Junioren-WM: Estere Volfa schreibt mit Gold Biathlon-Geschichte - Lettland feiert dank seines neuen Supertalents
Publiziert 06/03/2026 um 17:41 GMT+1 Uhr
Die Jugend-Junioren-WM 2026 im Biathlon am Arber erzählt so manches Märchen - und Lettland ist mittendrin. Die baltische Nation bejubelt im Hohenzollern Skistadion seine ersten Medaillen in der Geschichte des Wettbewerbs. Ins Rampenlicht drängte sich dabei auch Estere Volfa, die sich am Mittwoch zur Sprintweltmeisterin krönte. Hinter der 20-Jährigen liegt bereits eine spannende Entwicklung.
Sprint-Weltmeisterin: Volfa schreibt Geschichte für Lettland
Quelle: Eurosport
Ein Blick auf den Medaillenspiegel bei den Jugend-Junioren-Weltmeisterschaften am Arber im Bayerischen Wald birgt eine große Überraschung. Nach elf von 18 Wettkämpfen grüßt Lettland von Platz zwei des Rankings, zwei Gold-, zwei Silber- sowie eine Bronzemedaille wurden bereits geholt.
Für das baltische Land alles andere als Alltag: Bei einer Junioren-WM eroberte zuvor noch kein Athlet Edelmetall, in der Weltcup-Geschichte kommt Lettland auf insgesamt zwölf Podestplätze (ein Sieg).
Am Arber präsentiert sich nun die Zukunft der Sportart, in welcher fortan auch die Letten für mehr Akzente sorgen dürften - großen Anteil an dieser Vision hat Estere Volfa.
Im Sprint am Mittwoch krönte sich die 20-Jährige überlegen zur Weltmeisterin, zwei Tage zuvor bejubelte sie schon in der Mixed-Staffel den Titel. Am Freitag folgte schließlich Silber im Massenstart. Ihr Weg zum Biathlon war aber nicht zwingend vorgezeichnet.
Am Anfang war die Angst vor dem Schuss
Volfa stammt aus einer sportlichen Familie. Schon die Großeltern betrieben Skilanglauf, beide Eltern waren Biathleten - und Mutter Ieva Cederstrema war sogar eine professionelle Skijägerin, die bei den Winterspielen 1994 und 1998 am Start war.
"Bereits als Kind stand ich auf Skiern und begann früh mit dem Schießen", wurde die aufstrebende Athletin in einem Portrait ihrer Universität, an der sie Betriebswirtschaftslehre studiert, zitiert. "Am Anfang mochte ich das aber gar nicht, ich hatte Angst vor dem Schuss. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und heute ist es meiner liebsten Beschäftigungen."
Die Entscheidung zwischen Langlauf und Biathlon fiel ihr besonders schwer, wodurch sie jahrelang zweigleisig fuhr. Und das mit Erfolg.
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Estere Volfa bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking
Fotocredit: Getty Images
Im Alter von 15 Jahren nahm Volfa an der Nordischen Ski-WM 2021 in Oberstdorf teil und landete im Sprint klassisch auf Rang 82. Ein Jahr später flog sie zu den Olympischen Spielen in Peking und trat dort im Sprint im freien Stil (80.), über zehn Kilometer klassisch (83.) sowie im Team-Sprint (21.) an.
"Noch heute fällt es mir schwer zu glauben, dass ich das in so jungen Jahren erreicht habe", meinte Volfa. "Gerade diese Wettkämpfe ließen mich erkennen, dass ich auf dem gleichen Niveau sein möchte wie die anderen. Das gab mir enorme Motivation."
Ihre Wahl fiel schließlich auf Biathlon. Die Vielseitigkeit der Sportart hat es dem Talent angetan - und wie die Junioren-WM 2026 zeigt, kann sie dort mit ihren Eigenschaften besonders glänzen.
Volfa in der Loipe (fast) unschlagbar
So distanzierte Volfa im Sprint über 7,5 Kilometer ihre Konkurrenz um satte 53,9 Sekunden. Im Biathlon ist das eine andere Dimension. Grund dafür war ihre fabelhafte Leistung in der Loipe, allein auf der Schlussrunde knöpfte sie ihren Gegnerinnen über 20 Sekunden ab.
Dazu kommt, dass die Lettin auch am Schießstand die Ruhe selbst ist und somit genau jene Kombination mitbringt, die ein vielversprechendes Fundament für die Zukunft bildet.
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Estere Volfa zählt zu den größten Talenten im Biathlon
Fotocredit: Getty Images
Immerhin sind die Junioren-Weltmeisterschaften seit jeher ein Indiz für angehende Star-Biathletinnen: So holten vor Volfa bereits große Namen wie Magdalena Neuner, Laura Dahlmeier, Dorothea Wierer, Hanna Öberg oder auch Andrea Henkel Gold in dieser Altersklasse.
Für Höhepunkte sorgte Volfa übrigens schon in den Wochen zuvor. Beim IBU Junior Cup im lettischen Madona - also vor heimischem Publikum - triumphierte sie sowohl im Sprint als auch im Massenstart und feierte somit die Premierensiege ihres Landes auf diesem Niveau.
Auf den größten Biathlon-Bühnen wusste Volfa aber ebenso zu überzeugen - inklusive Seitenhieb gegen ihre Mutter.
Volfa: "Tut mir leid, Mama"
Mit 20 Jahren feierte sie im Januar 2025 ihr Debüt im Weltcup, in Oberhof reichte es im Sprint zu Rang 76. Rund einen Monat später gab es die WM-Premiere in Lenzerheide, beim darauffolgenden Weltcup in Nove Mesto lief Volfa im Sprint (36.) und in der Verfolgung (34.) erstmals in die Punkte.
Beim Auftakt in die laufende Saison fuhr sie in Östersund die bislang besten Ergebnisse ihrer noch jungen Karriere ein: Platz 28 im Einzel sowie Rang 23 in der Verfolgung können sich allemal sehen lassen. Ein großes Ziel hatte sie dabei stets vor Augen: Olympia in Antholz.
In der Südtirol Arena wuchs sie schließlich über sich hinaus und setzte mit Blick in die Zukunft ein dickes Ausrufezeichen: Ob Einzel (36.), Sprint (16.), Verfolgung (11.) oder Massenstart (23.) - die Winterspiele liefen für Volfa wie am Schnürchen.
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Estere Volfa bei den Olympischen Spielen 2026 in Antholz
Fotocredit: Getty Images
"Ich bin sehr stolz auf mich", schwärmte sie im Interview mit "LTV7" und stichelte in Richtung ihrer Mutter: "Tut mir leid, Mama, der Rekord gehört mir." Was sie damit meint? Mit Platz 25 im Massenstart der Winterspiele 1998 in Nagano beanspruchte Cederstrema den "Familienrekord" für sich.
Dass ihre Tochter nun im Rampenlicht des Biathlon-Nachwuchses steht, dürfte ihr aber nur Recht sein. "Ich bin sehr stolz auf sie. Es ist sehr speziell, dass wir beide diesen Pfad beschritten haben", meinte Cederstrema. "Ich freue mich sehr auf all das, was vor ihr liegt."
Das nächste und vorerst letzte WM-Kapitel könnte Volfa am Sonntag schreiben, dann steht die Staffel der Damen an (ab 14:30 Uhr im Stream bei HBO Max). Folgt die nächste Edelmetall-Gala?
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Quelle: Eurosport
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