Biathlon: Elvira Öberg kritisiert neue Start-Regel im Weltcup - fehlende Aufwärm-Möglichkeiten im Fokus der Kritik

Ab der kommenden Saison wird sich im Biathlon-Weltcup einiges ändern - zumindest organisatorisch. Die Top-Athleten starten wegen einer neuen Regelung erst in der dritten Gruppe. Das soll für mehr Spannung sorgen, bringt aber vor allem die Top-Starter auf die Palme. Nun hat sich auch die Schwedin Elvira Öberg geäußert und etwas angesprochen, das in der bisherigen Debatte etwas untergegangen ist.

Elvira Öberg hat Bedenken an der neuen Start-Regel im Weltcup geäußert.

Fotocredit: Getty Images

Seit die International Biathlon Union (IBU) die neue Startreihenfolge als beschlossen verkündet hat, ist der Aufschrei groß. Die Weltcup-Besten verlieren die Möglichkeit, ihren Startzeitpunkt frei zu wählen und den Bedingungen anzupassen, ein wesentliches taktisches Mittel wird damit außer Kraft gesetzt.
Gerade für die TV-Zuschauer soll das Rennen so allerdings spannender werden. Da die Favoriten bisher fast immer früh gestartet sind, war der Spannungsbogen häufig vorzeitig am Boden. Das wird es mit der neuen Regelung nicht mehr geben. Diese wird zunächst an den vier Weltcupwochen im November und Dezember getestet, nach anschließender Auswertung der Ergebnisse soll über eine Fortsetzung entschieden werden.
Die Gefahr schlechter (Loipen)-Bedingungen für die Top-Biathleten steht meist im Fokus der Kritik, Elvira Öberg hat aber noch einen anderen Punkt ins Auge gefasst.
"Man kann nichts daran ändern, wenn sich die Bedingungen verschlechtern, aber es geht hier ums Aufwärmen", sagte Öberg der schwedischen Zeitung "Expressen".

Richtiges Aufwärmen kaum möglich

"Das Risiko ist, dass ich mit der Startnummer 75 in Nove Mesto stehe, wo es keine Aufwärmstrecke gibt. Wie soll ich mich da aufwärmen? Da gibt es keinen Schnee, auf dem man sich aufwärmen kann, weil wir das auf der Strecke machen, auf der das Rennen gelaufen wird", führte die Staffel-Olympiasiegerin von 2022 aus.
Als Alternativen blieben Joggen und das Fahrrad. "Auf einem Rad zu sitzen, ist als Warm-up aber nicht zu bevorzugen", betonte Öberg.
Die neue Regel an sich stört die Schwedin, aber auch deren Entstehung ist für Öberg nicht nachvollziehbar: "Wie der Prozess abgelaufen ist, ist sehr traurig. Die IBU glaubt, es war ein langer und guter Prozess. Ihrer Meinung nach ist alles richtig gelaufen", sagte die 25-Jährige.

Hintertürchen sorgt nicht für Ruhe

Dass die Regel-Urheber ein Schlupfloch einbauten, das es dem Verband ermöglicht, die Startregelung je nach Bedingungen für einzelne Rennen zu ändern, besänftigt die Aktiven um den schwedischen Athletensprecher Sebastian Samuelsson indes nur kaum.
"Ich würde behaupten, dass es jeden zweiten Wettkampf betreffen könnte. Und ein System, das nur in der Hälfte aller Fälle funktioniert, ist ein schlechtes System. Aber die IBU sieht das anders", sagte Samuelsson.
Fest steht: Die Regeländerung ist das bestimmende Thema vor der kommenden Weltcupsaison.
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Quelle: Eurosport


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