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Johannes Thingnes Bö über Saisonvorbereitung - "Glaube nicht, dass ich so viel gewinnen werde wie letztes Jahr"
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Publiziert 12/09/2023 um 16:29 GMT+2 Uhr
Über den Trainingszustand von Superstar Johannes Thingnes Bö herrscht derzeit große Unklarheit. Die Weltelite rätselt nach mehreren Unfällen in seinem eigenen Haus, abgesagten Trainingslehrgängen mit der Nationalmannschaft und der Geburt seiner Tochter über seine aktuelle Form. Im Interview mit dem norwegischen Fernsehsender "TV2" spricht Bö über seine schwierige Vorbereitung und seine Ziele.
Johannes Thingnes Bø bei der WM in Oberhof
Fotocredit: Getty Images
"Ich glaube nicht, dass ich so viel gewinnen werde wie letztes Jahr", sagte Johannes Thingnes Bö Anfang September gegenüber "TV2".
"Es war eine extreme Saison, die ich nie toppen werde", blickte der 30-Jährige zurück. "Ich weiß auch nicht, ob andere es schaffen werden."
Die Vorbereitung für die neue Biathlon-Saison 2023/24 verläuft für den fünfmaligen Olympiasieger bisher alles andere als reibungslos. Während sich seine Konkurrenten Sturla Holm Laegreid, Tarjei Bö und Co. beim norwegischen Blinkfestivalen und dem City Biathlon in Wiesbaden duellierten, verzichtete der Norweger dieses Jahr ungewohnterweise auf jegliche Sommerwettkämpfe.
Anfang September absolvierte er gerade einmal sein drittes Biathlontraining auf Skirollern, wie er auf Instagram zeigte - ein Fakt, der seinen Trainingsrückstand mehr als verdeutlicht. "Das ist so wenig, dass die Menschen gar nicht wissen, wie wenig das ist. Es ist alles vorbereitet, damit sie mich schlagen."
Saisonvorbereitung mit Hindernissen
Anfang Juni stürzte der Norweger zudem bei einer Trainingseinheit auf dem heimischen Laufband auf den Bauch und krachte samt Skirollern gegen eine Wand. Wenige Tage später wurde er während der Gartenarbeit von einer Schlange gebissen. Doch damit nicht genug: "NRK" berichtete von einem Trampolin-Sturz, der zu Rückenproblemen geführt haben soll und auch eine Augeninfektion setzte den Dominator zwischenzeitlich außer Gefecht.
Mit der Geburt seiner Tochter Sofia zog sich Bö Anfang Juli zurück, verzichtete auf gemeinsame Trainingslehrgänge mit dem Nationalteam, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen.
Bö trainierte auf einem Laufband in seinem Keller, während seine Frau Hedda "oben den Abwasch macht und auf die Kinder aufpasst."
Die Entscheidung auf das gemeinsame Training mit dem Nationalteam zu verzichten, wäre eine Entscheidung, die nicht viele Sportler treffen würden, so Bö. Das hätte damit zu tun, dass nicht viele Sportler während ihrer aktiven Karriere Kinder haben, erklärte der Superstar weiter. "Es ist also wahrscheinlich etwas anderes, als man es in der Vergangenheit in den Nationalmannschaften gesehen hat."
Bö: "Gut, ab und zu eine Pause einzulegen"
Ohne die Unterstützung seiner Familie könne er sein Trainingspensum gar nicht duchziehen, weiß er. "Zum Glück haben wir eine gute Familie, die für uns da ist. Heddas Schwester war hier und die Schwiegereltern sind auch oft hier. Wenn sie also kommen, gehe ich direkt zum Training. Ich weiß das wirklich zu schätzen."
Sein Tagesablauf sei klar strukturiert. Morgens bringe er seinen Sohn Gustav in den Kindergarten und hole ihn nachmittags wieder ab. Dazwischen versuche er seine beiden Trainingseinheiten zu absolvieren.
"Letztendlich muss man sein eigenes Ding finden, und unser Ding ist es, so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen, weil man diese Zeit nie wieder zurückbekommt", machte Bö klar.
Zudem sei es "nach vielen harten Jahren" nicht verkehrt, ab und zu eine Pause einzulegen. "Das habe ich nach den Olympischen Spielen getan und in vielerlei Hinsicht habe ich das auch jetzt getan. Man sollte nicht außer Acht lassen, dass es eine gute Wirkung haben kann", so Bö.
Johannes Thingnes Bö: Gesamtweltcup bleibt Ziel
Im Herbst möchte der 17-fache Weltmeister wieder an Wettkämpfen teilnehmen und mit dem Leistungsstand seiner Teamkollegen gleichziehen. "Danach hoffe ich, dass ich vorne bin."
Chefcoach Siegfried Mazet macht sich derweil keine Sorgen um seinen Schützling, wie er in einem Interview mit der französischen Zeitung "Le Dauphiné" äußerte. "Johannes hatte schon immer Wochen, wo er wie verrückt gearbeitet hat. Und dann hatte er immer Wochen, in denen er es ruhiger angehen ließ."
Der Gewinn des Gesamtweltcups bleibt trotz seiner schwierigen Saisonvorbereitung allerdings nach wie vor sein Ziel für die kommende Saison.
Bö ist sich bewusst, dass er seine "Prioritäten in Zukunft etwas stärker setzen muss". Er habe "noch nie so viel Zeit zu Hause verbracht wie jetzt, und je mehr ich hier bin, desto mehr fühlt es sich seltsam an, wieder zu reisen." Deshalb fürchte er sich ein wenig vor der Abreise. Dennoch fühle er sich bereit, um wieder bei der Mannschaft zu sein.
Am 25. November startet die Biathlon-Saison im schwedischen Östersund mit den Mixed-Wettbewerben. Bis dahin möchte der fünffache Olympiasieger topfit sein und der Konkurrenz in altbewährter Manier die Grenzen aufzuzeigen.
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Highlights: Sieben aus sieben! Bö nimmt Konkurrenz erneut Hops
Quelle: Eurosport
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