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Franziska Preuß vor Auftakt der Biathlon-Saison im Eurosport-Interview: "Es bringt nichts, in dieses Loch zu fallen"
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Publiziert 17/11/2024 um 21:29 GMT+1 Uhr
Biathlon-Star Franziska Preuß blickt mit neuer Energie und klaren Zielen auf die kommende Saison. Nach gesundheitlichen Rückschlägen und einer bedeutenden OP fühlt sich die 30-Jährige endlich belastbarer und bereit, an ihre Topform anzuknüpfen. Im Exklusiv-Interview mit Eurosport.de spricht Preuß über ihre Motivation, die WM im kommenden Jahr in Lenzerheide sowie ein mögliches Karriereende.
Kämpferin Preuß: "Noch habe ich die Motivation nicht verloren"
Quelle: Eurosport
Hinter Franziska Preuß liegt ein Winter voller Höhen und Tiefen.
Nach einem glänzenden Saisonstart mit zwei Podestplätzen trug sie als erste Deutsche seit sechseinhalb Jahren das Gelbe Trikot - doch eine Corona-Infektion zwang sie dazu, das prestigeträchtige Leibchen direkt wieder abzugeben.
Die elfmalige Deutsche Meisterin kämpfte sich aber wie so oft in ihrer Karriere zurück und überzeugte bei der WM in Nove Mesto, ehe sie die Saison aufgrund weiterer körperlicher Probleme vorzeitig beenden musste.
Nach einer bedeutenden Operation im Frühjahr meldet sich Preuß vor dem Weltcup-Auftakt (30. November in Kontiolahti live auf Eurosport und bei discovery+) nun mit neuer Energie und klaren Zielen zurück.
Im exklusiven Interview mit Eurosport.de spricht sie über ihre Ambitionen, die WM in Lenzerheide und findet eine Antwort auf die Frage, was sie nach all den Rückschlägen immer noch antreibt.
Frau Preuß, bis zum ersten Weltcup-Rennen sind es noch rund zwei Wochen hin. Wie läuft die Saisonvorbereitung?
Franziska Preuß: Die Vorfreude ist bereits groß. Es geht jetzt noch darum, sich den Feinschliff zu holen. Grundsätzlich bin ich aber sehr zufrieden, wie es im Sommer gelaufen ist. Ich konnte mein normales Trainingspensum absolvieren und glaube, dass ich auf einem guten Weg bin. Im Vorfeld muss das aber noch nichts heißen. Den Beleg bekommt man erst zum Saisonstart, wenn es richtig losgeht.
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Franziska Preuß
Fotocredit: Getty Images
In den vergangenen Jahren hatten Sie immer wieder mit Krankheiten zu kämpfen. Nach der abgelaufenen Saison haben sie sich einer Nasennebenhöhlen-OP unterzogen, um ihre gesundheitlichen Probleme in den Griff zu bekommen. Haben Sie in der Vorbereitung bereits eine Verbesserung feststellen können?
Preuß: Definitiv! Ich bin froh, dass ich mich diesem Eingriff im Frühjahr unterzogen habe. Es ist nicht das angenehmste, aber ich merke bereits jetzt, dass ich belastbarer bin. In den vergangenen Jahren musste ich im Training immer aufpassen, weil ich schnell einen Druck im Kopf gespürt habe. Dieses Gefühl ist nun weg und ich hoffe, dass das auch so bleibt.
Sie sind immer wieder nach Verletzungen und Rückschlägen zurückgekommen. Wie haben Sie das geschafft und was treibt Sie an?
Preuß: Das große Ziel darf nicht aus den Augen verloren werden. In den Momenten, wenn man zu Hause ist und die Wettkämpfe nur im Fernsehen verfolgen kann, ist man zweifelsohne frustriert, schlecht gelaunt und versteht die Welt nicht mehr. Es bringt aber nichts, in dieses Loch zu fallen. Stattdessen heißt es geduldig bleiben und warten, bis man gesund ist, um wieder trainieren und angreifen zu können. Es ist ein Auf und Ab im Sport, das ich nur zu gut kenne. Bei manchen Athleten gehört das mehr dazu, bei manchen weniger. Bislang habe ich aber dadurch noch nicht die Motivation verloren.
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Franziska Preuß bei der Biathlon-WM in Nove Mesto
Fotocredit: Getty Images
Auch in der vergangenen Saison bremsten Sie ihre gesundheitlichen Probleme aus. In Hochfilzen konnten Sie Ihr Gelbes Trikot deshalb nicht verteidigen. Rückt jetzt nach der OP für Sie der Gesamtweltcup wieder mehr in den Fokus?
Preuß: Ich bin im vergangenen Winter entspannt in die Saison gegangen, weil ich überhaupt nicht wusste, wo ich stehe. Entsprechend bin ich ohne große Erwartungen an mich selbst in die Rennen gestartet und habe mich stattdessen auf das Wesentliche konzentriert - das lief recht gut. Außerdem ist es mir im Vorjahr gelungen, die Trainingsleistungen in den Wettkampf herüberzubringen. Genauso gehe ich auch die neue Saison an und dann werden wir sehen, wofür es reicht.
Haben Sie dennoch konkrete sportliche Ziele für den kommenden Winter?
Preuß: Ich denke, dass sich diese im Laufe der Saison ergeben. Allerdings habe ich einen Grundanspruch an mich, diesem möchte man selbstverständlich gerecht werden. Ich habe in den vergangenen Jahren gesehen, wozu ich in der Lage bin, wenn alles passt. Daran möchte ich anknüpfen. Allerdings entscheidet oftmals nur ein My über Sieg oder Niederlage. Daher bin ich gut beraten, entspannt an die Sache heranzugehen.
Mit der Weltmeisterschaft in Lenzerheide steht in diesem Winter ein weiteres Highlight an. Ihre bislang einzige Einzelmedaille haben Sie bei der WM 2015 (Silber im Massenstart; Anm. d. Red) geholt. Wie groß ist der Wunsch, genau zehn Jahre später Ihrer Sammlung eine zweite Einzelmedaille hinzufügen?
Preuß: Der Wunsch ist zweifelsohne groß. Das ist die Motivation und das Ziel, das man nicht aus den Augen verlieren darf. Genau zehn Jahre nach meiner ersten Medaille erneut im Einzel erfolgreich zu sein, wäre eine tolle Geschichte. Ich werde mein Bestes geben und hoffe, dass das Gesamtpaket bei uns im Team in diesen zwei Wochen stimmt. Sprich, dass jeder zufrieden ist und ein toller Spirit aufkommt. Sollte das der Fall sein, denke ich, dass einiges möglich ist.
Aufgrund der Tatsache, dass ich seit 2013 - damals im Alter von 19 Jahren - im Weltcup unterwegs bin, wird das Sättigungsgefühl immer größer.
Sie haben angedeutet, dass es sein kann, dass Sie 2026 selbst Ihre Karriere beenden. Was muss passieren, dass dieser Fall eintritt und welche großen Ziele stehen bis dahin noch auf ihrer Bucketlist?
Preuß: Aufgrund der Tatsache, dass ich seit 2013 - damals im Alter von 19 Jahren - im Weltcup unterwegs bin, wird das Sättigungsgefühl immer größer. Trotzdem habe ich noch das eine oder andere Ziel, das ich erreichen möchte. Dazu gehören auch die Olympischen Winterspiele, die 2026 im Alpenraum und damit ganz nahe an der eigenen Haustür (in Mailand und Cortina d‘ Ampezzo; Anm. d. Red.) stattfinden. Das ist nochmal ein richtiges Highlight und eine große Motivation. Immerhin kommt es im Leben nicht oft vor, dass man die Möglichkeit bekommt, in einem olympischen Stadion Rennen zu absolvieren, wo auch deutsche Fans vor Ort sind. Entsprechend ist mein klares Ziel, dort teilzunehmen. Wofür es letztendlich reicht, werden wir sehen. Ich denke, alle Biathlon-Fans wissen, wie verrückt olympische Wettbewerbe sein können und dass oftmals auch das Quäntchen Glück entscheidet. Von daher hoffe ich, dass ich diese Rennen zu meiner Zufriedenheit absolvieren werde. Danach werde ich Bilanz ziehen.
Zuletzt gab es große Aufregung um die neue Startgruppen-Regelung, bei der ab sofort die besten Athleten im Weltcup weiter hinten starten und sich nicht mehr ihre Startgruppe auswählen dürfen. Wie finden Sie diese neue Regelung?
Preuß: Aus rein sportlicher Sicht fand ich den Entschluss nicht gut, weil ich den Sinn dahinter nicht ganz verstehe. Wir müssen uns jetzt aber damit abfinden. Als Sportlerin hoffe ich, dass die Veranstalter und die IBU mit einer ordentlichen Warmlaufrunde, was seit jeher ein großes Diskussionsthema ist, die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, ist es akzeptabel. Das sind jedoch Grundbedingungen, die stimmen müssen, damit das neue System durchgeführt werden kann.
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Preuß & Co. ziehen WM-Fazit: "Jeder muss seinen Bereich optimieren"
Quelle: SID
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