Gut drei Wochen vor der WM am legendären Holmenkollen von Oslo (3. bis 13. März) sind die erfolgsverwöhnten deutschen Biathletinnen von ihrem Siegesweg abgekommen. Nach zuletzt zwei Weltcups ohne Podestplatz wollen die Schützlinge von Bundestrainer Gerald Hönig ab Donnerstag bei der WM-Generalprobe in den USA endlich wieder vorne mitreden. Hönig aber dämpft die Erwartungen gleich aus mehreren Gründen.
"Trotz oder gerade wegen der insgesamt wirklich hervorragenden Ergebnisse dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Mannschaft noch immer sehr jung ist", sagt der 57-Jährige. Die Belastungsverträglichkeit sei daher bei der ein oder anderen "noch nicht so hoch", Formschwankungen sind also nicht auszuschließen.

Dahlmeier und Hildebrand setzen aus

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In Presque Isle, dem zweiten Übersee-Weltcup nach Canmore/Kanada in der vergangenen Woche, werden neben der dreimaligen Weltcup-Siegerin Gössner deshalb nur drei DSV-Athletinnen in die Loipe gehen. Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand, die zusammen mit sechs Siegen und fünf weiteren Podestplätzen maßgeblichen Anteil am Höhenflug besaßen, gehören jedoch nicht dazu.
Oslo ist in diesem Winter unser erklärter Saisonhöhepunkt, auf den wir nun alles ausrichten. Wir brauchen ganz einfach noch einmal die Zeit, um uns vernünftig und ohne zu viel Reisestress vorzubereiten
begründet Hönig die schon lange geplante Pause seiner Vorzeige-Läuferinnen.

Kummer verspricht "volle Motivation"

Den Stress hatten hingegen die verbliebenen Athletinnen. Fast einen gesamten Tag verbrachten Gössner, Staffel-Weltmeisterin Franziska Preuß, Karolin Horchler und Luise Kummer im Reisebus von Canmore nach Presque Isle. "Mit voller Motivation", versprach Kummer jedoch, werde das Quartett den Sprint über 7,5 km am Donnerstag (18.40 Uhr/Eurosport) in Angriff nehmen.
Bereits um 16.30 Uhr/MEZ sprinten die deutschen Männer über 10 km um den Sieg, und angeführt von Medaillenhoffnung Simon Schempp tun sie das in ihrer vermeintlich besten Besetzung. "In den USA war ich bis jetzt noch überhaupt nicht. Von daher bin ich schon gespannt", sagte Schempp, der die deutsche Mixed-Staffel am Sonntag in Canmore noch zum Sieg geführt hatte: "Es ist immer gut, das letzte Rennen eines Weltcups zu gewinnen."
In den Staaten ist auch Routinier Andreas Birnbacher wieder zum Team gestoßen. Der 34-Jährige ist vor wenigen Tagen zum zweiten Mal Vater geworden und "durfte", wie er sagt, "noch eine Woche den kleinen Moritz betreuen". Beflügelt von den Glücksgefühlen kann da doch eigentlich nichts mehr schiefgehen.
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