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Olympia 2024: Imane Khelif sichert sich bei den Olympischen Spielen nach heißer Genderdebatte eine Medaille im Boxen
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Publiziert 05/08/2024 um 07:15 GMT+2 Uhr
Die algerische Boxerin Imane Khelif, um die seit Tagen eine Genderdebatte tobt, hat sich bei den Olympischen Spielen in Paris eine Medaille gesichert. Khelif gewann ihr Viertelfinale in der Klasse bis 66 kg am Samstag gegen die Ungarin Anna Luca Hamori. Edelmetall hat die 25-Jährige bereits sicher, weil beide Halbfinal-Verliererinnen Bronze erhalten. Am Dienstagabend kämpft sie um den Finaleinzug.
Tränen nach Halbfinalsieg: Der emotionale Kampf von Khelif
Quelle: Eurosport
Noch einmal legte Imane Khelif all ihre Kraft in ihre rechte Faust. Mehrfach hatte sie damit zuvor auf ihre Gegnerin eingeprügelt, nun kniete sie in der Mitte des Boxrings und schlug auf die blaue Matte.
Dann schnellte sie nach oben und schrie alles hinaus, was in ihr brodelte. Aus ihren Augen schossen die Tränen. Nicht weniger als eine "Frage der Würde für jede Frau" sei ihr Kampf gewesen, sagte Khelif sichtlich mitgenommen bei "BeIn Sports".
Seit Tagen stand sie im Mittelpunkt einer überhitzten Debatte über ihr Geschlecht, musste Hass und Hetze über sich ergehen lassen - und stieg doch in den Ring. Nach dem Sieg über die Ungarin Anna Luca Hamori hat sie eine Olympia-Medaille sicher.
"Du hast Algerien, die algerischen Frauen und das algerische Boxen würdig vertreten", schrieb Staatspräsident Abdelmadjid Tebboune bei "X". Es war Khelifs persönlicher Triumph.
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Yuting sichert sich Olympia-Medaille: Taiwanesin besiegt Stanewa
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Anfeindungen gegen Khelif und Lin
Doch der Genderstreit von Paris kennt keine Siegerinnen. Auch nicht Lin Yuting, der ebenfalls öffentlich die Identität als Frau abgesprochen wird. Auch die Taiwanesin sicherte sich am Sonntag eine Medaille, auch sie ist Anfeindungen ausgesetzt. Nicht nur von Populisten und Trollen in den Sozialen Netzwerken.
Nach ihrem Kampf über Swetlana Kamenowa Stanewa in der Klasse bis 55 kg hielt der Coach der Bulgarin ein Stück Papier in die Kameras - darauf die Worte: "Ich bin XX. Rettet den Frauensport."
Auslöser der Debatte war Khelifs Kampf am Donnerstag gegen Angela Carini, in dem die Italienerin nach 46 Sekunden aufgab. Seitdem streitet die Sportwelt - und nicht nur die - darüber, ob Khelif zurecht in der Klasse bis 66 kg gegen andere Frauen boxt.
Kritik an Tests: "Willkürlich und zusammengeschustert"
Der aus Russland gesteuerte Box-Weltverband IBA, der nach zahlreichen Skandalen aus der olympischen Familie ausgeschlossen ist, hatte mit einem Test in Zweifel gezogen, dass Khelif und Lin Frauen sind.
Das IOC nennt den Test "willkürlich und zusammengeschustert" und erkennt die Ergebnisse nicht an. Khelif fühlt sich von der IBA "unfair" behandelt.
Tatsächlich sind die Kriterien des Geschlechtertests unbekannt, die IBA gibt keine Details bekannt. IOC-Sprecher Mark Adams zählte am Sonntag einige Gründe auf, warum der Test unseriös sei und keine verlässliche Grundlage darstelle. Er sprach von einer "Attacke auf die Menschenrechte dieser weiblichen Athleten".
IOC-Präsident Bach verteidigt Khelif und Lin
Am Samstag war IOC-Präsident Thomas Bach zur Pressekonferenz erschienen, es hatte den Anschein von Krisenkommunikation. Denn auch das IOC war unter Druck geraten, immerhin organisiert es selbst die Boxwettkämpfe in Paris und rühmt sich immer wieder für den Schutz der Athletinnen und Athleten. Bachs Botschaft: "Es bestand nie ein Zweifel daran", dass Khelif und Lin "Frauen sind".
Zudem nutzte er die Plattform für einen scharfen Angriff auf die IBA und deren russischen Präsidenten Umar Kremlew: "Die russische Seite" und der Verband hätten schon vor den Spielen von Paris eine "Diffamierungskampagne" gegen Frankreich, Olympia und das IOC gestartet.
Auch Adams deutete am Sonntag an, dass die "Willkür" des Tests von Khelif auch mit ihrem Sieg bei der WM 2023 gegen eine russische Boxerin zu tun haben könnte.
Bei aller Komplexität: Der Streit zwischen IOC und IBA ist Fakt, Khelif und Lin sind nun auf der größten aller Sportbühnen zwischen die Fronten geraten. Dass sie trotzdem mit einer Medaille nach Hause fahren, nötigt Respekt ab.
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(SID)
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Gasol: Kontroverse um Khelif "wird falsch verstanden"
Quelle: Perform
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