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Eisschnelllauf: Nico Ihle sprintet zu historischem WM-Silber
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Publiziert 10/02/2017 um 12:04 GMT+1 Uhr
Nachdem Nico Ihle ein Kapitel deutsche Eisschnelllauf-Geschichte geschrieben hatte, stieg der neue Vize-Weltmeister voller Stolz auf das Podium. Im bislang wohl besten Rennen seiner Laufbahn war der Chemnitzer am Freitag zu Silber über 500 m gerast und hatte damit Historisches geschafft: Als erster deutscher Sprinter gewann Ihle eine Medaille bei einer Einzelstrecken-WM.
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Nico Ihle sorgte nebenbei auch insgesamt für das beste Ergebnis eines deutschen Läufers bei den seit 1996 ausgetragenen Titelkämpfen.
"Das ist ein so schönes Gefühl, ich bin so happy", sagte Ihle freudestrahlend: "Ich habe so gezittert, so gehofft." Ihle krönte mit seinem starken Rennen auf dem schnellen Eis der Olympiabahn in Südkorea seine bislang herausragende Saison. In Nagano und Berlin hatte er bereits die Weltcups über die kurze Sprintdistanz gewonnen, zudem wurde er im Januar EM-Dritter in Heerenveen.
In Gangneung gelang ihm nun nicht nur eine Saisonbestleistung, er stellte auch einen persönlichen Flachland-Rekord für die Bahnen außerhalb von Nordamerika (Calgary, Salt Lake City) auf. Seinen vier Jahre alten deutschen Rekord (34,64) aus Salt Lake City verfehlte er nur um zwei Hundertstelsekunden:
Am Freitag verdiente sich Ihle Silber vor allem dank einer starken 400-m-Runde (25,9 Sekunden). Nach einem guten Start auf der Innenbahn schaffte es Ihle wie bereits häufig im vorolympischen Winter, seine Kraft mit technisch sauberen Schritten auf das Eis zu bringen. Das Ziel erreichte Ihle mit der zwischenzeitlichen Bestzeit, jubelnd riss er die Arme in die Höhe. Anschließend verfolgte Ihle den Wettkampf angespannt im Innenraum, doch letztlich schob sich nur Smeekens, der erstmals Weltmeister wurde, an Ihle vorbei.
Ihle auch über 1000 m Medaillen-Kandidat
Die Gründe für Ihles Leistung sind vielfältig. Im Sommer verlor das Muskelpaket sechs Kilogramm Körpergewicht, er steigerte so seine Beweglichkeit und ist in den technisch anspruchsvollen Kurvenläufen dadurch weniger fehleranfällig als in der Vergangenheit. Veränderte Kufen an seinen Schlittschuhen geben ihm zusätzlich Halt und Sicherheit.
All das zahlte sich beim Saisonhöhepunkt aus - und könnte ihn am Samstag erneut auf das Podest führen: Ihle startet dann über die von ihm eigentlich favorisierte 1000-m-Distanz.
Claudia Pechstein muss derweil auf ihre 30. Medaille bei Einzelstrecken-Weltmeisterschaften zumindest vorerst noch warten. Die fünfmalige Olympiasiegerin belegte in der Teamverfolgung an der Seite von Gabriele Hirschbichler und Roxane Dufter den vierten Rang. In 3:02,88 Minuten musste sich das Trio Titelverteidger Niederlande (2:55,85), Japan (2:56,50) und Russland (3:00,51) geschlagen geben. Pechstein, die am Donnerstag auf einen Start über 3000 m verzichtet hatte, besitzt ihre größte Medaillenchance über 5000 m am Samstag.
Sprinterin Judith Dannhauer blieb derweil wie erwartet chancenlos. Die 34 Jahre alte Erfurterin, die zu Beginn der vorolympischen Saison nach einer Babypause auf das Eis zurückgekehrt war, belegte über 500 m am Freitag in 38,85 Sekunden den 24. und letzten Platz. Gold ging an die im Weltcup 2016/17 noch ungeschlagene Japanerin Nao Kodaira (37,13 Sekunden).
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