Hamilton fährt erstmals in Imola - dort starb 1994 sein Idol Senna

Der 1. Mai 1994 gilt als einer der schwärzesten Tage in der Geschichte der Formel 1. Damals verunglückte der dreifache Weltmeister Ayrton Senna tödlich in Imola. Der Brasilianer kam in seinem Williams in Führung liegend von der Strecke ab und knallte in eine Betonmauer. Senna verstab noch am selben Tag. Für Lewis Hamilton war er sein Kindheitsidol. Nun fährt der Superstar erstmals selbst in Imola.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

An diesem Wochenende kommt Lewis Hamilton seinem Idol Ayrton Senna so nah wie noch nie in seinem Formel-1-Leben. Die Narbe vom Unfalltod des legendären Brasilianers prägt Imola auch mehr als 26 Jahre danach.
Hinter der Todeskurve Tamburello thront ein Blumen gesäumtes Denkmal, das Streckenmuseum ist voll von Erinnerungsstücken an den schwarzen 1. Mai 1994, die Weihnachtsbeleuchtung in Imolas Fußgängerzone malt markante Sprüche des Philanthropen aus Sao Paulo in den Abendhimmel.
Auch wenn Hamilton sein Kindheitsidol nach WM-Titeln, Siegen und Pole Positions längst übertroffen hat, spricht der Brite in ungebrochener Ehrfurcht von der Formel-1-Ikone. Senna sei für ihn "ein echter Held", als Kind wollte Hamilton sein wie der charismatische Rennfahrer - oder wie Superman. Als er vom Tod seines Vorbilds erfuhr, versteckte sich der neunjährige Lewis "hinter einem Lastwagen, damit mich mein Vater nicht weinen sah".

Imola: Sicherheitsrevolution nach Senna-Unglück

Nun also kehrt die Formel 1 nach 14-jähriger Abstinenz zurück ins Autodromo Enzo e Dino Ferrari. An 2006, den Sieg Michael Schumachers im Ferrari, denkt dabei kaum jemand. Alles wird überlagert von Sennas Einschlag in die Betonmauer zwölf Jahre zuvor, von den Bildern des zerfetzten Wracks seines Williams, von den pietätlosen Helikopteraufnahmen vom hoffnungslosen Kampf der Rettungskräfte um das Leben des 34-Jährigen.
Die Hochgeschwindigkeitskurve Tamburello ist nur Wochen nach der Tragödie durch eine Schikane gezähmt worden. Überhaupt hat das Drama um Senna und den einen Tag zuvor ebenfalls in Imola verunglückten Österreicher Roland Ratzenberger für ein signifikantes Plus an Sicherheit in der Formel 1 gesorgt.
Eine Sicherheit, von der Hamilton und seine Kollegen profitieren. Der 35-jährige Brite hatte kaum schwere Unfälle in seinen fast 14 Jahren in der Königsklasse. Wenn es doch einmal haarig wurde, verhinderten die hohen Standards Schlimmeres.
Auch deswegen scheint Rekordjäger Hamilton die Bestmarken in unerreichbare Höhen schrauben zu können. Mit 92 Siegen ist er seit dem vergangenen Wochenende alleiniger Rekordhalter, sein siebter WM-Titel ist reine Formsache - und mit Mercedes kann er bereits im Rennen am Sonntag (ab 13.10 Uhr im Eurosport Liveticker) die siebte Konstrukteursmeisterschaft in Folge perfekt machen.

Hamilton deutet zeitnahes Karriereende an

Wohin geht die Reise noch? Der frühere Pilot und heutige TV-Experte Martin Brundle traut seinem Landsmann so ziemlich alles zu, um genau zu sein "zehn Titel und weit über hundert Siege".
Auch Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin ist längst ein flammender Bewunderer seines Star-Piloten: "Lewis lässt gar keine Anzeichen erkennen, dass er aufgeben oder langsamer werden würde. Ich glaube eher: Das geht so weiter."
Hamilton selbst sieht sich jedoch nicht ewig im Cockpit. Im Januar wird er 36, neben seinem Rennfahrerdasein ist er Modedesigner, Influencer, Menschenrechts- und Klimaaktivist. Er habe zwar vor, "nächstes Jahr hier zu sein", sprich: seinen auslaufenden Vertrag bei Mercedes noch einmal zu verlängern. Aber danach?
"Es wird definitiv nicht mehr lange dauern, bis ich aufhöre", kündigte er im Interview mit "Sky Sport UK" an. Solange er aber mitmischt, will er soviel erreichen wie möglich: "Ich glaube nicht an das Sprichwort 'The Sky is the Limit'."
(SID)
picture

Rosberg: "Frauen sind in Extreme E entscheidend"

Quelle: Perform

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung