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Nach Kritik vom Bundestrainer: Draisaitl lässt Tore sprechen

Nach Kritik vom Bundestrainer: Draisaitl lässt Tore sprechen

21/05/2019 um 16:27Aktualisiert 21/05/2019 um 22:32

Mit einem 4:2-Sieg gegen Finnland hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die WM-Vorrunde beendet. Überragend war der Doppel-Torschütze Leon Draisaitl. Erst ließ er Tore sprechen, dann schwieg er schmunzelnd. Zur öffentlichen Kritik von Bundestrainer Toni Söderholm wollte der deutsche Eishockey-Star "nichts sagen", er hatte zuvor auf dem Eis eindrucksvoll seine Weltklasse bewiesen.

"Wir haben alle an einem Strang gezogen und unseren Job gemacht", sagte der 23-Jährige, nach seiner besten Turnierleistung und seinen Toren Nummer vier und fünf gut gelaunt, und fügte an: "Wir waren auch defensiv relativ stabil."

Mehr Abwehrarbeit hatte Söderholm von seinem besten Spieler eingefordert. Draisaitl nahm sich die Kritik zu Herzen: Nicht nur wegen seiner Treffer im Schlussdrittel (45. und 59.) überzeugte der NHL-Star, auch nach hinten arbeitete er deutlich mehr als zuvor.

Kahun: "Es war unser bestes Spiel"

"Gut" nannte der Bundestrainer Draisaitls Leistung kurz und knapp. Wenn Söderholm mit seinen kritischen Worten noch ein wenig mehr aus dem Angreifer der Edmonton Oilers hatte herauskitzeln wollen, dann hatte es funktioniert.

Der fünfte Sieg bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei - die beste Ausbeute seit der Heim-WM 1983 - gab nach den Niederlagen gegen Kanada (1:8) und die USA (1:3) neues Selbstvertrauen für die K.o.-Runde, die am Donnerstag beginnt.

Finnland - Deutschland

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"Es war unser bestes Spiel, wir haben uns viel getraut", urteilte Angreifer Dominik Kahun, "so können wir gegen die Großen spielen." Der NHL-Neuling hatte bei seinem ersten Turniertor von Draisaitls Vorarbeit profitiert (34.). Der US-Collegespieler Marc Michaelis hatte den ersten deutschen Treffer erzielt (18.).

Den ersten WM-Erfolg gegen Finnland in der regulären Spielzeit seit 26 Jahren hatten Draisaitl und Co. aber auch Torwart Philipp Grubauer zu verdanken.

DEB-Torwart Grubauer überragend

Der Goalie der Colorado Avalanche kehrte nach einer Woche Zwangspause wegen muskulärer Probleme ins Tor zurück und strahlte enorm viel Sicherheit aus. 39 Schüsse wehrte der Stanley-Cup-Sieger des Vorjahres ab, nur Harri Pesonen (16.) und Juhani Tyrväinen (25.) konnten ihn überwinden.

"Es hat sich gut angefühlt", sagte der 27-Jährige, mit dessen Einsatz eigentlich erst in der K.o.-Runde gerechnet worden war: "Zwei Wochen Pause und dann gleich Viertelfinale - das wäre schwer gewesen." So schüttelte Grubauer ein bisschen Rost ab und zog nach ein paar Abprallern im ersten Drittel den Puck wie ein Magnet an. "Er hat uns im Spiel gehalten", lobte Kapitän Moritz Müller.

Die starken Leistungen der NHL-Profis Draisaitl, Kahun und Grubauer trugen wesentlich zum Sieg gegen den Medaillenaspiranten bei. Doch mindestens genauso wichtig war das Teamwork. "Das war kollektives Verteidigen, so wie wir es brauchen", meinte Abwehrspieler Müller - und hatte dabei auch Ausnahmekönner Draisaitl im Blick, der sich in den Dienst der Mannschaft stellte.

Und im Viertelfinale am Donnerstag noch einiges vorhat: "Es wird ein harter Brocken, aber wir gehen mit Freude und der richtigen Arbeitsmoral da rein."

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