Eiskunstlauf-EM: Titel an Jewgenija Medwedewa - Paul Fentz unter Druck

Eine Kür zum Genießen hat Eiskunstlauf-Weltmeisterin Jewgenija Medwedewa bei den europäischen Titelkämpfen im tschechischen Ostrau einen ungefährdeten Sieg beschert. Die Russin ließ Ex-Weltmeisterin Carolina Kostner bei deren Comeback nach fast drei Jahren keine Chance, zu dominant trug die Vorjahressiegerin ihre Höchstschwierigkeiten vor.

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Mit 229,71 Punkten lag Medwedewa deutlich vor ihrer Teamkollegin Anna Pogorilaja (211,39) und der fast 30 Jahre alten Kostner (210,52), dennoch wurde auch die Italienerin wegen ihrer einmaligen Eleganz gefeiert. Die früher in Oberstdorf trainierende Kostner war wegen Dopingvertuschung 21 Monate gesperrt.
Trotz zweier Stürze kam die Essenerin Nicole Schott auf den zehnten Platz und sicherte damit zwei deutsche Startplätze für die EM 2018 in Moskau. Lediglich 17. wurde die deutsche Meisterin Nathalie Weinzierl aus Mannheim.
Ein überflüssiger Sturz beim vierfachen Toe-Loop hat den deutschen Eiskunstlauf-Meister Paul Fentz bei den europäischen Titelkämpfen im tschechischen Ostrau wertvolle Punkte gekostet. Der Berliner nimmt nach dem Kurzprogramm Rang zwölf ein und steht damit in der Kür-Entscheidung am Samstag (18.00 Uhr/Eurosport1) unter Druck.
An der Spitze läuft Javier Fernandez seinem fünften EM-Titel entgegen. Der Vorjahressieger kam auf 104,25 Punkte und distanzierte damit den Russen Maxim Kowtun (94,53) und Alexej Bitschenko aus Israel (86,68) deutlich.
Nach dem Patzer in seinem "Wonderwall"-Programm ist es für den Fentz aber noch möglich, den angestrebten zehnten Platz noch zu erkämpfen. Was ein doppelter Erfolg wäre, denn es würde dem 24-Jährigen das einzige deutsche Herren-Ticket für die Weltmeisterschaften Ende März in Helsinki sichern, gleichzeitig der Deutschen Eislauf-Union (DEU) einen zweiten Startplatz für die EM 2018 in Moskau.
"Dass ich ausgerechnet beim Toe-Loop stürze, ist schon enttäuschend für mich. Im Training hat er zuletzt immer gut funktioniert. Ich war nicht einmal so nervös, wie ich es sonst meistens bei großen Wettkämpfen bin", sagte der Sportsoldat, für den am Ende 72,68 Punkte zu Buche standen. Er schien den Sprung schon gestanden zu haben, kam aber doch noch zu Fall.
Zwar holte Fentz die durch den Sturz geplatzte Sprungkombination am Ende der Kurzkür in abgespeckter Form noch nach, dennoch war der Schützling von Trainerin Romy Oesterreich ein wenig geknickt:
Sollte Fentz am Ende die erhoffte Top-Ten-Platzierung nicht erreichen können, hat er aber eine zweite Chance auf die WM-Qualifikation. Laut den Nominierungskriterien der DEU wird es in diesem Falle im Februar einen internen Ausscheidungswettkampf geben.
Der deutsche Vize-Meister müsste dann unter anderem gegen den Olympia-Achten Peter Liebers aus Berlin antreten, der wegen verletzungsbedingten Trainingsrückstandes den Sprung in den Osten Tschechiens verpasst hatte.
Solche Sorgen muss sich Fernandez seit Jahren nicht mehr machen. Der 25-Jährige, der mittlerweile sogar schon eine Autobiographie veröffentlichte, riss zu "Malaguena" die Fans in der Ostravar-Arena von den Sitzen. Blumen und Plüschtiere regneten auf das Eis.
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