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Juwel, Träumer, Kapitän: So ticken Deutschlands Eishockey-Helden

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Deutschland erreicht Olympia-Finale

Fotocredit: Getty Images

VonOliver Scheel
24/02/2018 Am 21:40 | Update 24/02/2018 Am 21:40

Ganz Deutschland reibt sich nach dem Finaleinzug des deutschen Eishockey-Teams bei Olympia in Pyeongchang verwundert und bewundernd die Augen. Aber wer steckt da eigentlich unter den Helmen, wer hat welche Rolle in der Mannschaft? Eurosport.de stellt Euch die Führungsspieler der Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm vor.

Marcel Goc - der Kapitän

Der Stürmer von den Adlern Mannheim gehört zu den ältesten Spielern im Team. Mit seinen 34 Jahren ist er eine Autorität auf dem Eis, aber auch in der Kabine. Dem Kapitän hören alle zu. Wenn Goc was sagt, hat das Gewicht. Mehr als zehn Jahre Erfahrung in der NHL - der Mann weiß, wovon er spricht. Er spielte unter anderem bei den Pittsburgh Penguins. Leider gewannen die den Stanley Cup just in dem Jahr, als Goc sie Richtung St. Louis verlassen hatte. Der Routinier verpasste den Geburtstag seines Sohnes, weil er zu Olympia nach Südkorea reiste. Der Sohn ließ ihn fahren mit den Worten, es sei okay, aber er müsse schon eine Medaille mitbringen. Das tut der Papa nun tatsächlich.

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Tipp: Das Olympia-Finale Team Olympischer Athleten Russlands - Deutschland Sonntag ab 5:10 Uhr LIVE im Eurosport Playerund im TV bei Eurosport 1.

Christian Ehrhoff - der verlängerte Arm des Trainers

Es sind seine vierten Spiele, und das, obwohl Deutschland 2014 nicht dabei war. Mit 35 Jahren ist der Verteidiger der älteste Spieler des Teams und der Co-Kapitän neben Goc. "Er ist mein verlängerter Arm, ein absoluter Leader", sagt DEB-Coach Marco Sturm über Ehrhoff. Auf dem Eis ist der gebürtige Moerser der Boss. Er war dabei, als Deutschland vor 16 Jahren seinen bis zu diesem Turnier letzten Sieg bei Olympia holte. Damals war er der zweitjüngste Spieler des Turniers. Dann stieg er zum bestbezahlten Verteidiger der NHL auf. Und jetzt will der "Iceman" - nach 800 Spielen in der NHL und mehr als 200 in der DEL - den größten Triumph seiner Laufbahn: Olympiagold. An ein Karriereende denkt er nicht: "Solange ich eingeladen werde und Marco mich dabei haben will, habe ich keine anderen Pläne." Ehrhoff spielt mittlerweile wieder in Köln, damit er bei seiner Familie sein kann.

Danny aus den Birken - der Rückhalt

In Düsseldorf geboren reifte er beim Rivalen Kölner Haie zum Spitzen-Torwart. Trotz seiner 33 Jahre hatte er vor Olympia erst 35 Länderspiele absolviert. Auch beim olympischen Turnier stand er nicht immer zwischen den Pfosten. Doch in den K.o.-Spielen wuchs aus den Birken über sich hinaus. Mit einer sensationellen Quote von weit mehr als 90 Prozent gehaltener Pucks war aus den Birken der Matchwinner gegen die Schweden und die Kanadier. Nach diesen Siegen stürzten sich die Spieler auf ihren Torwart. Das hat im Eishockey zwar Tradition, aber sie wussten schon, bei wem sie sich zu bedanken hatten. Der Torwart gab das Lob weiter: "Wahnsinn, wie sich die Spieler in die Schüsse geworfen haben. Sie haben Pucks gefressen", sagte er nach dem Halbfinal-Match.

Dominik Kahun - das Juwel

Er ist erst 22 Jahre alt und schon eine unverzichtbare Stütze im Spiel der Deutschen. In Tschechien geboren, verfügt er über die Gene eines Eishockeyspielers mit grandioser Technik. Zweimal schon wurde er mit seinen jungen Jahren Deutscher Meister mit dem EHC München. In der laufenden Saison hat der kleine Techniker schon 39 Scorerpunkte gesammelt. Für sein Alter ist er erstaunlich abgeklärt. Eishockey-Legende Dieter Hegen nennt Kahun "ein Juwel".

Patrick Hager - der Träumer

Der Mann vom EHC München sagte einmal, sein größter Traum sei eine Olympia-Teilnahme. Er musste lange darauf warten: 2010 verletzte sich der 29-Jährige kurz vor den Spielen in Vancouver, 2014 verpasste Deutschland die Qualifikation. Jetzt kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, dass Hager seinen Traum lebt. Mit 29 zum ersten Mal bei Olympia und dann gleich ins Finale. Hager kann Spiele entscheiden, er ist schnell, torgefährlich und technisch stark. Ein unverzichtbarer Baustein in der DEB-Auswahl.

Yannick Seidenberg - der Vielseitige

Der Münchner ist gelernter Stürmer, schulte erst vor kurzem auf Verteidiger um. Beim 2:1 in der Verlängerung im Play-off gegen die Schweiz kam der Angreifer in ihm durch. Er hat die meisten Länderspiele in der aktuellen DEB-Auswahl auf dem Buckel. Seidenberg, sein Bruder Dennis spielt in der NHL, ist nur 1,72 m groß, gibt aber auf der Eisfläche immer alles. Im Alter von 34 Jahren geht für ihn endlich der Olympia-Traum in Erfüllung. 2010 wurde er vor Olympia aus dem Kader genommen, 2014 war Deutschland nicht dabei. Der Münchner ist ein Familienmensch, nur auf dem Eis explodiert er.

Marco Sturm - der Trainer

Der ruhige und stets besonnene Mann scheint genau der richtige Mann am richtigen Platz zu sein. Er setzt auf die Jugend, baut junge Spieler ins Team ein und gibt den jungen Leuten Rückendeckung. Sie dürfen Fehler machen. Seine Mischung aus Alt und Jung funktioniert exzellent. Marco Sturm ist eine gute Wahl auf der Trainerbank. Trotz seiner erst 39 Jahre.

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