Olympia 2026 - Eiskunstlauf: Alysa Liu gewinnt olympisches Gold in Mailand und geht nach Comeback ihren eigenen Weg
Publiziert 21/02/2026 um 09:03 GMT+1 Uhr
Alysa Liu hatte die Goldmedaille schon um den Hals, doch begreifen konnte sie ihren Triumph noch nicht. "Ich kann das einfach nicht fassen. Das ist unmöglich", sagte die US-Amerikanerin nach ihrem Sieg bei Olympia in Mailand zu ihren Trainern. Doch es war real. Die 20-Jährige hat ihr vielbeachtetes Comeback mit einer einzigartigen Traum-Kür, einer Karriere-Bestleistung und dem Olympiasieg gekrönt.
Show der Extraklasse: Liu begeistert Publikum und Jury mit Gold-Kür
Quelle: Eurosport
"Genau das meine ich, verdammt nochmal!", rief sie nach ihrem Lauf im Goldkleid in die Kamera. Nach WM-Bronze vor vier Jahren hatte sie ihre Karriere schon für beendet erklärt, dann aber neue Motivation gefunden.
Mit 13 Jahren stand Liu als jüngste Läuferin den dreifachen Axel und wurde in den USA jüngste nationale Meisterin. Dann folgte nach Platz sechs bei Olympia in Peking und dem dritten Rang bei der WM mit 16 Jahren das vorzeitige Karriereende.
Das einstige Wunderkind führte in der Pause ein normales Leben und schrieb sich an der UCLA ein. Seither studiert Liu Psychologie und erreichte 2023 auch das Basislager des Mount Everest.
Erst zur Saison 2024/2025 war die US-Amerikanerin nach zweieinhalbjähriger Pause aufs Eis zurückgekehrt und hatte seitdem konsequent ihren eigenen Weg verfolgt. Liu hatte die Kontrolle - über ihre Musik, ihre Kür, ihre Kostüme.
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"Wollte nur meine Kunst teilen": Liu nach Gold überwältigt
Quelle: Eurosport
Alysa Liu möchte Erinnerungen schaffen
Fragen nach der Bedeutung einer möglichen Olympia-Medaille wies sie wiederholt zurück. "Ich brauche diese Medaille nicht", so Liu. "Aber was ich brauchte, war die Bühne, und die habe ich bekommen, also war alles gut. Egal, was passiert ist."
Sie setzte sich keine Ziele für die großen Meisterschaften oder Olympia. Stattdessen lag der Fokus auf etwas komplett anderem: Erinnerungen schaffen.
Laut Trainer Phillip DiGuglielmo liegt das vor allem am ersten Abschnitt von Lius Karriere: "Sie erinnert sich nicht daran, dass sie an den Juniorenweltmeisterschaften oder am Junior Grand Prix Finale teilgenommen hat. Sie erinnert sich an nichts davon. Deshalb wollten wir überall, wo wir hingingen und hingehen, Erinnerungen schaffen."
Liu: "Wichtiger als alles andere"
Ihre Ruhe und Freude auf dem Eis liege an ihren Erfahrungen aus der Vergangenheit, erklärte Liu. "Das letzte Mal, als ich gelaufen bin, war es so hart. Ich kann wirklich nicht anfangen, darüber zu sprechen. Es hat viel gekostet, um an diesen Punkt zu gelangen, und das Studium der Psychologie hat mir wirklich geholfen."
Die Goldkür der US-Amerikanerin, die mit einem Lächeln über das Mailänder Eis lief, wurde vom italienischen Publikum begeistert begleitet. "Als ich lief und die Jubelrufe hörte, fühlte ich mich so verbunden mit diesem Publikum. Ich möchte wieder da draußen sein." Ihre Geschichte sei ihr "wichtiger als alles andere, und das werde ich mir bewahren".
Mit dieser Einstellung lief Liu befreit auf - und zum zweiten Gold in Mailand nach jenem mit dem US-Team.
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(mit SID)
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Liu über Gold-Triumph nach Comeback: "Meine Geschichte ist echt cool"
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