Fall Kamila Valieva - diese Konsequenz zieht 2018-Olympiasiegerin Aljona Savchenko
Aljona Savchenko kann sich für ihre Tochter nach den Vorfällen um Kamila Valieva bei Olympia in Peking keine Karriere als Eiskunstläuferin vorstellen. "Ich kann meine Tochter nicht einer Person anvertrauen, die ich nicht zu 100 Prozent kenne", sagte die Olympiasiegerin von 2018 in "Hambüchen & Friends - der Olympia-Podcast". Eine andere Variante könne sie sich aber vorstellen.
Aljona Savchenko
Fotocredit: Getty Images
"Der Trainer ist eine der wichtigsten Bezugspersonen, manchmal auch mehr als Vater und Mutter", so Aljona Savchenko. Die sechsmalige Weltmeisterin war wie so viele Experten und Zuschauer schockiert von den fragwürdigen Umgangsformen, die Valievas Entourage um Trainerin Eteri Tutberidze in Peking an den Tag legten.
Die erst 15 Jahre alte Nachwuchshoffnung aus Russland war nach einem öffentlich gemachten positiven Dopingtest zum Hauptthema der Olympischen Spiele geworden und letztlich unter dem immensen Druck zerbrochen. Als große Favoritin im Einzel stürzte sie nach dem Kurzprogramm in Führung liegend mehrfach in der Kür und wurde am Ende Vierte.
Anstelle von Mitgefühl und aufmunternden Worten erntete Valieva vor allem Vorwürfe und Kälte - vor der Augen der Weltöffentlichkeit.
Eine Szene, die nicht nur IOC-Präsident Thomas Bach erschütterte ("Als ich gesehen habe, wie sie von ihrer Entourage empfangen wurde, schien das dermaßen kalt zu sein. Das war erschreckend zu sehen"), sondern Eurosport-Expertin Savchenko gar zum Weinen brachte.
Savchenko fordert Altersgrenze im Eiskunstlaufen
Die gebürtige Ukrainerin hofft daher, "dass nach dem Drama um Valieva vieles verändert wird. Manche Trainer können keine Grenze setzen und über den Schatten springen – und dann leiden die Kinder", weiß Savchenko, die als Kind selbst unter fragwürdigen Bedingungen ("Ich hatte Trainer, die mir mit dem Schoner auf den Kopf geschlagen haben") zu einer der besten Eiskunstläuferinnen der Welt ausgebildet wurde und sich mittlerweile für eine Altersgrenze in "ihrem" Sport ausspricht.
"Ich glaube schon, dass man mit 16, 17 oder 18 Jahren anders denkt. Manche sind mit 15 Jahren nicht 15 im Kopf, sondern erst 11 oder 12", argumentiert die 38-Jährige und fordert mehr Verständnis und vor allem Schutz für den Nachwuchs.
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Savchenko exklusiv: "Ich würde mein Kind nicht zum Eiskunstlauf schicken"
Quelle: Eurosport
Man dürfe Kinder "nicht von vornherein kaputtmachen und Olympiasiege erwarten", mahnt Savchenko. Es sei zwar "cool, wenn das auf gesunde Art und Weise gelingt - aber wenn es nicht gelingt, darf die Karriere nicht schon mit 15 vorbei sein".
Savchenko als Trainerin ihrer Tochter? "Warum nicht?"
Für ihren eigene Tochter, die 2019 zur Welt kam, könne sie sich nach den Vorkommnissen um Valieva in Peking aktuell keine Eiskunstlaufkarriere vorstellen. Jedenfalls keine, die in den Händen von Menschen liegt, die sie selbst nicht zu 100 Prozent kennt.
Sie selber könne sich jedoch vorstellen, als Trainerin ihrer Tochter zu agieren: "Wenn ich als Mama weiß, wie es geht, und trainieren kann - warum nicht?"
Seit ihrem Olympiasieg 2018 arbeitet Savchenko ohnehin schon als Nachwuchstrainerin in Oberstdorf. Unter anderem führte sie Aya Hatakawa zur deutschen Nachwuchs-Meisterschaft 2019 und zur deutschen Meisterschaft 2021.
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Grausame Praktiken: Savchenko wurde geschlagen und sah noch Schlimmeres
Quelle: Eurosport
Ihre Herangehensweise: "Ich versuche, mit meiner Erfahrung zu spielen. Ich versuche, das beizubringen, was mir gutgetan hat. Alles Negative, alles, was mir wehgetan hat, lasse ich weg. Das bringt nichts."
Auch versuche sie den Kindern das Eiskunstlaufen so beizubringen, wie sie es sich Zeit ihrer Karriere gewünscht habe. Die Infrastruktur dafür sei gegeben: "Wir haben alle Ressourcen da. Wir haben die Hallen, die Trainer, die Psychologen. Wir müssen uns nur das Beste nehmen und in einen Topf werfen. Es ist wie eine tolle Suppe mit perfekten Zutaten. Die Stärken rausbringen und nicht die Schwächen - das ist das Wichtigste."
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Savchenko stellt Forderung an Eiskunstlauf-Coaches: Das muss sich ändern
Quelle: Eurosport
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