Biathlon | DSV-Debakel in Hochfilzen: "Ziemlich einen drüber gekriegt"

Die deutschen Biathleten legen beim zweiten Teil des Weltcups in Hochfilzen einen kapitalen Fehlstart hin. Als bester Deutscher lief Arnd Peiffer beim norwegischen Vierfachsieg im Sprint auf den 22. Rang. "Mannschaftlich kriegen wir ziemlich einen drüber", erklärte der 33-Jährige im Anschluss an die Schmach. Schlechter waren die DSV-Athleten letztmals vor knapp acht Jahren.

Erik Lesser in Hochfilzen

Fotocredit: Getty Images

Arnd Peiffer beugte sich nach dem Debakel ausgepumpt auf die Knie und schüttelte ratlos den Kopf. Das Bild des Olympiasiegers stand sinnbildlich für den desaströsen Auftritt der deutschen Biathleten zum Start des letzten Weltcups des Jahres. Als bester Deutscher lief Peiffer beim norwegischen Vierfachsieg im Sprint von Hochfilzen auf den 22. Rang - eine Schmach.
"Mannschaftlich kriegen wir ziemlich einen drüber", sagte der 33-Jährige: "Das ist nicht so der tolle Tag für uns gewesen. Ich bin zwar nicht geknickt, aber schon ziemlich enttäuscht." Erstmals seit knapp acht Jahren verpassten die Athleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) wieder einen Platz unter den besten 20. Am 19. Januar 2013 lief Florian Graf in der Verfolgung von Antholz als bester DSV-Schützling auf Rang 28.
Das "Gesamtpaket" habe "nicht ganz gestimmt", analysierte Peiffer die durch die Bank schwachen Leistungen und die daraus folgenden schlechten Ausgangspositionen für den Verfolger am Samstag (13 Uhr live bei Eurosport). Dem Routinier fehlten nach seiner Pause in der Vorwoche nach 10 km und einem Schießfehler 1:31,0 Minuten auf den norwegischen Youngster Sturla Holm Lägreid (0 Schießfehler/23:04,9), der bereits seinen zweiten Saisonsieg feierte.
"Ich hatte nicht den besten Tag", sagte Peiffer, "hintenraus wurde es sehr hart." Auch mit dem Material haderte das deutsche Team wenige Tage nach der massiven Schelte von Benedikt Doll am vergangenen Wochenende erneut. "Die Norweger haben ein bisschen was anderes drunter", sagte Peiffer beim Blick auf den Vierfacherfolg, den Johannes Dale (0/+7,9 Sekunden), der Gesamtweltcupführende Johannes Thingnes Bö (2/+19,9) und Vetle Sjaastad Christiansen (1/+42,5) auf den Plätzen zwei bis vier komplettierten.

Herrmann möchte Schwächen am Schießstand ausmerzen

"Es war nicht optimal", stellte Doll (2/+1:31,5) nach Platz 23 mit Blick auf das Material fest, "aber ich war jetzt nicht komplett unzufrieden." Wie Doll machte auch Erik Lesser in der vierten Weltcupwoche in Serie Müdigkeit als Hauptursache für die schwache Leistung aus. "Ich merke, dass mir die Kräfte flöten gehen. Es läuft nicht mehr ganz so frisch", sagte Lesser (2/+2:08,2) nach seinem 46. Platz.
Johannes Kühn (3/+2:18,6) verpasste als 54. die Punkteränge ebenfalls klar, Roman Rees (2/+2:36,8) und Philipp Horn (4/+2:49,5) müssen nach den Plätzen 63 und 68 in der Verfolgung sogar zuschauen.
Besser will es am Freitag (14:15 Uhr live bei Eurosport) die deutsche Vorzeigeläuferin Denise Herrmann im Sprint der Frauen machen. "Ich bin muskulär drüber", hatte die 31-Jährige zuletzt mit ihrer Laufform gehadert. Dazu kamen die üblichen Probleme im Schießen. Folge waren in der noch jungen Saison gleich drei Plätze jenseits der Top 20, der Zug im Gesamtweltcup droht so schon vor dem Jahreswechsel abzufahren.
Schließlich warten am Wochenende weitere Einzelrennen. Am Samstag stehen die beiden Verfolgungen auf dem Programm, ehe zum Jahresabschluss am Sonntag die ersten Massenstartrennen des Winters warten.
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(SID)
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Quelle: Eurosport

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