Ein hoffnungsvolles Talent war Tim Stützle ziemlich genau 20 Tage lang. Nun, nach gerade mal drei Wochen in der NHL, wird der deutsche Teenager dort mit anderen Augen gesehen: Als Spieler, der in der stärksten Eishockey-Liga der Welt den Unterschied machen kann.
"Man hat das Gefühl, dass er alles kann", sagte DJ Smith, Stützles Trainer bei den Ottawa Senators am Donnerstagabend: "Für sein Alter ist es unglaublich, was er hier macht."
Vorausgegangen war ein Spiel, das die US-Kommentatoren als Stützles "Breakout Night" bezeichnen: Die Senators gewannen bei den Montreal Canadiens mit 3:2, das Schlusslicht der Kanada-Division schlug den Spitzenreiter - und wurde dabei getragen von Stützle.
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"Kann ein Superstar werden": Stützle bei U20-WM ausgezeichnet
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Ein Tor erzielte der 19-Jährige selbst, die beiden anderen leitete er ein. Es war bereits sein vierter Treffer im achten NHL-Spiel, zuvor allerdings hatte der Neuling eher unwichtige Scorerpunkte gesammelt, welche die zahlreichen Niederlagen der Senators auch nicht verhindern konnten.

Stützle mit tollem Start in der NHL

Ausgerechnet beim Topteam aus Montreal änderte sich das nun. Und auf wie vielen Ebenen Stützle seiner Mannschaft an diesem Abend half, zeigte sich, als alle Tore bereits erzielt waren: Auch in den Schlussminuten, als die Führung mit Geschick über die Zeit gerettet werden musste, stand der Deutsche auf dem Eis.
"Ich hatte ein gutes Gefühl mit ihm da draußen, er weiß, wie man dieses Spiel spielt", sagte Trainer Smith, "und er war den ganzen Abend unser bester Mann." Stützle sei "gefährlich", "einfach dynamisch" und "der beste Eisläufer im Team".
Stützle war als bester Stürmer der U20-WM zwar durchaus mit Vorschusslorbeeren nach Ottawa gekommen. Wie schnell er sich nun allerdings zurechtfindet, übertrifft die Erwartungen. Leon Draisaitl etwa, mittlerweile Superstar der NHL und in der vergangenen Saison bester Scorer, legte nach seinem Debüt 2014 bei weitem nicht so vielversprechend los.
Stützle selbst redet bislang sparsam über seine Leistungen. Von einem "ganz guten Spiel für mich" sprach er nach dem Abend bei den Canadiens, mit jedem Spiel werde er "sicherer und selbstbewusster". Mitspielern und Gegnern ist das auch schon aufgefallen. "Tim hat High-End-Fähigkeiten", sagt etwa sein Teamkollege Thomas Chabot: "Er sieht das Eis anders als alle anderen."
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(SID)

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