"Wenn ich Toto [Wolff] wäre, würde ich den Mund halten", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner bei "Sky". Und der Grund für diese Äußerung ist das nächste Kapitel im "Flexiwings"-Streit zwischen ihm und Toto Wolff. Denn Mercedes droht Red Bull mit einem Protest gegen deren Heckflügel-Konstruktion. Das aber will Horner so nicht stehen lassen.
Horner pochte darauf, dass sein Team nichts falsch mache: "Mercedes hat viel Lärm um die Heckflügel gemacht. Unterm Strich aber steht: Wenn das Auto den Regeln entspricht, dann besteht es auch den Test. Dann ist das Auto legal. Denn die Fahrzeuge sind so gebaut, dass sie diese Tests bestehen."
Eine gewisse Flexibilität aber liege auf der Hand, meinte Horner weiter. Er verwies auf "die ganze Last, die auf diese Flügel drückt" und erklärte: "Es ist unmöglich, eine vollkommen steife Konstruktion zu haben, wenn da Tonnen von Abtrieb wirken." Bei "allen Autos" im Feld der Formel 1 würden sich die Flügel daher während der Fahrt verbiegen.
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"Und neu ist [das Thema] nicht", sagte Horner. "Das gibt es schon seit vielen Jahren."
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Baku GP: Horner kritisiert Mercedes-Frontflügel

Neu aber sei der Ansatz von Mercedes, sich so sehr auf die Heckflügel von Red Bull zu versteifen. "Viel interessanter wäre es, wenn wir uns die Frontpartien der Fahrzeuge anschauen würden", sagte Horner.
Denn: "Wenn man sich ein Ende des Fahrzeugs ansieht, dann muss man sich auch das andere Ende ansehen. Man kann die Bereiche nicht isoliert betrachten und sagen, diese Regeln betreffen nur dieses eine Bauteil. Man muss sich alles anschauen."
Und so schickte Horner gleich eine Warnung an Mercedes-Sportchef Wolff hinterher: "Manchmal muss man vorsichtig sein, was man sich wünscht." Und: "Man öffnet da die Büchse der Pandora."
Das lässt sich so deuten, dass Red Bull zu einem Gegenprotest bereit wäre, sollte Mercedes tatsächlich Protest gegen Red Bull einlegen. Denn Horner stört sich an den Frontflügeln von Mercedes, die sich für sein Befinden sogar noch stärker verbiegen als die Heckflügel seines Teams.
Mit den Kollegen bei "Sky" sieht sich Horner eine entsprechende Onboard-Aufnahme der Mercedes-Nase an. Dazu sagte er: "Man sieht das Sponsorenlogo auf dem Frontflügel, und das verschwindet aus dem Blick, wenn das Fahrzeug in die Bremszone kommt." Und Horner witzelte: "Vielleicht machen sie es deshalb: Damit man den neuen Sponsor auf dem Frontflügel sieht."

Sergio Pérez (Red Bull) in Aserbaidschan

Fotocredit: Getty Images

Baku GP: Horner will mit Red Bull "das Reglement maximal auszunutzen"

In jedem Fall verteidigte der Red-Bull-Teamchef den Ansatz seines Teams und meint, seine Ingenieure seien eben clever genug, das Reglement maximal auszunutzen, aber im legalen Bereich. "Das ist ihre Aufgabe, dafür bezahlen wir sie. Und darum geht es in der Formel 1, um technische Fertigkeit. Das macht doch den Wettbewerb in dieser Rennserie aus, dass man ans Limit geht."
Horner weiter: "Du musst ein legales Auto haben. Du musst dich innerhalb des Erlaubten bewegen. Du musst aber auch an die Grenzen gehen. Das machen wir, das macht aber auch jedes andere Team in der Boxengasse."
Dass sich Mercedes nun am Red-Bull-Vorgehen störe, zeige aus seiner Sicht vor allem, "dass wir sie unter Druck setzen können", so Horner. "Man sieht ja, wie sehr sie sich gerade für alles interessieren, was wir tun. Sie filmen unsere Boxenstopps, sie filmen alles Mögliche. Sie sind etwas unter Druck geraten. Und das ist gut für uns und für den Sport."
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