Olympia - Eishockey - Beste deutsche Nationalmannschaft aller Zeiten? Als Team haben Draisaitl & Co. nicht funktioniert

Nie zuvor war einer deutschen Eishockey-Nationalmannschaft so viel zugetraut worden wie bei den Olympia 2026. Doch das Ergebnis bei den Winterspielen in Mailand war ernüchternd: Drei Niederlagen in fünf Spielen, darunter die 2:6-Demütigung im Viertelfinale gegen die Slowakei. Das Abschneiden des DEB-Teams in Mailand wirft Fragen auf - und die Zukunft sieht auch nicht unbedingt rosig aus.

Highlights: DEB-Team unterliegt Slowakei deutlich

Quelle: Eurosport

Die Nacht über Mailand war noch nicht vorbei, da wollten die deutschen Eishockeyspieler nur noch weg. Das 2:6 gegen die Slowakei hing ihnen wie Blei an den Füßen.
Die NHL‑Stars um Leon Draisaitl stiegen in aller Frühe in den Shuttle, als wollten sie der bitteren Realität davonlaufen. Nico Sturm brachte die Stimmung mit einem einzigen Satz auf den Punkt: "Das war eine riesige verpasste Chance."
Selten war die Hoffnung auf großartige Eishockeyabende mit der deutschen Nationalmannschaft so groß. Endlich standen die NHL‑Topspieler um Superstar Leon Draisaitl und Tim Stützle gemeinsam auf olympischem Eis.
Ein Kader, der Geschichten hätte schreiben können. Doch statt eines goldenen Kapitels blieb nach dem Turnier eine Bilanz, die wie ein Echo aus verpassten Möglichkeiten klingt.
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DEL-Spieler können nicht mithalten

Der Turniermodus hätte der deutschen Mannschaft einen fast märchenhaften Weg ermöglicht. Ein Viertelfinale gegen die Slowakei, individuell schwächer, aber als Team so viel geschlossener.
Während andere Nationen ihre Stars mühelos integrierten, wirkte Deutschland wie zwei Mannschaften in denselben Trikots: die NHL‑Elite und die DEL‑Spieler, die auf diesem Niveau sichtbar zu kämpfen hatten.
Taktisch blieb vieles Stückwerk. Zu oft wirkte es, als hoffe man darauf, dass Draisaitl oder Stützle das Unmögliche möglich machen. Doch selbst Weltklassespieler können keine Struktur ersetzen, die nie richtig entstanden ist.
Auch intern knirschte es. Die automatische Ernennung der NHL‑Stars zu Kapitänen schuf Distanz statt Zusammenhalt. Der abgesetzte Moritz Müller zeigte in Mailand, wie sehr seine Stimme und seine Präsenz fehlen. Als es brenzlig wurde, war er es, der voranging. "Man hätte insgesamt das Potenzial gehabt, sich hier besser zu verkaufen", sagte Müller mürrisch.

Kreis gibt Fehler zu, Künast kündigt Aufarbeitung an

Bundestrainer Harold Kreis gab Fehler zu, vor allem bei der Verteilung der Eiszeiten. "Das würde ich wahrscheinlich nicht noch einmal so machen. Aber hinterher ist man immer schlauer", sagte Kreis.
Manche Spieler schleppten sich über das Eis, während andere kaum eine Chance bekamen, Einfluss zu nehmen. Kritik kam prompt - nicht nur von außen.
DEB‑Sportvorstand Christian Künast kündigte eine schonungslose Aufarbeitung an. Und die wird nötig sein. Denn dieses Olympia war mehr als ein sportliches Scheitern. Es war ein emotionaler Rückschlag für eine Generation, die Deutschland im Eishockey an die Weltspitze führen wollte.
Ein Turnier, das hätte magisch werden können, steht wie ein Mahnmal da. Für verpasste Chancen und falsche Entscheidungen. Und für ein Team, das nie wirklich zu einem wurde.
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Die Zukunft heißt Penkin - und sonst?

Die Zukunft macht es nicht leichter. Viele der Stars werden bei der kommenden WM im Mai in der Schweiz fehlen, weil sie nahezu alle aussichtsreich im Playoff-Rennen der NHL stehen. Und wer weiß, ob Draisaitl, Sturm oder Torhüter Philipp Grubauer in vier Jahren noch einmal in dieser Form zusammenkommen.
Aus dem Nachwuchs drängt kaum jemand nach, der diese Lücke schließen könnte. Allenfalls dem 16-jährigen Toptalent Max Penkin, der für die Adler Mannheim spielt und jüngster Torschütze in der Geschichte der DEL ist, wird der ganz große Wurf zugetraut.
Es fühlt sich an, als sei vor Olympia 2026 ein Fenster gerade erst auf- und zwei Wochen später schon wieder zugegangen.
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