Olympia 2026 - Lena Dürr, Kombinierer, Biathleten, Skispringer: Team D erlebt bei den Winterspielen viele Enttäuschungen

Das deutsche Olympia-Team liegt wenige Tage vor Ende der Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo im Medaillenspiegel nur im oberen Mittelfeld, führt hingegen die Liste der vierten Plätze an. Dazu kamen die sportliche Dramen um Slalomläuferin Lena Dürr oder Kombinierer Vinzenz Geiger. Die Pleiten, Pech und Pannenserie der deutschen Athleten bei diesen Spielen ist fast schon unheimlich.

Am ersten Tor eingefädelt! Drama um Dürr im Slalom

Quelle: Eurosport

"Scheiße, ey", brüllte Vinzenz Geiger nach seinem Sturzdrama im Team-Sprint der Nordischen Kombinierer und warf seine Stücke wütend in den Tiefschnee von Val di Fiemme.
Geiger hatte an der Seite von Johannes Rydzek aussichtsreich im Kampf um die Medaillen gelegen, ehe er sich innerhalb von 20 Sekunden gleich zweimal in den Schnee legte. Edelmetall war infolgedessen außer Reichweite.
Wie Geiger erging es auffällig vielen Athleten aus der deutschen Olympia-Mannschaft bei diesen Winterspielen. Nur eine halbe Stunde vor Geigers Malheur belegte Tatjana Paller Rang vier bei der olympischen Premiere des Skibergsteigens, nachdem sie den Start verschlafen hatte.
"Die erste Rennhälfte war echt schlimm, da habe ich sehr gelitten", sagte Paller, deren anschließende Aufholjagd nicht zu einem Platz auf dem Podium reichte. Im Weltcup war Paller bereits achtmal Vierte.
picture

Geiger: "Bin einfach nur wütend auf mich selber"

Quelle: Eurosport

Deutschland ist der Blech-König bei Olympia 2026

Geschichten wie die von Geiger und Paller am 13. Wettkampftag ziehen sich wie ein roter Faden durch die Spiele von Team D. Mit elf vierten Plätzen sind die deutschen Athleten die Blech-Könige von Mailand und Cortina d'Ampezzo.
Dreimal erwischte es die Biathleten (Vanessa Voigt im Einzel sowie beide Staffeln), zweimal die Skispringer (Mixed Team und Super Team). Dazu die Frauen-Staffel im Langlauf, Toni Eggert/Florian Müller im Rodel-Doppelsitzer, Hannah Neise im Skeleton, Monobob-Pilotin Lisa Buckwitz, Annika Morgan im Snowboard-Slopestyle und jetzt Paller - die Vierten sind bei Olympia die ersten "Verlierer".
In der Bilanz, die keiner anführen will, liegt Deutschland an der Spitze vor Norwegen (neun) und Frankreich (acht).
Ironie am Rande: Geiger war nach seinem ersten Hinfaller, bei dem er den japanischen Läufer gleich mit in den Schnee nahm, so von der Rolle, dass es am Ende nicht mal für Platz vier reichte und er den Italiener Aaron Kostner noch vorbeiziehen lassen musste.
picture

Highlights: Erste Medaillen in Geschichte des Skibergsteigens vergeben

Quelle: Eurosport

Preuß: "Wieder in die Scheiße gegriffen"

Auffällig ist bei diesen Spielen zudem das fehlende Hundertstelglück. Laura Nolte lag nach den ersten drei Läufen im Monobob stets in Führung - und verpasste Gold um 0,04 Sekunden, Emma Aicher den Olympiasieg in der Abfahrt ebenfalls um vier Hundertstel und gemeinsam mit Kira Weidle-Winkelmann Team-Gold um die Winzigkeit von 0,05 Sekunden.
Ausnahme-Biathletin Franziska Preuß verschoss gleich mehrfach mögliche Medaillen beim letzten Schießen und quittierte dies nach der Verfolgung mit den Worten: "Ich habe wieder in die Scheiße gegriffen."
Auch der Wettergott meinte es nicht gut mit den deutschen Athleten. Philipp Raimund und Andreas Wellinger fehlten mickrige 0,3 Punkte oder noch mickrigere 16 Zentimeter zu Bronze, nachdem das Super-Team-Springen infolge eines kurzen Schneesturms (zu voreilig) abgebrochen wurde.
"Es ist einfach ein Scheiß-Ende", polterte Normalschanzen-Olympiasieger Raimund und legte nach: "Ich weiß nicht, was das Problem der Jury ist. Das kotzt mich ehrlich gesagt richtig an." Sämtliche von der FIS verwendeten Wetter-Apps prognostizierten ein schnelles Schneefall-Ende, das dann auch eintrat.
picture

Raimund und Wellinger frustriert: "Vierter werden ist immer scheiße"

Quelle: Eurosport

Dürr ist der größte Pechvogel

Der größte Pechvogel aus deutscher Sicht ist aber Lena Dürr. Im Riesenslalom war sie nach dem ersten Lauf sensationell Zweite und vergab eine Medaille im zweiten Durchgang durch einen Fehler am fünftletzten Tor.
Im Slalom kam Dürr Mikaela Shiffrin noch am nächsten - und fädelte im zweiten Lauf am ersten Tor ein. Die 34-Jährige ertrug das Drama erstaunlich gefasst.
"An Weihnachten wusste ich nicht, was ich hier bei Olympia soll. Und dann komme ich hier her und fahre so gut Ski. Dieses gute Gefühl und die Emotionen, die ich hier mit den anderen Läuferinnen und meiner Familie erleben durfte, sind mehr wert als eine Medaille", sagte Dürr.
Das deutsche Team feierte große Erfolge bei Olympia. Im Eiskanal von Cortina sind Rodel- und Bob-Piloten wie eh und je quasi unschlagbar. Doch die Pleiten, Pech und Pannenserie der zweiten Olympiawoche hallt nach. Und was die vierten Plätze angeht: Bei den letzten drei Winterspielen waren es zusammen elf - so viele wie allein 2026.
picture

Slalom-Flop: Shiffrin fühlt mit "Lieblingskontrahentin" Dürr

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung