Laura Dahlmeiers Leichnam verbleibt am Laila Peak - Bergungsversuch durch Thomas Huber gescheitert

Der Leichnam von Laura Dahlmeier wird endgültig nicht vom Unglücksberg Laila Peak in Pakistan geborgen werden. Das bestätigte ihr Vater Andreas in einem Interview mit dem "Spiegel", nachdem ein Bergungsversuch von Extrembergsteiger Thomas Huber im September erfolglos geblieben war. "Als Thomas noch mal an den Laila Peak ging, war sie nicht mehr auffindbar", erklärte Vater Dahlmeier.

Laura Dahlmeier (31†) war bis 2019 als Biathletin aktiv

Fotocredit: Getty Images

"Wir hätten Laura gern nach Hause gebracht. Aber es war nicht möglich, sie zu holen", sagte Andreas Dahlmeier gegenüber dem "Spiegel". Somit bleibe "Laura am Berg zurück. Es besteht keine Chance, sie noch zu bergen."
Wie erst durch die "Spiegel"-Berichterstattung nun bekannt wurde, hatte Huber zusammen mit dem US-Alpinisten Tad McCrea im September einen Bergungsversuch unternommen.
"Ich wusste genau, wohin wir gehen mussten, um den optimalen Blick zu haben", schilderte Huber dem "Spiegel": "Wir hatten ein Spektiv mit 30-facher Vergrößerung dabei, mit dem wir das Gelände absuchten, außerdem eine Drohne. Wenn wir Laura gefunden hätten, wären wir in die Wand gestiegen und hätten sie geborgen. Wie erwartet, war Laura aber nicht mehr an der Unfallstelle."
Erwartbar sei das deshalb gewesen, weil "eine Eissanduhr unter Belastung nach einigen Tagen" ausschmelze, erklärte der deutsche Bergsteiger: "Bei diesem warmen Sommer in Pakistan lag es nahe, dass Lauras Leichnam weiter abstürzen würde."

Familie hatte Angst vor Fotos

Den Bergungsversuch hatte Dahlmeiers Familie indes in Auftrag gegeben, weil man Angst hatte, der Leichnam könnte an einem Ort sein, "an dem andere Expeditionen vorbeikommen könnten. Wir wollten nicht, dass vielleicht Fotos von ihr gemacht werden. Deshalb wollten wir, dass sie geholt wird, wenn die Verhältnisse es zulassen", erklärte ihr Vater. Dies war aber nun offenbar nicht möglich.
Huber vermutet, dass der Leichnam die Wand hinunter und in eine Gletscherspalte gestürzt sei und dort von weiteren Gesteinsmassen, die nahezu täglich vom Berg herunterfallen, begraben wurde.
Man habe einige Spalten abgesucht und sei auch in ein großes Eisloch geklettert, "das war heikel und nicht ohne Risiko". Man habe aber "keine Spuren gefunden", erklärte der 58-Jährige.

Huber: "Wunderschöner Ort, wo Laura jetzt ihre Ruhe findet"

Dahlmeier war am 28. Juli zusammen mit ihrer Seilpartnerin Marina Krauss beim Abstieg vom Laila Peak in einen Steinschlag geraten. Dahlmeier wurde dabei tödlich getroffen. Krauss hatte Glück und konnte unverletzt ins Hochlager absteigen.
Huber und McCrea waren einen Tag später an Bord eines Hubschraubers, von dem aus Dahlmeier zwar zu sehen war, Lebenszeichen konnten aber keine festgestellt werden. Ein Bergungsversuch war in den Tagen und Wochen nach dem Unglück wegen der Steinschlaggefahr in der Felswand zu gefährlich gewesen.
Nach Angaben ihres Managements hatte Dahlmeier verfügt, dass im Fall ihres Todes ihr Leichnam nicht geborgen werden solle, falls das mit Lebensgefahr für Bergungskräfte einhergehe.
Dennoch habe die Situation nun etwas Friedliches: "Es ist ein wunderschöner Ort, wo Laura jetzt ihre Ruhe findet", sagte Huber. Dahlmeier wurde nur 31 Jahre alt.
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Dahlmeier-Seilpartnerin Krauss schildert schrecklichen Unfall

Quelle: SID


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