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Mercedes schäumt nach Patzer bei Russell: "Kolossalster Fuck-up!"
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Publiziert 06/12/2020 um 23:36 GMT+1 Uhr
Mercedes-Ersatzmann George Russell führte den Großen Preis von Sakhir lange Zeit souverän an, doch ein schwerwiegender Fehler beim Boxenstopp, bei dem die Reifen der beiden Fahrer vertauscht wurden, kostete dem Ersatzmann von Lewis Hamilton den möglichen Sieg. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ärgerte sich anschließend maßlos: "Das war einer der kolossalsten Fuck-ups, die wir je hatten."
George Russell (Mercedes) beim Boxenstopp
Fotocredit: Getty Images
Das Missgeschick, das George Russell den möglichen Sieg kostete, passierte in Runde 63: Nach einem Unfall von Jack Aitken - ausgerechnet Russells Ersatzmann bei Williams - musste das Safety Car ausrücken. Mercedes wollte wollte dies nutzen und holte beide Fahrer rein.
Doch das dominierende Team der Saison verpatzte Russells Reifenwechsel und schickte ihn aus Versehen mit Reifen von Teamkollege Valtteri Bottas raus, der hinter ihm ebenfalls auf seinen Service wartete.
"Es war die rechte Seite, die hat den Funkspruch nicht gehört. Und so war der falsche Reifen draußen für das falsche Auto", erklärte Wolff. "Das darf nicht passieren, aber passiert auch unserem Team. Und das zeigt, dass Menschen an der Arbeit sind."
Russell fuhr mit Vorderreifen von Bottas auf die Strecke, der seinerseits dann keine Reifen mehr parat hatte und lange warten musste. "Als für Valtteri keine Reifen da waren, wussten wir sofort, dass die bei George drauf sind", ärgerte sich Wolff.
Falsche Reifen sind ein Regelverstoß - Mercedes muss 20.000 Euro zahlen
Mercedes korrigierte seinen Fehler eine Runde später und holte Russell sofort wieder an die Box, um ihm die richtigen Reifen zu geben. Einen Regelverstoß hatte man da aber schon begangen.
Denn in Artikel 24.2 a) und 24.3 e) des Sportlichen Reglements ist festgelegt, dass ein Fahrer nur mit seinen ihm zugeteilten Reifen fahren darf und nur eine bestimmte Anzahl an Sätzen benutzen darf. Der Verstoß wurde von den Technischen Delegierten der Formel 1 bereits an die Rennkommissare weitergeleitet.
Obwohl im Reglement eigentlich eine Disqualifikation vorgesehen ist, beließen es die Kommissare bei einer Strafe von 20.000 Euro für das Team.
Bitter für Russell: Es war eigentlich ein Sicherheitsstopp
Ärgerlich für Mercedes: Eigentlich hatte man seinen Pflichtstopp bereits absolviert und wollte mit einem weiteren Reifenwechsel auf Nummer sicher gehen, weil der Abstand auf den Drittplatzierten Sergio Pérez groß genug war. "Es war ein Sicherheitsstopp", bestätigt Wolff. "Wir hatten mit dem Hard kein Problem, der hätte gehalten."
Trotzdem hätte Russell den Sieg in Bahrain noch holen können. Denn die Pace des Mercedes war auf frischen Mediums so stark, dass sich der Brite schnell von Rang fünf auf Platz zwei vorfahren konnte.
Bevor er aber auch Sergio Pérez auf dessen Hards angreifen konnte, schlug das Pech ein zweites Mal zu: Ein Reifenschaden zwang Russell noch einmal an die Box. Am Ende wurde es für ihn Rang neun.
Russell: "Bin am Boden zerstört"
"Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es wurde uns heute zweimal weggenommen", haderte Russell nach dem Rennen am Funk. "Es hat Spaß gemacht und ich habe es verdammt nochmal geliebt, aber ehrlich, ich bin am Boden zerstört. Ich bin wirklich am Boden zerstört. Ich hoffe, dass wir die Möglichkeit noch einmal bekommen werden."
Ein Bild des Tages gab es nach dem Rennen, als Russell sich enttäuscht auf den Boden legte. "Ich hatte schon Rennen, in denen mir der Sieg genommen wurde - aber zweimal? Ich kann nicht glauben, was passiert ist", sagt er anschließend.
Der Trost von Toto Wolff ("Es tut mir leid, das war eine brillante Leistung.") dürfte Russell am Sonntag wenig geholfen haben.
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Quelle: Eurosport
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