Olympia 2026 - Biathlon: Läuft Deutschland die Konkurrenz um Frankreich und Norwegen davon? Michael Rösch sieht Lichtblick

Der Blick auf den Medaillenspiegel der Biathleten bei Olympia 2026 schmerzt aus deutscher Sicht. Vor dem letzten Wettkampf stehen Franziska Preuß und Co. bei nur einem Edelmetall in Antholz, Frankreich und Norwegen haben jeweils zehn Medaillen mehr vorzuweisen. "Keine Frage: Das ist eine große Lücke", ordnet Eurosport-Experte Michael Rösch die Lage ein, sieht aber auch Licht am Ende des Tunnels.

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Quelle: Eurosport

"Der Abstand zu Frankreich und Norwegen fühlt sich zunächst groß an", führte der Staffel-Olympiasieger von 2006 nach dem Massenstart der Herren am Freitag weiter aus. "Wir haben auch nicht eine Masse an jungen Athleten vorzuweisen, die nachrücken."
Einzelne Namen stechen jedoch bereits ins Auge und machen Mut für die kommenden Jahre, in welchen es Frankreich und Norwegen die Stirn zu bieten gilt. "Beim letzten Weltcup in Nove Mesto konnte beispielsweise ein Leonhard Pfund für sich Werbung machen", hob Rösch einen Lichtblick hervor.
Der 22-Jährige feierte in Tschechien sein Debüt im Weltcup und fuhr in Einzel (13.) und Massenstart (15.) prompt Top-Ergebnisse ein.
Ein Beispiel dafür, dass die Nachwuchsarbeit beim DSV funktioniert, aber "der Transfer vom Junioren- in den Seniorenbereich ist die Kunst", so Rösch weiter. "Anderen Nationen ist das schon gelungen."
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Rösch: "Einfach eine schwierige Phase"

Mit Philipp Horn und Philipp Nawrath haben die deutschen Herren zwar zwei Athleten, die immer im Kampf um das Podium mitmischen können. In den entscheidenden Momenten - wie zum Beispiel in Antholz - sollte es aber einfach nicht zur Krönung mit Edelmetall reichen.
"Die waren in dieser Ära mit Erik Lesser, Simon Schempp, Arnd Peiffer und Benedikt Doll unterwegs und hatten nie die große Chance, sich in den Vordergrund zu schieben", begab sich Rösch auf Ursachenforschung. "Und jetzt stehen sie dort - man merkt es ihnen etwas an, dass ihnen dieses Gefühl bislang gefehlt hat."
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Mit anderen Worten: Deutschland war in den vorangegangenen Biathlon-Generationen einfach erfolgsverwöhnt. "Vielleicht sollte man mal akzeptieren, dass eine solche Generation gerade einfach nicht da ist", so der 42-Jährige.
Man dürfe nicht vergessen: Die Strahlkraft von etwa Laura Dahlmeier und Magdalena Neuner bei den Damen habe auch dafür gesorgt, dass sich andere Athletinnen in deren Schatten entwickeln konnten.
Diese Möglichkeit gebe es zurzeit nicht. "Es ist aktuell einfach eine schwierige Phase, da diese großen Namen nicht da sind. Trotzdem bin ich überzeugt von diesem Team", sagte Rösch. "Jetzt gilt es dranzubleiben und die richtigen Schlüsse für die nächsten vier Jahre zu ziehen."
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