Lou Jeanmonnot exklusiv über Franziska Preuß: Emotionale Einblicke und offene Worte - "Wenn sie eine total blöde Kuh wäre ..."
Update 08/04/2025 um 14:49 GMT+2 Uhr
Ein Sturz auf den letzten Metern der Weltcup-Saison hat Lou Jeanmonnot die große Kristallkugel gekostet. Die dramatische Szene, die aus dem Zweikampf mit Franziska Preuß resultiert war, beschäftigt sie weiterhin - böses Blut herrscht zwischen den beiden Rivalinnen aber nicht. "Wenn sie eine total blöde Kuh wäre, dann wäre ich unausstehlich gewesen", erklärte Jeanmonnot im exklusiven Interview.
Drama im letzten Akt: Jeanmonnot stürzt - Preuß holt Gesamtweltcup
Quelle: Eurosport
Für eine Nominierung bei den Academy Awards war es bereits zu spät. Am 23. März, rund zwei Wochen nachdem Regisseur Sean Baker für seine Arbeit am Film "Anora" ausgezeichnet wurde, spielte sich vor den Augen der Zuschauer am Holmenkollen ein Drama ab, das allemal reif für Hollywood war.
Einen Tag zuvor hatte Lou Jeanmonnot die Führung im Gesamtweltcup erobert, lag fünf Punkte vor der Deutschen Franziska Preuß. "Dann komme ich mit dem Gelben Trikot zum letzten Rennen, wo ich hätte komplett einbrechen können", fasste die Französin das Drehbuch im exklusiven Interview mit Eurosport zusammen. "Und wir beide leisten uns beim letzten Schießen keinen Fehler. Bis 500 Meter vor dem Ziel liefen wir zusammen."
Und plötzlich wurde es erst still und dann ganz laut in Oslo. In einer Linkskurve wählte Jeanmonnot die Innenseite, um an Preuß vorbeizuziehen - stieg sich dabei aber auf den eigenen Stock. Die 26-Jährige stürzte, der Traum von der großen Kristallkugel zerplatzte.
"Das Schlimmste, wovon ich in den letzten fünf Tagen geträumt hatte, ist eingetreten", schilderte Jeanmonnot.
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Jeanmonnot exklusiv: "Das hätte den Leuten das Herz gebrochen"
Quelle: Eurosport
Jeanmonnot: "Es war mein Fehler - basta"
Doch aus dem Drama auf der Piste gingen die wohl schönsten Bilder der Saison hervor. Preuß, die gerade den Höhepunkt ihrer Karriere feierte, eilte im Zielraum sofort zu Jeanmonnot und nahm sie in den Arm. Die Triumphatorin tröstet die geschlagene Heldin - Gänsehaut pur.
Für so manchen Beobachter unerwartet: Jeanmonnot war die Ruhe selbst, die viermalige Weltmeisterin hegte offenbar keinen Groll gegen Preuß. Daran hat sich auch rund zwei Wochen später nichts geändert.
"Ehrlich gesagt: Wenn ich sie nicht ausstehen könnte, wenn Franziska eine total blöde Kuh wäre, dann wäre ich unausstehlich gewesen und hätte Einspruch eingelegt."
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Sturz und Emotionen im Ziel: Preuß tröstet Jeanmonnot
Quelle: Eurosport
Doch die menschliche Seite der achtmaligen Saisonsiegerin überwog am Ende. "Tatsächlich ist sie so ein lieber Mensch, sie hat es verdient. Es hätte 50 Prozent der Leute, die Biathlon schauen, das Herz gebrochen", führte Jeanmonnot weiter aus. "Franziska hatte schon viel länger zu kämpfen als ich, war sehr oft krank, sie ist unglaublich nett. Im Rennen war sie noch nie unfair, deshalb war es einfach normal, so zu reagieren."
Die Ursachenforschung beschränkte sich daher nur auf ihre eigene Person. "Ich weiß, dass sie umgekehrt genauso reagiert hätte. Da musste ich nicht einmal überlegen, das war einfach so. Es war mein Fehler - basta. Ich kann nur auf mich selbst sauer sein."
Jeanmonnot: "Ich war wie erstarrt"
Trotz der rührenden Geste seitens Preuß verspürte Jeanmonnot innerlich eine große Leere. "Ich habe nicht sofort geweint. Ich konnte kaum fassen, dass ich es wirklich vergeigt hatte", gab sie einen Einblick.
Wenig später brachen dennoch alle Dämme. Der Grund: die Worte ihrer Teamkollegin und Freundin Justine Braisaz-Bouchet. "Ich hatte bis zu dem Moment, als Justine mich in den Arm nahm, keine einzige Träne vergossen. Ich war wie erstarrt", so Jeanmonnot.
"Weinend kam Justine zu mir und sagt mir wahrscheinlich die schönsten Worte, die eine Freundin sagen kann. In dem Moment breche auch ich in Tränen aus. Das war wie ein Auslöser - da ließ ich alles los."
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Besondere Geste: Preuß bittet Jeanmonnot zu sich aufs Podest
Quelle: Eurosport
Ob sie ohne den Sturz den Gesamtweltcup für sich entschieden hätte? "Das ist wirklich schwer zu sagen. Ich glaube, körperlich war ich überlegen, aber mental war sie bereit, viel mehr zu investieren", gab Jeanmonnot zu.
Preuß sei im wichtigsten Moment ihrer Karriere mental zu allem bereit gewesen. "Sie wirkte in dem Moment, als würde sie sogar ihre Seele dem Teufel verkaufen", malte Jeanmonnot das Bild einer extremst fokussierten Konkurrentin. "Also - ich weiß es wirklich nicht."
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Preuß emotional im Siegerinterview: "Habe so viel dafür geopfert"
Quelle: Eurosport
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