Formel 1: Fahrer fordern Regeländerung bezüglich des Umgangs mit Gelben Flaggen im Qualifying

Alpine-Pilot Fernando Alonso hat mit einem Manöver beim Großen Preis von Aserbaidschan vergangenes Wochenende auf ein Problem aufmerksam gemacht, für das in der Formel 1 bislang keine Strafe verhängt wird. In der ersten Runde des Qualifyings irritierte der frühere Weltmeister seine Konkurrenz und verursachte eine Gelbe Flagge, indem er auf einen Fluchtweg fuhr. Dadurch war die Zeitenjagd beendet.

Gelbe Flaggen im Qualifying bei der Formel 1

Fotocredit: Getty Images

Der folgenden Konkurrenz war es durch den Ausritt des Spaniers nicht mehr möglich, seine Zeit in der Qualifying-Runde zu unterbieten, weil sie durch die Flagge angehalten waren, vorsichtig zu fahren. Laut Williams-Pilot Alex Albon, der sich zu dem Zeitpunkt direkt hinter Alonso befand, tat Alonso dies mit Absicht, um bei den anderen Fahrern für Frustration zu sorgen.
Weltmeister Max Verstappen forderte im Rahmen des diesjährigen Monaco-Qualifyings, bei dem er seine letzte Runde aufgrund eines vorangegangen Unfalls verlor, bereits eine Strafe für Verursacher von Roten Flaggen.
Obwohl es keine offiziellen Ermittlungen gegen Alonsos Vorgehen gab, wurden sowohl der 40-Jährige als auch Alpine-Sportdirektor Alan Permane und Alpine-Boss Otmar Szafnauer beim Verlassen des Büro der Rennkommissare gesichtet.
Sowohl im Formel-1-Regelbuch als auch im FIA-Kodex gibt es eine Klausel, nach der alle Fahrer die Rennstrecke nicht ohne gerechtfertigten Grund verlassen dürfen. Dementsprechend hat die Rennleitung die Möglichkeit, die Rundenzeiten der Fahrer zu löschen, falls diese gegen Regeln verstoßen.

Fahrer fordern Veränderung

Alonso sieht ein Problem bei der Handhabung und dem Umgang mit Gelben Flaggen, warnt jedoch gegenüber "Autosport" vor voreiligen Veränderungen: "Wir müssen vorsichtig sein, was wir machen. Aber ich stimme zu, insbesondere im Qualifying sollte es anders sein. Ich denke, wir sollten clever sein und an ein anderes Format im Qualifying denken."
Auch McLaren-Pilot Lando Norris, der in Baku ebenfalls in einen Vorfall um eine Gelbe Flagge involviert war, hält eine Veränderung im Qualifying für notwendig, weist aber auch darauf hin, dass man unterscheiden müsse. "Ich denke, es gibt einen Unterschied zwischen Fahrern, denen es ausversehen passiert und Fahrern, die es offensichtlich mit Absicht machen", sagte er "Autosport".
"Vielleicht wäre das Löschen der Rundenzeit eine Option", sagte etwa McLaren-Kollege Daniel Ricciardo, ebenfalls gegenüber "Autosport".
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