Olympia 2026 - Biathlon: Philipp Horn und eine "undankbare Aufgabe" im Massenstart - Michael Rösch lobt Platz vier
Publiziert 21/02/2026 um 08:59 GMT+1 Uhr
Philipp Horn ist im Massenstart der Biathlon-Herren bei Olympia 2026 nur knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt. Der vierte Platz in Antholz ist trotz ausgebliebener Medaille kein Grund zum Trübsal blasen, befand Eurosport-Experte Michael Rösch. "Philipp, falls du das hörst: Das war ein affengeiles Rennen", schwärmte er. Zudem kritisierte er den "absolut perversen" Umgang mit Franziska Preuß.
Röschs Rat an Horn: "Stell dir drei Bier quer in die Kehle"
Quelle: Eurosport
Platz vier im Massenstart mit der siebtschnellsten Laufzeit und nur einem Fehlschuss bei widrigen Bedingungen? Der Großteil der Biathleten würde bei diesen Konditionen sofort unterschreiben - zumindest im Weltcup.
"Keiner will vierte Plätze, am Ende geht es um Medaillen. Heute waren aber einfach drei Leute besser", resümierte Eurosport-Experte Michael Rösch nach dem Massenstart der Herren, in dem Philipp Horn das ungeliebte "Blech" blieb.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Nur aufgrund einer ausgebliebenen Scheibe aus Edelmetall soll nicht Schwarzmalerei betrieben werden.
"Philipp, falls du das hörst: Das war ein affengeiles Rennen!", zeigte sich Rösch euphorisch. "Dann feiern wir eben die vierten Plätze: Ich will auch mal eine Lanze brechen für unsere Jungs und Mädels."
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Horn bleibt die Ruhe selbst
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, auf was für einem eindrucksvollen Niveau sich Horn im Massenstart bewegte.
Während sich große Namen wie Émilien Jacquelin (6), Éric Perrot (7) oder etwa Martin Ponsiluoma (7) am Schießstand eine Strafrunde nach der anderen einfingen, war der 31-Jährige in seinem wohl letzten Olympia-Rennen die Ruhe selbst.
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Wieder die Null! Horn bringt sich in Medaillennähe
Quelle: Eurosport
"Am Schießstand war es alles andere als einfach. Er hat alles reingeworfen, alles was geht", schwärmte Rösch. "Gerade bei einem solchen Wind kannst du nicht einfach durchräuchern."
Nur einmal musste Horn in die Strafrunde abbiegen, eine weiße Weste behielt einzig der Olympiasieger Johannes Dale-Skjevdal. Der eine Fehler beim letzten Schießen war - wie es im Biathlon so oft der Fall ist - der eine zu viel. Warum?
Horn und "eine undankbare Aufgabe"
Quentin Fillon Maillet, der Horn auf der Schlussrunde überholte und schließlich Bronze holte, schoss beim letzten Stehendanschlag ebenso daneben. Der Franzose lag nach dem vierten und letzten Schießen nur sechs Sekunden hinter dem DSV-Athleten.
"Es war eine undankbare Aufgabe, in der letzten Runde gegen Fillon Maillet laufen zu müssen", meinte Rösch.
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Enttäuschter Horn über Platz vier: "War einfach nicht stark genug"
Quelle: Eurosport
Der Sprint-Olympiasieger musste am Freitag zwar viermal in die Strafrunde, war in der Loipe jedoch mehr als eine halbe Minute schneller als der Rest. Allein auf der Schlussrunde knöpfte er den nächstschnellsten Athleten Sturla Holm Lägreid (+14,8 Sekunden), Johan Olav-Botn (+15,5) und Horn (+16,2) ordentlich Zeit ab.
"Man muss sich in diesen Situationen eingestehen, dass der Gegner einen Tick stärker ist", so Rösch mit Blick auf den schier übermächtigen Fillon Maillet. "Ich kann Philipp nur den Rat geben: Stell dir heute drei Bier quer in die Kehle und dann ist dieser Schmerz schnell wieder vergessen. In erster Linie sollte er stolz auf sich sein."
Rösch: "Absolut pervers"
Am Ende wird bei Olympischen Spielen aber mit Medaillen abgerechnet. Und in diesem Aspekt schneidet die deutsche Delegation enttäuschend ab.
Bronze in der Mixed-Staffel durch Franziska Preuß, Vanessa Voigt, Philipp Nawrath und Justus Strelow war das höchste der Gefühle, danach waren die DSV-Athleten vom Pech verfolgt.
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Highlights: Dale-Skjevdal schießt sich zu Gold, Horn verpasst Bronze
Quelle: Eurosport
Ob Voigt im Einzel, Horn im Massenstart oder sowohl Damen- als auch Herren-Staffel - der vierte Platz wirkte wie ein Fluch, der in der Heimat ausgeschlachtet wurde. Die Art und Weise stieß dem Eurosport-Experten sauer auf.
"Ich finde es teilweise auch absolut pervers, wie gerade auf Franziska Preuß draufgedroschen wird. Wie schnell vergessen wird, was sie in der vergangenen Saison geschafft hat", stellte er sich vor die amtierende Gesamtweltcupsiegerin, die nach dem Massenstart am Samstag ihre Karriere beendet.
Rösch: "Dann bin ich optimistisch"
"Vor den Winterspielen habe ich mir vier bis fünf Medaillen erhofft", meinte Rösch.
Mit seiner Prognose lag der Staffel-Olympiasieger von 2006 mit Blick auf die finalen Ergebnisse nicht weit daneben, "letztlich haben wir die Medaillen aber nicht."
Völlig aus dem Nichts kam dieses Abschneiden bei den Winterspielen jedoch nicht. "Vor den Winterspielen habe ich mir vier bis fünf Medaillen erhofft", erläuterte der 42-Jährige. "Daher sollte man sich nach der Saison zusammensetzen und einen Fahrplan für die nächsten vier Jahren ausarbeiten. Dann bin ich optimistisch."
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