Ganz anders als bei den Winterspielen in Peking, als Seegert, geschwächt von einer Corona-Quarantäne, sein Leistungsvermögen nicht ausschöpfen konnte und mit seiner Partnerin nur 16. wurde, kamen die beiden Berliner diesmal nahezu fehlerfrei durch ihre Kür und quittierten ihr Abschneiden mit lauten Jubelschreien.
"Es war ein wunderschönes Saisonfinale, das uns sehr viel bedeutet", sagte die 22-jährige Hase, ihr Partner ergänzte: "Unsere Konditionsarbeit hat sich ausgezahlt, wir sind besser als im Training gelaufen." Die Platzierung des Duos sicherte der Deutschen Eislauf-Union (DEU) einen zweiten Startplatz bei der WM 2023.
Die Goldmedaille ging erstmals seit 43 Jahren an die USA. Rang eins belegten Alexa Knierim und Brandon Frazier, hinter den Olympia-Sechsten kamen Riku Miura und Ryuichi Kihara aus Japan sowie die Kanadier Vanessa James und Eric Radford auf die Plätze zwei und drei.
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Allerdings fehlten in der südfranzösischen Metropole die drei besten russischen Paare wegen der Sperre durch den Eislauf-Weltverband ISU sowie die chinesischen Olympiasieger Sui Wenjing und Han Cong, die nach den Winterspielen drei Wochen in Quarantäne verbringen mussten.

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Starostin erreicht Minimalziel

Bereits am Nachmittag hatte WM-Debütant Nikita Starostin sein Minimalziel nur mit Mühe erreicht. Nach einem Sturz im Kurzprogramm beim dreifachen Axel musste sich der Dortmunder gedulden, bis sein 23. Platz und damit die Qualifikation für die Kür-Entscheidung am Samstag (11:00 Uhr/Eurosport) gesichert war.
In Abwesenheit der verletzten Olympiasieger Nathan Chen aus den USA (2022) sowie Yuzuru Hanyu aus Japan (2014 und 2018) laufen die Athleten aus Japan einem dreifachen Triumph entgegen. Die Spitze übernahm der Olympia-Dritte Shoma Uno vor seinen Landsleuten Yuma Kagiyama und Kazuki Tomono.
"Ich bin glücklich, wenn ich tanzen und alles zeigen kann. Besonders die Schrittkombinationen machen mir richtig Spaß", sagte Starostin, der in St. Petersburg geboren wurde und seit vier Jahren für die DEU an den Start geht.

Schmuratko sorgt für Highlight

Vom Angriffskrieg seines Geburtslandes in der Ukraine distanzierte sich Starostin vorsichtig: "Ich bin nicht für Russland, ich bin Deutscher. Ich lebe seit Jahren hier und bin stolz darauf, dieses wunderschöne Land zu repräsentieren." Noch aber hat der EM-13. keinen deutschen Pass.
Emotionaler Höhepunkt des Tages war der Auftritt von Iwan Schmuratko. Der Olympia-24. absolvierte seine Kurzkür lediglich in einem schlichten blauen T-Shirt, auf dem ein Herz in den Farben der Ukraine befestigt war.
Ohne jegliches Training aus seinem vom Krieg erschütterten Heimatland auf Umwegen angereist, erreichte der 20-Jährige direkt vor Starostin als 22. die Medaillenentscheidung.
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