige Ski-Langläufer Jens Filbrich die Nachfolge des dreimaligen Olympiasiegers antreten, arbeitet Kirchner fortan als übergreifender DSV-Nachwuchstrainer.
"Ich hatte jetzt Lust drauf, mitzuhelfen und auf eine neue Aufgabe. Ich gehe das gerne an. Man muss nun im Biathlon-Jugendbereich gewisse Dinge eruieren, um auf zählbare Ergebnisse zu kommen", erklärte Kirchner seinen nächsten Karriereschritt.
Gemeinsam mit Andy Stitzl, Engelbert Sklorz und Mark Hofmann gilt es für ihn nun, die Nachwuchsförderung im Biathlon-Sport hierzulande anzukurbeln und die Stars von morgen zu finden.

Kirchner: "Braucht Bereitschaft, keine Narzissten"

Dies ist auch notwendig: Immerhin hat mit Denise Herrmann-Wick, die für die einzigen beiden Einzelmedaillen (plus eine in der Staffel) bei der Heim-WM im Februar in Ruhpolding verantwortlich war, das Zugpferd des DSV, ihre Karriere beendet.
"Diese Neustrukturierung war notwendig. Es gibt so viele vielschichtige Aufgaben, die kann einer allein kaum meistern", sagte Kirchner.
Er betonte: "Es braucht die Bereitschaft zu Leistung und keine Erziehung zu Narzissten. Kinder wollen sich messen. Es ist ihr ureigenster Impuls. Wenn sie ein Zielbanner sehen, laufen sie sofort los und jeder will der Erste sein."
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Quelle: Eurosport

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