Arnd Peiffer blickte verkniffen auf die Anzeigetafel, Benedikt Doll rang etwas ratlos nach Erklärungen: Der verflixte Stehendanschlag hat den deutschen Biathleten den Start in den vorletzten Weltcup des Winters gehörig verdorben. Peiffer, Doll und auch Erik Lesser konnten im Sprint über 10 km lange vom Podest träumen, doch nach dem Stehendschießen reichte es nicht einmal für die Top Ten.
"Rang 13 hat nicht so wahnsinnig viel Klang", sagte Peiffer etwas zerknirscht im "ZDF": "Mein Anspruch ist es immer, im Sprint null zu schießen. Leider ist es mir heute im Stehendanschlag nicht gelungen. Deshalb bin ich nicht ganz zufrieden." Auf der Strecke habe er eigentlich "einen ordentlichen Job gemacht. Außer dem einen Fehler habe ich mir nicht viel vorzuwerfen", ergänzte der 33-Jährige.
Doch der eine Schießfehler im Stehendanschlag warf ihn beim Sieg des fehlerfreien Quentin Fillon Maillet im äußerst engen zweiten Sprint von Nove Mesto gleich gewaltig zurück. Der Franzose gewann in 22:07,2 Minuten erstmals in seiner Karriere ein Individualstartrennen. Zweiter wurde der Norweger Tarjei Bö (0 Strafrunden/+11,3 Sekunden), Lukas Hofer (0/+14,8) aus Italien komplettierte das Podest.
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Dominator Johannes Thingnes Bö (2/+37,0) sicherte sich trotz Platz neun vorzeitig die kleine Kristallkugel im Sprintweltcup, im Gesamtweltcup schmolz der Vorsprung des Norwegers auf seinen fünftplatzierten Landsmann Sturla Holm Lägreid (1/+23,4) allerdings leicht.

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Deutschen versagen beim Stehendanschlag die Nerven

Letztlich fehlten Peiffer 31,3 Sekunden auf seinen sechsten Podestplatz des Winters. "Du musstest heute mit einem Nullergebnis durchkommen, um ganz vorne dabei zu sein", bilanzierte "ZDF"-Expertin Laura Dahlmeier.
Das bekam auch Benedikt Doll (+49,4 Sekunden) schmerzhaft zu spüren. Bis zum Stehendanschlag war der 30-Jährige auf Kurs Bestzeit, doch mit zwei Fehlern fiel er bis auf Rang 15 zurück. "Da fehlt mir die Ruhe, bis ich mich eingerichtet habe", sagte Doll über sein zweites Schießen: "Ich versuche mich schon zu konzentrieren, aber es ist ganz viel Hektik dabei. Das darf mir nicht passieren, schade."
Sein Fauxpas war angesichts der drittbesten Laufzeit umso bitterer. Auch Erik Lesser ließ nach fehlerfreiem Liegendschießen stehend eine Scheibe schwarz. Mit Rang 19 und 54,7 Sekunden Rückstand hat er aber ebenso wie Peiffer (+46,1) und Doll noch eine ordentliche Ausgangsposition für die Verfolgung. "Da geht noch was", gab Doll stellvertretend die Marschroute aus.

Kühn und Horn verpassen Verfolger

Roman Rees (1/+1:16,5 Rückstand) muss nach Platz 27 etwas mehr aufholen, Johannes Kühn (3/+2:29,9) verpasste nach seiner Aufgabe in der Vorwoche ebenso wie Philipp Horn (3/2:42,5) gar die Qualifikation für den Verfolger.
Ab Freitag greifen auch die Frauen mit ihrem Sprint über 7,5 km in den zweiten Weltcup von Nove Mesto ein, vor allem Denise Herrmann will ihren starken zweiten Platz aus der Vorwoche bestätigen. Nun werde "nochmal neu angegriffen", gab sich die 32-Jährige kampfeslustig: "Es wird wieder am Schießstand entschieden."
Nach den Verfolgern der Männer (14:45 Uhr) und Frauen (17:30 Uhr) am Samstag stehen am Sonntag noch die Mixed Staffel (10:25 Uhr) und das Single Mixed (13:45 Uhr/alles live bei Eurosport) auf dem Programm.
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(SID)
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