Der Vertrag von Weltmeister Lewis Hamilton bei Mercedes läuft nach der Saison 2020 aus. Mercedes-Boss Toto Wolff äußerte sich bezüglich eines Ferarri-Wechsels seines Superstars bereits während eines Interviews im Mai beim Großen Preis von Barcelona:

Ich weiß, dass es passieren kann.
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Laut Wolff habe Hamilton auch ganz offen mit ihm über dieses mögliche Szenario gesprochen. "Jeder Fahrer träumt davon, den Titel mit Ferrari zu gewinnen", so Wolff. Trotzdem hoffe er, dass Hamilton seine Karriere irgendwann bei den Silberpfeilen beenden wird. Aber auch Wolff möchte Gewissheit:

Ich würde auch gerne wissen, ob Lewis gehen oder bleiben wird.

Mercedes steht vor Sparkurs

Neben den sportlichen Gründen spielen natürlich auch finanzielle eine große Rolle. Hamilton verdient bei Mercedes aktuell 45 Millionen Euro pro Saison. Mindestens so viel müssten die Silberpfeile ihrem Superstar auch weiterhin in den Vertrag schreiben. Der neue Daimler-Chef Ola Kallenius setzt aber auf einen radikalen Sparkurs. Das passt nicht zusammen.

Und natürlich bleibt immer die Verlockung, zu den Roten zu wechseln. Laut "Gazzetta dello Sport" wollten schon die ehemaligen Ferrari-Chefs Luca di Montezemolo und Stefano Domenicali Hamilton zur Scuderia holen. Mit John Elkmann, Ferrari-Vorstandsvorsitzender, habe es 2019 zwei Treffen gegeben. Elkann sei ein großer Bewunderer des sechsmaligen Weltmeisters.

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Hamilton heimlich in Maranello

Hamiltons fahrerische Fähigkeiten sind unbestritten. Die einzigen Zweifel könnten beim Charakter des Briten aufkommen, der als schwierig zu händeln gilt. Dafür ist der Weltmeister bekanntlich ein großer Ferrari-Fan, besitzt selbst mehrere rote Autos und ist fasziniert von den Geschichten über Gründer Enzo Ferrari. In Maranello besuchte Hamilton heimlich einige Male die Fabrik und aß mit Piero Ferrari, Sohn von Enzo, zu Mittag.

Nicht geschmeckt hat dem Briten aber offenbar, dass Ferrari 2017 langfristig mit Sebastian Vettel verlängerte. "Drei Jahre? Verstehe ich nicht", schrieb Hamilton an die Verantwortlichen in Maranello. Auf einer Pressekonferenz sagte er darauf angesprochen dann:

Jetzt, da Vettel unterschrieben hat, weiß ich auch, was zu tun ist.

Er verlängerte 2018 seinen Vertrag bei Mercedes bis 2020.

Ferrari-Duo ohne Zukunft

Das Duo Vettel/Leclerc scheint nach den Zusammenstößen in dieser Saison, keine Zukunft mehr über 2020 hinaus zu haben. Ob Ferrari dem jungen Charles Leclerc dann schon zutraut, um die Meisterschaft zu kämpfen, ist fraglich. Das zeigt auch der Vorstoß von Mattia Binotto. Der Ferrari-Teamchef will und muss unbedingt liefern. Seit Kimi Räikkönen 2007 haben die Roten keine Fahrerweltmeisterschaft mehr gewonnen.

Das Personal für 2020 bleibt in Maranello erstmal unverändert. Danach, scheint auch Binotto schon zu wissen, wird ein Umbruch kommen. "Wir werden irgendwann in der nächsten Saison darüber reden und herausfinden, was zu tun ist. Und auch sehen, was Vettels Absichten sind", so Binotto. Der Deutsche könnte Ferrari dann verlassen – und durch Hamilton ersetzt werden.

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