Olympia 2018 - Eistanz: Kleidpanne! Papadakis erlebt "Albtraum" auf dem Eis

Plötzlich drohte Gabriella Papadakis halbnackt in der olympischen Arena zu stehen - vor den Augen der Welt. Die französische Eistänzerin hatte das Kurzprogramm mit ihrem Partner Guillaume Cizeron kaum begonnen, als sich der Verschluss ihres Kostüms verabschiedete. Cizeron hatte bis zum Ende der Vorführung alle Hände voll zu tun, den "Albtraum" für das Weltmeister-Duo in Grenzen zu halten.

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"Ich habe es gleich bemerkt", sagte Papadakis anschließend, "und alles, was mir blieb, war, zu beten." Sie und Cizeron vollbrachten eine mentale Glanzleistung. Einerseits hatten sie sich auf ihren Vortrag zur Musik von Ed Sheeran zu konzentrieren. Andererseits drohte der textile GAU. Umso bemerkenswerter, dass das Paar letzten Endes nur um knapp zwei Punkte hinter dem überragenden Duo aus Kanada, Tessa Virtue und Scott Moir, blieb. Die Aussichten auf Silber sind intakt. Die US-Amerikaner Madison Hubbell und Zachary Donohue folgen auf Rang drei in respektvollem Abstand von mehr als vier Wertungspunkten.
Meagan Duhamel aus Kanada fühlte mit Papadakis und Cizeron. "Das ist verheerend. Ein solcher Zwischenfall stört dich mental enorm." Duhamel errang in Pyeongchang an der Seite ihres Partners Eric Radford Gold im Team und Bronze in der Paarlauf-Konkurrenz. "Es tut mir so leid für die beiden, dass dies ausgerechnet in diesem Moment passiert", fügte Duhamel hinzu.
Die Zuschauer in der Gangneung Ice Arena spürten, dass den Mitfavoriten ihre sonst übliche Leichtigkeit ein wenig abhanden gekommen war. Durchaus nachvollziehbar natürlich die Furcht, bei jeder Hebung, bei jedem Twizzle könne der dünne Fummel komplett abrutschen. "In einer solchen Situation ist es natürlich schwierg, konzentriert zu bleiben. Ohne das Problem hätten wir besser laufen können", sagte Cizeron etwas genervt.

Schon der zweite Kostüm-"Unfall" der Spiele

Papadakis und Cizeron waren nicht die ersten Opfer schlecht vernähten Ornats. Zehn Tage zuvor hatte es deren Konkurrenten Min Yura und Alexander Gamelin erwischt. "Das Publikum bemerkte sofort, was passiert war und hat geschrien und uns angefeuert." Diese Begeisterung verhinderte, dass das Paar aus dem Gastgeberland Südkorea aufgab. Min hegte in der äußerst peinlichen Situation diesen Gedanken. Sie hielt ihr defektes Oberteil nur mit der Kraft ihrer beiden Arme oberhalb der Akzeptanzlinie. Ihr Partner tat sein Bestes, versuchte gar, das Oberteil wieder zu schließen. Beide ließen sich letzten Endes aber - wie auch Papadakis und Cizeron - nicht aus dem Konzept bringen.
Min und Gamelin beendeten ihren Kurztanz übrigens auf Rang 16. Diesmal gänzlich ohne Zwischenfall. "Ich habe mich richtig mit dem Kostüm vernäht", erklärte Min stolz. "Das ist mir hier nur ein Mal passiert."

Zweites Gold für Virtue/Moir

Am Tag darauf kamen Papadakis und Cizeron nicht an Tessa Virtue und Scott Moir. Acht Tage nach ihrem Erfolg im Teamwettbewerb brillierten die Kanadier wieder einmal und siegten auch im Eistanz. Nach ihrem Weltrekord von 83,67 Punkten am Montag legten Virtue und Moir weitere 122,40 Zähler nach und siegten so mit 206,70 Punkten vor Papadakis/Cizeron (205,28). Bronze ging an die US-Geschwister Maia und Alex Shibutani (192,59). Die deutschen Meister Kavita Lorenz und Joti Polizoakis belegten mit 150,49 Punkten (59,99+90,50) den 16 Rang.
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