Auf dem holprigen Weg zu ihrer ersten olympischen Medaille will sich Franziska Preuß auch von einer nervigen Corona-Infektion nicht aufhalten lassen. "Die ersten Tage war ich ehrlich gesagt schon sehr niedergeschlagen", gab die große Olympia-Hoffnung der deutschen Biathletinnen zwar zu, aber mittlerweile sei sie "wieder optimistischer und versuche, das Beste aus der Situation zu machen".
Eine Situation, die weniger als vier Wochen vor den Winterspielen in Peking deutlich angenehmer sein könnte. Seit fast einem Monat ist die Gesamtweltcup-Dritte der vergangenen Saison außer Gefecht, an Rennen nicht zu denken. Erst stoppte Preuß ein Treppensturz in einem französischen Hotel, bei dem sie sich den linken Fuß verstauchte, wenige Tage nach Weihnachten folgte ein positiver Coronatest.
"Mein Wunsch wäre es natürlich, dass ich vor Olympia noch Wettkämpfe machen kann", sagte die vom Pech verfolgte Bayerin. Viele Möglichkeiten hat sie dafür aber nicht mehr, nach Oberhof verpasst Preuß auch den zweiten Heim-Weltcup in Ruhpolding ab Mittwoch vor der eigenen Haustür. Als Formtest auf Weltcup-Niveau bleibt nur noch die Olympia-Generalprobe in Antholz (20. bis 23. Januar).
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Ob Preuß in Südtirol an den Start gehen kann, ob die Corona-Infektion Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit hat, das ist derzeit unklar. Bernd Eisenbichler, Sportlicher Leiter Biathlon beim Deutschen Skiverband (DSV), ist zuversichtlich. "Wir sind ganz guter Dinge, dass die Entwicklung jetzt so weiter verläuft, dass sie in Kürze wieder voll einsatzfähig und belastbar ist", sagte er.

Belastungstests entscheiden über Vorgehen

Im Laufe der kommenden Woche sind erste Belastungstests geplant, wie der DSV mitteilte. Dann werde auch entschieden, "was mit Blick auf die Olympischen Spiele sinnvoll ist", sagte Preuß. Der Saisonstart verlief mit drei Top-7-Platzierungen in den ersten vier Rennen vielversprechend, doch seit dem 12. Dezember in Hochfilzen war die 27-Jährige nicht mehr im Weltcup-Einsatz.
Trotz der langen Zwangspause ist Preuß die große Hoffnungsträgerin der deutschen Skijägerinnen für Peking. Denise Herrmann schwächelt derzeit am Schießstand, Vanessa Hinz und Vanessa Voigt können in der Loipe nicht mit der absoluten Weltspitze mithalten.
Bereits in der Vergangenheit hatte Preuß durch Verletzungen oder Erkrankungen erhebliche Rückschläge hinnehmen müssen, kam danach aber oft stärker zurück. ARD-Expertin Kati Wilhelm glaubt an Preuß. "Sie ist weiter mein heißes Eisen", sagte die dreimalige Olympiasiegerin.
Mit Olympia hat Preuß sowieso noch eine Rechnung offen: In Pyeongchang lief sie vor vier Jahren als Vierte im Einzel nur wenige Sekunden an Edelmetall vorbei. Doch die Zeit drängt. Am 31. Januar geht der Flug nach China, am 5. Februar steht die Mixed-Staffel als erstes olympisches Rennen auf dem Programm.
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(SID)

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