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Fernando Alonso landet beim Großen Preis von Australien im Kiesbett - der Grund für den Abflug? "Kiesbett kam zu mir"
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Update 18/03/2025 um 10:44 GMT+1 Uhr
Man könnte meinen, als erfahrenster Pilot in der Geschichte, und mit über 400 Rennstarts in der Formel 1 auf dem Buckel, hat Fernando Alonso in seiner langen Karriere schon alles erlebt - aber das, was ihm am Sonntag in Melbourne widerfuhr, war offensichtlich auch für den Altmeister neu: "Das Kiesbett kam zu mir", wählte Alonso mit Blick auf seinen Abflug in der 34. Runde kryptische Worte.
Fernando Alonso beim Großen Preis von Australien 2025
Fotocredit: Getty Images
Am Ausgang von Kurve sechs drehte er sich auf dem Randstein weg, schlug mit dem Heck voran in die Mauer ein - das bittere Aus für den Aston Martin-Piloten, der zu diesem Zeitpunkt auf Rang zehn lag.
Doch der seltsame Crash gab ihm Rätsel auf: "Es war nicht so, dass ich absichtlich darauf gefahren wäre oder so", erklärte Alonso in Bezug auf den Kies. Der lag laut dem Spanier "lose genau auf der Strecke, in der Kurve, und ich habe die Kontrolle verloren". Dabei habe er einfach "Pech gehabt", urteilte der 43-Jährige: "Ein unglücklicher Vorfall."
Tatsächlich offenbaren die Zeitlupen, dass die Fahrzeuge vor Alonso deutlich wilder und weiter außen über den Randstein in Kurve sechs bretterten, dabei Kies auf die Strecke schleuderten. Der Spanier wählte im direkten Vergleich noch die konservativste und bravste Linie, doch genau die wurde ihm offenbar zum Verhängnis.
Kurios: Ein ähnliches Schicksal ereilte im Qualifying am Samstag in derselben Kurve auch schon Mercedes-Rookie Andrea Kimi Antonelli, der sich beim Überfahren der verschmutzten Stelle den Unterboden beschädigte. Der Italiener war es am Sonntag dann auch, der direkt hinter Alonso fuhr, und somit einen Logenplatz für den Abflug des zweifachen Weltmeisters ergatterte.
Genau wie Piastri: Alonso lernt "die Lektion"
Dabei räumte Alonso in Bezug auf seinen Crash ein: "Ich denke, es war eine andere Linie als auf all meinen Runden davor, das war also ein bisschen eine Überraschung." Was der Spanier jedoch verschwieg, klärte dafür TV-Experte Alex Wurz im "ORF" auf. Dem Ex-Formel-1-Piloten war nämlich aufgefallen: "Er hat hinfahrend zu dieser Kurve sechs versucht den Reifen zu kühlen, und dann hat er weniger Grip gehabt in der Kurve."
Auf den Onboard-Aufnahmen war zu sehen, dass Alosno auf der kurzen Geraden hin zu Kurve sechs kurz ins Nasse fuhr, um seine Intermediate-Reifen zu kühlen. In der folgenden Kurve geriet er dann in Schwierigkeiten. Wurz: "Das ist dem Oscar Piastri genauso gegangen." Auch der McLaren-Pilot hatte kurz zuvor in Kurve sechs einen heiklen Moment, verlor dabei fast das Auto.
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Fernando Alonso steigt aus seinem Boliden aus
Fotocredit: Getty Images
Deshalb sieht der Experte auch bei Alonso die Ursache für den Fehler im "kurz minimierten Grip", so Wurz, der schlussfolgerte: "Also dieses Abkühlen hat wenig Sinn." Vielleicht mit ein Grund, warum Alonso nach dem "für alle definitiv schwierigen Rennen" von einem "unnötigen Zwischenfall", spricht: "Es tut mir leid fürs Team, aber jetzt können wir nichts mehr daran ändern. Wir nehmen die Lektion mit und kommen stärker zurück."
Spanier schaut nach vorne
Allein: Der verlorenen Chance auf WM-Punkte will der Spanier nach seinem Aus nicht allzu sehr hinterher trauern, glaubte er doch: "Ich lag auf Platz zehn, und Antonelli war direkt hinter mir und sehr schnell. Ob ich diese Position hätte halten können, weiß ich nicht. Es war also kein Rennen, bei dem wir allzu viele Punkte verloren haben."
Gegen diese Theorie spricht allerdings ganz eindeutig, dass Teamkollege Lance Stroll am Sonntag schlussendlich als Sechster abgewunken wurde - obwohl er zum Zeitpunkt des Unfalls, wie eigentlich das ganze Australien-Wochenende über, noch hinter seinem Stallgefährten fuhr.
Stroll nach Rang sechs ehrlich: "Hatte nichts damit zu tun"
Der Kanadier, der bei Mischbedingungen auffällig oft aus seinem sonst latent vorhandenen Leistungsloch aufwacht, freute sich über satte acht WM-Zähler beim Auftakt - reichte das Lob dafür jedoch umgehend an sein Team weiter: "Sie haben auf die Wettervorhersage geschaut und gesehen, dass es auf der anderen Seite der Strecke bereits regnet. Deshalb haben sie mich reingerufen, ich hatte damit also nichts zu tun", grinste Stroll nach dem Rennen.
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Lance Stroll im Kampf mit anderen Fahrern
Fotocredit: Getty Images
Die Bedingungen auf der Strecke hätten sich binnen kürzester Zeit stark verschlechtert, so der Aston-Martin-Pilot: "Ich habe gesehen, wie sich alle gedreht haben, und hatte viel Regen auf meinem Visier. Es ging also nur darum, auf der Bahn zu bleiben und zur richtigen Zeit auf dem richtigen Reifen zu sein."
Stroll findet die perfekte Balance
Das gelingt Stroll am Sonntag schließlich bestens, wenngleich sich der Tanz über die nasse Strecke schnell zu einem Drahtseilakt entwickelte: "Es war ein Balanceakt zwischen Pushen und eine Sekunde pro Runde schneller fahren, aber mit einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit zu crashen - oder eine Sekunde langsamer fahren, aber mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit zu crashen", verriet er.
"Heute war man ständig außerhalb der Komfortzone. Es gab kaum Momente im Rennen, in denen ich einfach nur entspannt fahren konnte, ich war die ganze Zeit quasi auf Zehenspitzen unterwegs", berichtete der Kanadier. Am Ende könne man mit dem Ergebnis zufrieden sein: "Es war eines dieser Rennen, in denen wir viel herausgeholt haben. Aber wir hatten keine überragende Pace", sieht Stroll trotzdem noch viel Arbeit vor Aston Martin liegen.
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Quelle: Perform
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