Unter den behandelnden Medizinern war auch Michael Schumachers Vertrauensmediziner Gerard Saillant und der seitens Ferrari hinzugezogene Alessandro Frati.
"Jules hat bis zum Ende gekämpft, wie er es immer getan hat, aber heute hat dieser Kampf geendet", heißt es in der Erklärung: "Der Schmerz, den wir spüren, ist unbeschreiblich."
Weltweite Trauer
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Unfall-Opfer Bianchi: Phase der Stagnation
UPDATE 21/05/2015 UM 15:26 UHR
Die Familie bedankte sich beim medizinischen Personal in Frankreich und Japan und "bei Kollegen, Freunden und Fans und jedem, der seine Zuneigung zu ihm in den letzten Monaten zum Ausdruck gebracht hat. Das hat uns sehr geholfen in diesen schweren Zeiten. Die Nachrichten zu hören und lesen hat uns gezeigt, wie sehr Jules die Herzen und Köpfe der Menschen überall auf der Welt berührt hatte".
Der Marussia-Fahrer war im Japan-Rennen 2014 auf regennasser Fahrbahn trotz doppelt geschwenkter gelber Flagge bei hoher Geschwindigkeit von der Strecke abgekommen und mit seinem Auto in einen Radlader gerauscht. Das Bergungsfahrzeug war dabei, den verunfallten Sauber Adrian Sutils zu bergen.

Jules Bianchi wird nach seinem schweren Unfall geborgen

Fotocredit: AFP

Große Teile des Marussia wurden beim Rutschen unter den Radlader zusammengestaucht, inklusive des Überrollbügels. Bianchis Kopf traf die Unterkante des Stahlkoloss. Amateuraufnahmen zeigen, mit welcher Wucht sich der Einschlag ereignete.
Der Aufprall war so hart, dass der schwere Radlader um ein beträchtliches Stück versetzt wurde und der am Haken hängende Sauber zu Boden fiel. Die FIA leitete einen Tag nach dem Rennen eine Untersuchung ein, die japanischen Behörden ermitteln und beschlagnahmten an der Unfallstelle das Auto und weitere potenzielle Beweismittel. Bianchi erlitt eine diffus axonale Verletzung, die zu den schwersten und häufigsten traumatischen Gehirnverletzungen zählt.
Der Mann aus Nizza war im vergangenen Jahr in seiner zweiten Saison in der Königsklasse unterwegs und galt als eines der größten Talente der Szene. Als Mitglied des Ferrari-Nachwuchsprogramms galt er als Kandidat auf ein Cockpit bei der Scuderia. Sein größter Erfolg war ein neunter Platz beim Monaco-Grand-Prix 2014, gleichbedeutend mit den ersten WM-Punkten für Marussia.
Wegbegleiter von Jules Bianchi sind tief bestürzt
In den ersten Reaktionen zeigten sich Bianchis Rennfahrerkollegen bestürzt über den Verlust. "Mir fehlen die Worte... Wir werden dich vermissen, mein alter Freund", schrieb Landsmann Jean-Eric Vergne bei Twitter.
"Gestern haben wir einen der besten Menschen und Fahrer verloren, die ich jemals getroffen habe. Ich vermisse dich so sehr, mein Freund", ergänzte Romain Grosjean.
Der Australier Daniel Ricciardo schrieb: "Ich werde dich und die guten Zeiten, die wir hatten, nie vergessen. Werde dich vermissen, Bruder." Der britische Ex-Weltmeister Jenson Button nannte Bianchi einen "wirklich großartigen Menschen und echten Kämpfer".
Bianchi ist erster F1-Todesfall seit dem schwarzen Mai 1994
+Bianchi ist der erste tödlich verunglückte Formel-1-Fahrer seit mehr als 20 Jahren. Am 1. Mai 1994 war der brasilianische Superstar Ayrton Senna in Imola/Italien im Rennen verunglückt, einen Tag nach dem tödlichen Trainingsunfall des Österreichers Roland Ratzenberger.
Sein Team Marussia/ManorF1, für das er vor etwas mehr als einem Jahr mit dem neunten Platz beim Großen Preis von Monaco die ersten Punkte überhaupt eingefahren hatte, reagierte via Twitter: "Wir sind bestürzt über den Verlust von Jules nach einem so harten Kampf. Es war ein Privileg, ihn als Fahrer in unserem Team zu haben."
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