Denise Herrmann streckte ihre rechte Faust in die Höhe und fuhr mit einem breiten Lächeln über die Ziellinie. Mehr als drei Monate hatte die ambitionierte Biathletin auf einen Podestplatz gewartet, in der Verfolgung von Nove Mesto belohnte sich die 32-Jährige dann endlich mit einem zweiten Platz. "Wegen mir hätte da nicht so ein langer Zeitraum dazwischen sein müssen", sagte Herrmann mit einem Anflug von Galgenhumor.
Gerne wäre die Vorzeigeläuferin in diesem Winter häufiger unter die besten Drei gelaufen. "Es wäre schön, wenn es regelmäßiger vorkommen könnte", betonte sie im "ZDF". Im ersten Rennen der Saison war Herrmann im Einzel von Kontiolahti als Zweite ein vielversprechender Start gelungen, doch dann folgte eine schier endlose Durststrecke, auch bei der WM in Pokljuka reichte es nicht zu einer Einzelmedaille.
"Ich bin sehr offensiv in die Saison gestartet, weil ich von Anfang an topfit sein wollte", erklärte Herrmann: "Das war auf Messers Schneide und nicht ganz optimal." Den angepeilten Kampf um den Gesamtweltcup musste die Verfolgungs-Weltmeisterin von 2019 früh aufgeben.
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In Tschechien kehrte Herrmann nach einem überstandenen Infekt zurück - Platz zehn im Sprint und Platz zwei im Jagdrennen stimmen sie zuversichtlich. "Ich freue mich total, dass es heute geklappt hat", sagte die Sportsoldatin am Sonntag über ihre ausgezeichnete Leistung am Schießstand mit nur einem Fehler: "Ich bin motiviert, einen versöhnlichen Abschluss zu finden, und da ist mir heute ein Teilerfolg gelungen."

Preuß wird starke Fünfte

Franziska Preuß gelang nach Platz acht im Sprint als Fünfte in der Verfolgung das siebte Top-8-Resultat in Serie. Doch der eine Fehler zuviel am Schießstand ärgerte die 26-Jährige: "Irgendwie schaffe ich es einfach nicht, besser als 90 Prozent Trefferleistung zu bringen", sagte Preuß. Sie sei zwar trotzdem zufrieden, aber "es wäre cool, wenn ich wieder mal auf das Podium laufen könnte".
Unschlagbar war erneut Vierfach-Weltmeisterin Tiril Eckhoff. Die norwegische Überfliegerin war im Sprint und in der Verfolgung eine Klasse für sich und feierte ihre Weltcup-Siege Nummer 22 und 23 - und den zehnten Erfolg in diesem Winter. Herrmann lag im Jagdrennen nach nur einer Strafrunde 24,0 Sekunden zurück, Preuß (2 Strafrunden/+35,8) fehlten auf der Schlussrunde im Kampf um das Podium "einfach die Körner".

Hinz läuft vor auf Platz elf

Vanessa Hinz gelang eine Aufholjagd von Platz 23 auf elf, mit einem Fehler (+1:38,2 Minuten) setzte sie ihren Aufwärtstrend fort. Damit machten die deutschen Skijägerinnen auch das Staffel-Desaster zum Auftakt in Tschechien vergessen, als das Quartett um Preuß, Hinz, Janina Hettich und Maren Hammerschmidt mit Platz zwölf eine historische Enttäuschung erlebt hatte.
In der kommenden Woche (11. bis 14. März) steht Teil zwei der Veranstaltung in Nove Mesto auf dem Programm, ehe im schwedischen Östersund (19. bis 21. März) das Weltcupfinale stattfindet.
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(SID)

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