Kritik an russischen Biathlon-Events in der sibirischen Kälte wird lauter: "Rennen aus Verzweiflung"

Die russischen Biathlon-Stars treten aufgrund ihres Weltcup-Ausschlusses weiter in eigenen Rennen an. Doch zuletzt mehrte sich die Kritik an den Events, vor allem wegen der extrem niedrigen Temperaturen von bis zu minus 30 Grad Celsius. "Das Wetter eine Stunde und 15 Minuten vor dem Start: minus 26 Grad", schrieb der Trainer von Larisa Kuklina, Michail Kuklin beispielsweise in den Sozialen Medien.

In Khanty-Mansiysk mussten die russischen Biathlon-Stars bei bis zu -30 Grad frieren

Fotocredit: Imago

"Auf der Runde im Wald könnte es sogar noch kälter sein", mahnte der ehemalige Langläufer und Ehemann der Biathletin an: "Kurz gesagt: Sie lassen die Rennen aus Verzweiflung stattfinden."
Aus Tradition heraus wolle niemand Kritik üben, aber: "Sie mussten sogar schon bei minus 30 Grad laufen, ohne Unterhosen. Ich habe das Gefühl, dass das Thermometer einfach abgerissen wird, um niemanden wütend zu machen", wird Kuklin bei "Sport.de" zitiert.
Zuletzt wurde unter anderem in Khanty-Mansiysk und Uvat gelaufen. Beim ersten Stopp in Sibirien wurden am Ende nur zwei der ursprünglich sechs geplanten Rennen ausgetragen.
In Uvat am vergangenen Wochenende war es schließlich sogar nur ein veranstaltetes Rennen. Neben dem Trainer kritisieren auch einige Sportler*innen die "Zwangsstarts".

Sportlerin berichtet: Erfrierungen im Gesicht

Kuklina etwa berichtete auf Instagram nach dem Sprint in Uvat: "Es gibt so viel zu sagen, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Mein Gesicht - ich habe es sogar geschafft, mir durch ein Klebeband Erfrierungen zuzuziehen. Ganz zu schweigen von meiner Nase, die ich nicht einmal anfassen kann, so sehr tut sie weh."
Irina Kazakevich sah die ganze Situation sarkastisch: "Es ist toll, dass ich das Ziel erreicht habe und mir keine Erfrierungen zugezogen habe. Nicht zu erfrieren, war heute das Hauptziel." Insgesamt trat nur rund die Hälfte der gemeldeten Athleten und Athletinnen an.
Der russische Biathlon-Chef Viktor Maigurov hatte damit kein Problem: "Ist es frustrierend, dass so viele Leute nicht gestartet sind? Absolut nicht. (...) Die Saison ist noch lang und es ist kein Problem, dass wir ein paar Rennen gestrichen haben." Man werde aber daraus Lehren ziehen, "wenn wir die nächste Saison planen". Im Weltcup stand in der vergangenen Woche der Weltcup-Auftakt im finnischen Kontiolahti an. Dort gab es nur leichte Minusgrade.
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Quelle: Eurosport

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