"Ich glaube, dass ich einen Schalter berührt habe, als Checo in meine Richtung gezogen ist. Das hat die Bremsen ausgeschaltet und ich bin einfach geradeaus gefahren", erklärt Hamilton nach dem Rennen. "Ich wusste nicht einmal dass ich ihn berührt habe."
Das Ergebnis war verheerend. Eigentlich lag der Sieg schon greifbar nah, doch so wurde es am Ende der vorletzte Platz und null Punkte. "Wir sind beide zerstört, um ehrlich zu sein", hadert Motorsportchef Toto Wolff. "Wir waren so nah dran, und dann war alles weg."
"Es ist einfach schmerzhaft. Wir hatten den Sieg fast. Wir hatten die Hand fast am Pokal, weil Max nicht ins Ziel gekommen ist", so Wolff weiter. "Ich weiß nicht. Es ist einfach so frustrierend, so überwältigend gerade. Ich hätte auch den dritten Platz genommen."
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Schon der dritte Platz wäre aus Mercedes-Sicht ein gutes Ergebnis gewesen. Zwar hätte man Boden auf Red Bull und Max Verstappen verloren, allerdings nicht so viel wie man nach den Trainingseindrücken erwartet hatte.

Hamilton: "Werden stärker zurückkommen"

Denn vor dem Qualifying sprach Wolff sogar von einer engen Kiste in Q1. Valtteri Bottas war zudem das gesamte Wochenende überhaupt nicht auf der Höhe und fuhr aus eigener Kraft nicht einmal in die Punkte. Hamilton jedoch überraschte am Samstag mit dem zweiten Startplatz und konnte nach zwei Runden sogar die Führung von Charles Leclerc übernehmen.
Ein zu langer Boxenstopp brachte ihn jedoch hinter die beiden Red Bull zurück, wo er anschließend Sergio Perez unter Druck setzte. Als schließlich noch Verstappen kurz vor Schluss mit einem Reifenschaden ausschied, war das mehr als zufriedenstellende Ergebnis eigentlich bereitet. Und Hamilton hatte angekündigt, dass es trotz der nur zwei Runden ein Marathon, kein Sprint, sei.
Doch dann war das gute Ergebnis auf einen Schlag ausgelöscht. "Das ist eine ziemlich demütige Erfahrung, um ehrlich zu sein", sagt Hamilton. "Wir haben das gesamte Wochenende so hart daran gearbeitet zurückzukommen, und es sah eigentlich so gut aus. Ich habe alles reingelegt und so hart gekämpft wie ich konnte."
Das Endergebnis sei für ihn schwierig zu schlucken. "Aber vor allem tut es mir für die Männer und Frauen im Team leid, die so hart für diese Punkte gearbeitet haben. Wir werden uns neu gruppieren und stärker zurückkommen. Da bin ich mir sicher."

Mercedes wurde eigenen Ansprüchen nicht gerecht

Toto Wolff denkt über den Fehler des siebenmaligen Weltmeisters hinaus. Ihn frustriert nicht nur die entscheidende Szene am Ende, sondern vor allem die Tatsache, dass Mercedes seinen Fahrern an diesem Wochenende ein wenig konkurrenzfähiges Paket hingestellt hat. "Wir haben unsere eigenen Erwartungen nicht erfüllt. Alle zusammen. Lewis, die Ingenieure, ich. Einfach alle", sagt er.
"Wir müssen im Kampf um die Meisterschaft unsere beste Leistung zeigen, aber unser Auto war das ganze Wochenende über nicht da", so Wolff. "Wir müssen einfach fehlerfrei arbeiten, und das haben wir alle an den vergangenen beiden Wochenenden nicht geschafft."
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