Lewis Hamilton vor Gericht zum Weltmeister? Mercedes prüft Einspruch gegen FIA-Urteil nach Verstappen-Sieg

Max Verstappen muss wohl noch ein wenig länger um seinen WM-Titel zittern. Nachdem der Protest von Mercedes zunächst von der FIA abgewiesen wurde, prüft der Rennstall nun einen Einspruch gegen die Entscheidung. Gegenstand des Protestes ist die Safety-Car-Phase, die eine Runde vor Rennende beendet wurde. Nach Mercedes-Ansicht hätte diese aber noch eine Runde länger andauern müssen.

Toto Wolff (Mercedes) und Christian Horner (Red Bull) beim GP von Abu Dhabi

Fotocredit: Imago

Wird der WM-Titel in der Formel 1 in diesem Jahr vor Gericht entschieden? Nach dem zunächst abgewiesenen Protest von Mercedes könnte es nun zu diesem Schritt kommen.
Der deutsche Rennstall hatte kurz nach dem Ende des Rennens Protest in zwei Fällen eingelegt. Der erste Auslöser war, dass Max Verstappen während der Safety-Car-Phase wenige Runde vor dem Ziel kurzzeitig neben Lewis Hamilton fuhr und in einem Moment auch ein kleines Stück vor ihm lag. Während das Safety Car auf der Strecke fährt, ist Überholen verboten. Da Verstappen sich anschließend allerdings wieder zurückfallen ließ, verzichtete die FIA auf eine Strafe.
Und auch der zweite Protest seitens Mercedes wurde vom Verband zunächst zurückgewiesen. Dieser Fall ist allerdings deutlich brisanter. Laut Artikel 48.12 des Regelwerks hätte, nachdem die überrundeten Fahrzeuge vorbeifahren und sich dem Feld hinten wieder anschließen durften, eine weitere Runde mit dem Safety Car gefahren werden müssen. In diesem Fall wäre das Rennen nicht mehr aufgenommen worden und Hamilton als Weltmeister über den Zielstrich gefahren.
Stattdessen wurde das Rennen aber noch in der gleichen Runde wieder freigegeben. Verstappen nutzte auf frischen Reifen die Gelegenheit und schnappte sich auf den letzten Metern den WM-Titel. Wie "BBC" berichtet, hat Mercedes nun die Absicht, gegen dieses Urteil in Berufung zu gehen.
Die FIA räumte in ihrer Begründung der Abweisung der beiden Proteste zwar ein, dass Artikel 48.12 "nicht vollständig angewandt" geworden sein könnte. Allerdings würde der folgende Artikel 48.13 die angefochtene Entscheidung erlauben. Zudem sei der Antrag von Mercedes, den Stand nach der vorletzten Rennrunde zu werten, aus Sicht der Stewards eine rückwirkende Verkürzung des Rennens, die "nicht angebracht" sei.

Frist für Mercedes läuft Donnerstag ab

Damit könnte ein Sportgericht darüber entscheiden, wer neuer Weltmeister ist. Erst wenn Mercedes die am späten Donnerstagabend (MESZ) ablaufende Frist verstreichen lässt oder offiziell seinen Verzicht auf weitere rechtliche Schritte erklärt, ist dem Niederländer der Titel nicht mehr zu nehmen. Ansonsten wird der Fall vor dem Berufungsgericht der FIA in Paris verhandelt. Eigentlich soll der neue Weltmeister bei der FIA-Gala am Donnerstagabend in der französischen Hauptstadt seinen WM-Pokal erhalten.
Wie wäre der Ablauf bei einem Berufungsverfahren?
Die Entscheidung über den Weltmeister 2021 würde kaum noch in diesem Jahr fallen. Die unabhängigen Richter beim sogenannten International Court of Appeal (ICA) müssten erst nominiert und ihre gleichzeitige Verfügbarkeit koordiniert werden, da sie allesamt im Hauptberuf an anderer Stelle tätig sind. Anschließend wären Anhörungen nötig, auch dies würde Zeit in Anspruch nehmen. Selbst nach einem Urteilsspruch durch das Berufungsgericht muss der Fall zudem nicht abgeschlossen sein: Den Parteien stünde dann noch der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne offen. Dies würde die endgültige Entscheidung weiter aufschieben.
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Quelle: SID

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