Olympia 2026 - Biathlon: DSV-Staffel geht in Antholz leer aus – "Damit hat man in der Weltspitze nichts verloren"

Die deutsche Männer-Staffel hat bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Antholz eine Medaille verpasst. Das Quartett um Justus Strelow, David Zobel, Philipp Nawrath und Philipp Horn belegte Rang vier – 1:48 Minuten hinter dem Bronzerang. Zwölf Nachlader waren am Ende zu viel, um im Medaillen-Kampf gegen die Top-Nationen Frankreich, Norwegen und Schweden etwas auszurichten.

Horn: "Mit drei Nachladern hat man in der Weltspitze nichts verloren"

Quelle: Eurosport

Vor allem Schlussläufer Philipp Horn zeigte sich im Anschluss tief enttäuscht – und nahm kein Blatt vor den Mund.
"Die drei Nationen da vorne sind verdammt stark. Uns war klar, dass es hart wird – aber wir wussten auch, dass wir eine Chance haben. Und was hätte es gebraucht? Vier sehr gute, im Idealfall perfekte Rennen. Da muss ich mir leider selbst an die Nase fassen", , sagte Horn nach dem Rennen selbstkritisch am Eurosport-Mikrofon: "Es war alles andere als perfekt. Die drei Nachlader im Liegendschießen haben unglaublich viel Zeit gekostet, und dann hat man in der absoluten Weltspitze nichts mehr verloren."
Während Frankreich, Norwegen und Schweden nahezu fehlerfrei blieben, summierten sich bei den Deutschen die Nachlader – allein Horn ließ liegend drei Scheiben stehen. In einem olympischen Staffelrennen auf höchstem Niveau sei das kaum zu kompensieren.
"Es ist schade. Man leidet einfach mit", sagte Eurosport-Experte Michael Rösch über das Abschneiden der deutschen Männer. "Die Enttäuschung ist enorm. Alle waren heute hochmotiviert – und dann reicht es am Ende für Platz vier. Sie hätten sich eine Medaille verdient gehabt, aber Sport ist eben kein Wunschkonzert. Am Ende zeigt sich das Bild aus dem Weltcup."
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Quelle: Eurosport

Nawrath feht die Kontrolle

Die Anspannung vor dem Start sei enorm gewesen, sagte Horn. "Ich war heute sehr nervös. Das sind Momente, die ich nach meiner Karriere wohl nicht vermissen werde – die Stunden vor einer Staffel, in der man nicht nur für sich selbst läuft, sondern für drei Teamkollegen und irgendwie auch für ganz Deutschland."
Gleichzeitig betonte Horn, dass genau dieser Druck Teil des Reizes sei: "Ich glaube, Druck ist nicht immer schlecht. Wir haben schon oft gezeigt, dass wir unter Druck sehr, sehr gut performen können." In Antholz jedoch reichte es nicht für das erhoffte Edelmetall – zu stark die Konkurrenz, zu groß die eigenen Fehler.
Auch Philipp Nawrath analysierte seinen Einsatz selbstkritisch. Der Allgäuer musste in seinen Runden viel alleine arbeiten und bekam kaum Unterstützung von anderen Athleten.
"Alle Runden waren eigentlich relativ einsam. In der ersten habe ich keine Schützenhilfe bekommen, musste es von vorn weg allein versuchen. Teilweise ist mir das gelungen, aber mit dem Stehendschießen war dann leider wieder alles dahin. Ich hatte da nicht ganz die Kontrolle."

DSV-Herren benötigen 12 Nachlader

Vor allem am Schießstand summierten sich die Fehler: Drei Nachlader benötigte Nawrath stehend, zuvor einen im Liegendschießen. Insgesamt kamen die deutschen Herren auf zwölf Nachlader. Norwegen und Schweden leisteten sich hingegen jeweils nur sechs.
"Das ist deutlich zu viel – auch meine vier, die da mit reinzählen", so der Allgäuer. "Ich muss trotzdem versuchen, mein eigenes Ding zu machen. Ich wusste, ich helfe der Mannschaft nur, wenn ich das Beste aus mir heraushole. Das war heute nicht der Fall."
Zusätzlichen Druck erzeugte der Blick auf die direkte Konkurrenz aus Norwegen, Frankreich und Schweden. "Ich bin zum Stehendschießen gekommen und habe gesehen, dass alle drei vor mir mit null Fehlern schon fertig waren. Da gerät man natürlich unter Zugzwang. Da muss man cooler und bei sich bleiben."
Am Ende blieb die Erkenntnis, dass im olympischen Staffelrennen Nuancen entscheiden – und dass gegen nahezu fehlerfreie Top-Nationen jeder zusätzliche Nachlader sofort bestraft wird.
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Quelle: Eurosport


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