Olympia 2024: IOC-Präsident Thomas Bach äußert sich zu Genderstreit und verteidigt Start von Khelif und Lin

IOC-Präsident Thomas Bach hat den Start der Boxerinnen Imane Khelif und Lin Yuting im olympischen Turnier verteidigt, die Aggression in den Sozialen Netzwerken verurteilt und den Weltverband IBA scharf angegriffen. Inmitten der aufgehitzten Debatte um das Geschlecht der Athletinnen aus Algerien und Taiwan bezog Bach klar Stellung. "Es bestand nie ein Zweifel daran, dass sie Frauen sind", sagte er.

Kontroverse um Khelif: IBA-Boss Roberts bezieht Stellung

Quelle: Perform

Drängende Fragen nach Fairness, Frauenrechten und medizinischen Hintergründen beschäftigen die Sportwelt, zufriedenstellende Antworten lieferte aber auch Thomas Bach nicht.
Doch er bezog deutlich Stellung, verteidigte Khelifs und Lins Start in Paris, verurteilte die Aggression im Netz und griff den Box-Weltverband IBA als vermeintlichen Auslöser des Streits, der den schönen Schein der Spiele stört, scharf an. Bachs Botschaft: "Es bestand nie ein Zweifel daran, dass sie Frauen sind."
Die Einschätzung basiere auf einer "wissenschaftlichen Basis", die Bach jedoch nicht genauer erläuterte. "Das ist die einzige Weise, wie man zu einer korrekten Entscheidung kommt, und nicht, indem man eine Umfrage in den Sozialen Medien organisiert."
Dort sorgen reichweitenstarke Prominente wie Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling oder Elon Musk für Stimmung gegen den vermeintlichen Genderwahnsinn, jetzt auch noch Männer in Frauenwettbewerben antreten zu lassen.

Bach kritisiert "Diffamierungskampagne" gegen Olympia

Bach bezeichnete das als "politisch motivierten Kulturkrieg", an dem sich das Internationale Olympische Komitee nicht beteiligen werde. "Hatespeech, Aggression und Beschimpfungen in den Sozialen Medien sind völlig inakzeptabel." Denen sieht er sich auch selbst ausgesetzt - aus dem Führungskreis der IBA.
"Die russische Seite" und der Verband, den das IOC nach mehreren Skandalen nicht mehr anerkennt, hätten schon vor den Spielen von Paris eine "Diffamierungskampagne" gegen Frankreich, Olympia und das Internationale Olympische Komitee gestartet. Mit Kommentaren, "die ich nicht wiederholen will", sagte Bach.
Vor allem Präsident Umar Kremlew provoziert, wo er nur kann. Am späten Freitagabend mit der Ankündigung, der Italienerin Angela Carini Preisgeld zu zahlen - und zwar in derselben Höhe wie der Olympiasiegerin. Geld für Gold ist ohnehin ein Reizthema für Bach, Kremlew treibt es mit der IBA auf die Spitze.
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Gasol: Kontroverse um Khelif "wird falsch verstanden"

Quelle: Perform

Olympia-Zukunft vom Boxen nicht gesichert

Carini hatte gegen Khelif nach 46 Sekunden unter Tränen aufgegeben und der Algerierin den Handschlag verweigert. Auch wenn sie sich hinterher bei Khelif entschuldigte und versöhnliche Worte fand, war dies der Funke, der den Feuersturm auslöste. Viertelfinalgegnerin Anna Luca Hamori aus Ungarn goss mit geschmacklosen Posts sogar noch Öl ins Feuer.
Kremlew dürften die Debatten im olympischen Boxen gut gefallen, den Athletinnen und Athleten und auch vielen nationalen Verbänden dagegen überhaupt nicht. Noch steht der Sport für Los Angeles 2028 auf der Kippe.
Bach versicherte zwar, dass er Boxen unbedingt im Programm halten wolle, dafür brauche das IOC aber einen "verlässlichen Partner".
Ein neuer Verband (World Boxing) will es versuchen. "Es liegt an ihnen, sich zu entscheiden", ob ihre Sportler in L.A. um Medaillen kämpfen können, sagte Bach in Richtung der nationalen Boxverbände. Doch der Einfluss der IBA ist stark. So stark, dass Bach nicht mehr zum Scherzen zumute war.
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(SID)

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Schnelle Pleite: Carini gibt gegen Khelif unter Tränen auf

Quelle: Eurosport


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